KI-Einsatz, Schulen

KI-Einsatz in Schulen verdoppelt sich: 25% der Lehrer nutzen Tools

23.06.2026 - 13:27:12 | boerse-global.de

25 Prozent der Lehrkräfte setzen regelmäßig KI ein, doch 57 Prozent befürchten negative Folgen für die Sprachkompetenz der Schüler.

KI-Nutzung an Schulen: Verdopplung innerhalb eines Jahres
KI-Einsatz - Students and teachers in a modern German classroom, actively engaged with technology, symbolizing AI integration in education. 23.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Das zeigt das aktuelle Schulbarometer 2026 der Robert Bosch Stiftung, das heute veröffentlicht wurde. Demnach setzen inzwischen 25 Prozent der Lehrkräfte regelmäßig KI-Tools ein – vor zwölf Monaten waren es erst elf Prozent.

Die Zahlen basieren auf einer Forsa-Umfrage unter mehr als 1.500 Pädagogen aus dem Spätherbst 2025. Nur noch zehn Prozent der Lehrer vermeiden KI demnach komplett. Der Schwerpunkt liegt auf organisatorischen Aufgaben: 64 Prozent nutzen KI zur Erstellung von Aufgabenblättern, 58 Prozent für die Unterrichtsplanung.

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Zweifel an den Auswirkungen auf Schüler

Trotz des rasanten Zuwachses bleibt die Skepsis groß. 57 Prozent der befragten Lehrkräfte befürchten negative Folgen für die Sprach- und Schreibkompetenz ihrer Schüler. Diese Sorgen sind nicht unbegründet: Aktuelle Studien zeichnen ein differenziertes Bild.

Eine Untersuchung mit rund 26.800 Schülern ergab, dass KI-gestützte Hausaufgaben die Noten um 18 Prozent verbesserten – gleichzeitig fielen die Klausurergebnisse jedoch um 20 Prozent schlechter aus. Anders sieht es bei betreuten Programmen aus: Das Tutor-CoPilot-Projekt etwa zeigt, dass überwachte KI-Assistenz die Erfolgsquoten steigern kann.

Bundesländer setzen auf digitale Bildung

Mehrere Bundesländer reagieren mit eigenen Initiativen auf den wachsenden Bedarf an digitaler Souveränität und „KI-Kompetenz". Schleswig-Holstein hat seinen Digital Learning Campus (DLC) auf über 600 kostenlose Kurse ausgebaut. Das Angebot umfasst KI, virtuelle Realität und Robotik. Das Projekt startete im März 2024 mit einem Gesamtbudget von 38 Millionen Euro, kofinanziert von Land und EU. Es ist mittlerweile in elf Städten aktiv.

Stefan Lemke vom Bildungsministerium des Landes betont, dass das Konzept der digitalen Souveränität – eigenständiges Denken und lebenslanges Lernen – im Zentrum der Campus-Mission stehe.

Auch andere Regionen wurden diese Woche ausgezeichnet:

  • Magdeburg: Die Stadt und das Werner-von-Siemens-Gymnasium gewannen am Montag den ersten Platz im KOMPASS-Wettbewerb. Ihre Open-Source-Schulserver-Lösung wird bereits an acht Grundschulen eingesetzt.
  • Rosenheim: Die Berufliche Schule für E-Business-Management Dr. Kalscheuer sicherte sich gemeinsam mit der Queen Mary University of London 10.000 Euro Fördermittel aus dem Wettbewerb „AI Literacy in Schools" für praxisnahe Unterrichtsszenarien.
  • Alsfeld: Die Max-Eyth-Schule veranstaltete heute einen Projekttag zum Thema KI und Demokratie für 80 Oberstufenschüler.

Europa verschärft Regeln – EU AI Act rückt näher

Während Deutschland auf Integration setzt, gehen andere Länder restriktiver vor. Norwegen verbietet generative KI-Tools für Kinder von sechs bis 13 Jahren in Schulen – ab August 2026. Ältere Schüler bis 16 Jahre dürfen die Werkzeuge nur unter direkter Aufsicht geschulter Lehrkräfte nutzen.

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Parallel dazu verschärft sich der regulatorische Rahmen. Branchenexperten weisen darauf hin, dass hochriskante KI-Systeme bis zum 2. August 2026 die strengen Governance- und risikoanalyse-Anforderungen des EU AI Act erfüllen müssen. Bei Verstößen drohen empfindliche Strafen. Für Bildungs- und Wirtschaftsinstitutionen wird der Aufbau robuster KI-Governance-Strukturen damit zur Pflichtaufgabe.

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