KI-Diebstahl, FBI

KI-Diebstahl: FBI warnt vor systematischem Kopieren von US-Modellen

Veröffentlicht am: 09.09.2026 um 22:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de

FBI, NSA und CISA beschuldigen sechs chinesische Unternehmen, seit 2024 Milliarden Tokens aus US-KI-Modellen gewonnen zu haben.

US-Behörden werfen sechs chinesischen Firmen KI-Technologiediebstahl vor
Weitläufige, leerstehende Industriehalle mit dunklen Server-Racks in einer kühlen, atmosphärischen Beleuchtung. Illustration mit AI erstellt.

In einer gemeinsamen Sicherheitswarnung haben das FBI, die NSA und die CISA schwere Vorwürfe gegen die chinesische Technologiebranche erhoben. Den US-Sicherheitsbehörden zufolge haben sechs chinesische Unternehmen seit dem Jahr 2024 systematisch Technologie von führenden US-amerikanischen KI-Modellen abgezogen.

Dieser Vorgang soll mittels sogenannter Distillation erfolgt sein und betrifft unter anderem die Modelle Claude von Anthropic, ChatGPT von OpenAI, Gemini von Google sowie Grok von SpaceX.

Industrielles Ausmaß und militärische Relevanz

Die am 8. September veröffentlichte Warnung (Joint Advisory) nennt konkret die Unternehmen DeepSeek, Moonshot AI, Alibaba, MiniMax, StepFun und Z.AI als Akteure hinter diesen Aktivitäten. Den Vorwürfen zufolge wurden seit Ende 2024 Milliarden von Tokens aus den US-Modellen extrahiert.

Bei der Distillation handelt es sich um ein Verfahren, bei dem die Antworten eines hoch entwickelten Modells genutzt werden, um ein kleineres oder weniger leistungsfähiges Modell effizienter zu trainieren und die technologischen Fähigkeiten des Originals zu kopieren.

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Die US-Behörden gehen davon aus, dass dieses böswillige Kopieren US-amerikanischer KI-Technologie wahrscheinlich mit dem Wissen der chinesischen Regierung durchgeführt wurde. Ziel dieser Praktiken sei es, die technologische Lücke zu den USA zu schließen.

Die Behörden betonten, dass die auf diesem Weg gewonnenen Erkenntnisse und Kapazitäten dazu beigetragen haben, Chinas militärische Fähigkeiten sowie dessen Cyber-Kompetenzen erheblich zu stärken. Bereits im April dieses Jahres waren ähnliche Anschuldigungen laut geworden, doch die aktuelle Warnung beschreibt ein koordiniertes, industrielles Ausmaß der Distillation.

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Politische Spannungen vor Treffen zwischen Trump und Xi Jinping

Die Veröffentlichung der Vorwürfe verschärft die ohnehin angespannten technologischen Beziehungen zwischen den beiden Weltmächten. Die Anschuldigungen erfolgen zu einem politisch sensiblen Zeitpunkt: Für Ende September ist ein Besuch des chinesischen Staatschefs Xi Jinping bei US-Präsident Trump geplant.

Beobachter sehen in der zeitnahen Veröffentlichung der Warnung durch die Sicherheitsorgane ein Signal für die wachsende Rivalität im Bereich der künstlichen Intelligenz, die zunehmend als kritische Infrastruktur und Sicherheitsfaktor eingestuft wird.

Reaktion aus Peking

Das chinesische Außenministerium reagierte umgehend auf die Veröffentlichung der US-Behörden. In einer Stellungnahme forderte die Regierung in Peking die Vereinigten Staaten dazu auf, von unbegründeten Anschuldigungen gegen chinesische Unternehmen abzusehen. China wies die Vorwürfe des systematischen Technologiediebstahls zurück und kritisierte die Darstellung der US-Sicherheitsorgane als Teil einer politisch motivierten Kampagne.

Die betroffenen US-Unternehmen, darunter OpenAI und Google, äußerten sich zunächst nicht im Detail zu dem Vorfall, während Berichte nahelegen, dass die systematische Extraktion von Daten aus ihren Systemen bereits seit Monaten von Sicherheitsanalysten beobachtet wurde. Der Fall verdeutlicht die zunehmenden Herausforderungen für Anbieter von KI-Modellen, ihre geistigen Eigentumsrechte gegen automatisierte Extraktionsmethoden zu schützen.

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