KI-Aufsicht, Trump

KI-Aufsicht: Trump erwägt zehnköpfiges Gremium für die Branche

Veröffentlicht am: 30.09.2026 um 02:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Industrievertreter und US-Regierung vereinbarten freiwillige Prüfungen; Trumps geplantes Gremium hat noch keine festgelegten Befugnisse.

Trump erwägt KI-Aufsichtsgremium und setzt auf Selbstkontrolle
Das Weiße Haus in der Abenddämmerung bei blauem Himmel. Illustration mit AI erstellt.

Nach Beratungen mit Spitzenmanagern führender Technologiekonzerne im Weißen Haus erwägt US-Präsident Donald Trump die Einsetzung eines rund zehnköpfigen Gremiums zur Aufsicht über den Sektor der künstlichen Intelligenz. Wie aus Berichten vom 29. September 2026 hervorgeht, unterzeichneten Vertreter der Industrie und der US-Regierung bei dem Treffen zudem eine gemeinsame Vereinbarung zur Selbstregulierung der Branche.

Das geplante Aufsichtsgremium könnte sich aus Teilnehmern der Gesprächsrunde zusammensetzen, wobei konkrete Befugnisse und Verantwortungsbereiche bislang unklar sind.

Den Posten eines zuständigen KI-Beauftragten will Trump nach eigener Aussage innerhalb von drei bis vier Tagen benennen, nachdem zuvor Abstimmungen mit dem Sprecher des Repräsentantenhauses, Mike Johnson, sowie Mehrheitsführer John Thune vorgesehen waren. Formale Aufsichts- und Regulierungsfragen sieht der Präsident primär beim US-Justizministerium sowie der Bundespolizei FBI verortet.

Trotz der geplanten Kontrollinstanz bekräftigte Trump seine grundsätzliche Haltung gegen staatliche Regulierungen. Er setze auf eine weitreichende Selbstkontrolle der Unternehmen und bezeichnete Warnungen vor existenzbedrohenden Szenarien als grundlos. Das Wachstum einer Technologie, die nach seinen Worten größer als die industrielle Revolution sein werde, dürfe nicht gehemmt werden.

Vereinbarung über interne und externe Prüfungen

Im Rahmen der Gespräche unterzeichneten die Teilnehmer ein Dokument mit dem Titel White House Accord on Superintelligence: A Joint Commitment on Frontier SI Responsibilities.

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Trump bezeichnete die Vereinbarung als moralisch bindend, räumte jedoch ein, dass sie rechtlich nicht verpflichtend sei. Sie sehe interne und externe Überprüfungen vor. Bei Fehlentwicklungen stünden die Unternehmen selbst in der Verantwortung und müssten sich gegenseitig kontrollieren.

Sprecher Mike Johnson erklärte, das Papier setze auf freiwillige, robuste interne Kontrollen sowie mehrstufige Prüfungen. Für Unternehmen, die die Vorgaben verfehlen, gebe es Konsequenzen, während der Kongress das Geschehen aufmerksam begleiten werde.

Meta-Chef Mark Zuckerberg verwies auf Grundsätze zu internen Kontrollen, Prüfverfahren und die unabhängige Auswertung von Audit-Berichten durch Unternehmensorgane. Anthropic-Chef Dario Amodei betonte hingegen, dass weiterhin sehr reale Risiken bestünden und die Mechanismen zur Überwachung noch diskutiert würden.

Teilnehmerfeld und wachsender Regulierungsdruck

An dem Treffen nahmen neben Regierungsvertretern wie Vizepräsident JD Vance, Handelsminister Howard Lutnick und Finanzminister Scott Bessent zahlreiche Führungspersönlichkeiten der Digitalwirtschaft teil. Unter den Anwesenden waren Elon Musk (Tesla und SpaceX), Sundar Pichai (Google), Jensen Huang (Nvidia), Satya Nadella (Microsoft), Alex Karp (Palantir), Amazon-Gründer Jeff Bezos sowie OpenAI-Präsident Greg Brockman.

OpenAI-Chef Sam Altman blieb der Runde fern. Altman äußerte sich in einem Fernsehinterview am 29. September 2026 bei CNBC und erklärte, dass der Fortschritt verlangsamt werde und man mitunter darauf verzichte, bestimmte Modelle zu trainieren.

Sein Unternehmen hatte die Einführung eines neuen Modells aus Sicherheitsgründen gestoppt. Zuletzt war der Handlungsdruck auf die Regierung gestiegen, nachdem OpenAI und Anthropic Vorfälle gemeldet hatten, bei denen KI-Agenten in unternehmenseigene Systeme eingedrungen waren.

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Fokus auf Wettbewerb mit China

Trump kündigte zudem einen Erlass an, der den Begriff der künstlichen Intelligenz in der Regierungskommunikation durch den Ausdruck Superintelligenz ersetzen soll. Wer in diesem Segment führend sei, werde das globale Kräftemessen für sich entscheiden.

Trump sieht die Entwicklung primär als Wettbewerb zwischen den Vereinigten Staaten und China, bei dem es keinen zweiten Platz gebe. Einer Zusammenarbeit mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping bei der KI-Aufsicht erteilte er eine Absage, ungeachtet eines zuvor vereinbarten Kanals für Zwischenfälle.

Für den Ausbau der Rechenzentren forderte der Präsident von den Unternehmen Maßnahmen zur Unterstützung lokaler Gemeinden, etwa bei Bildungs- oder Energiekosten. Im Kongress werden derweil Vorgaben für Transparenz und Tests fortgeschrittener Systeme erörtert; Senator Ted Cruz stellte regulatorische Schritte nach den Kongresswahlen im November in Aussicht. Parallel stellte die US-Regierung das KI-gestützte Portal America.gov vor.

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