Ketogene, Ernährung

Ketogene Ernährung: Demenzrisiko sinkt um 29 Prozent

Veröffentlicht am: 21.07.2026 um 21:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Aktuelle Forschung belegt positive Effekte ketogener Diät auf kognitive Funktionen, psychische Gesundheit und Stoffwechsel. Neue Medikamente ergänzen den Ansatz.

Ketogene Ernährung: Neue Studien zu Demenz, Depression und Gewichtsverlust
Gesunde Lebensmittel wie Avocado, Walnüsse und Blaubeeren auf einem Labortisch zur Illustration ketogener Ernährung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Ursprünglich zur Epilepsie-Behandlung entwickelt, rückt die Diät zunehmend in den Fokus der Forschung zu chronischen Entzündungen, Stoffwechselerkrankungen und psychischen Störungen. Aktuelle Daten aus der ersten Jahreshälfte 2026 belegen messbare Effekte auf die Zellfunktion und die kognitive Widerstandsfähigkeit.

Schützt ketogene Ernährung vor Demenz?

Februar- und Juni-Studien zeigen: Ketonkörper können die Mitochondrienfunktion positiv beeinflussen und Entzündungsprozesse hemmen. Dabei spielen Botenstoffe wie Glutamat und GABA eine zentrale Rolle – das macht die Diät auch für die Neurologie interessant.

Eine im Juni im Fachjournal JAMA Network Open veröffentlichte Untersuchung mit rund 1.800 Teilnehmern (Durchschnittsalter: 70 Jahre) unterstreicht die Bedeutung antientzündlicher Ernährung. Demnach lässt sich das Demenzrisiko um etwa 29 Prozent senken. Besonders ausgeprägt war der Effekt bei Personen mit spezifischen Biomarkern wie p-tau217.

Hoffnung bei behandlungsresistenten Depressionen

Ein expandierendes Forschungsfeld ist die Psychiatrie. Eine randomisierte kontrollierte Studie vom Februar mit 90 Teilnehmern belegte eine leichte Verbesserung bei behandlungsresistenten Depressionen. Weitere Pilotstudien liefern Hinweise auf Linderung bei bipolaren Störungen und Schizophrenie.

Forscher der University of California, San Francisco, veröffentlichten im Schizophrenia Bulletin eine Arbeit zu Patienten mit Schizophrenie-Spektrum-Störungen. Nach einer einmonatigen ketogenen Phase zeigten sich signifikante Verbesserungen metabolischer Marker sowie eine Reduktion depressiver Symptome. In einer viermonatigen Verlängerungsphase – die Mehrheit hielt die Ketose aufrecht – beobachteten die Autoren gesteigerte kognitive Leistung und anhaltende Abnahme schizophrener Symptome.

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Auch bei Anorexia nervosa deutet eine kleine Juni-Studie auf eine Verbesserung psychischer Symptome hin – ohne unerwünschten Gewichtsverlust. Experten betonen jedoch: Eine solche Therapie gehört zwingend unter ärztliche Begleitung.

Gewichtsverlust ohne Jo-Jo-Effekt

Im Stoffwechselmanagement belegen Langzeitdaten die Wirksamkeit kohlenhydratarmer Ansätze. Eine australische 12-Monats-Studie zeigte: Low-Carb-Ernährung verbessert Stoffwechselmarker signifikant und kann in einigen Fällen sogar zur Remission von Typ-2-Diabetes führen.

Auf dem Europäischen Adipositas-Kongress im Mai präsentierten Wissenschaftler Ergebnisse einer norwegischen Studie mit 284 Teilnehmern. Eine sehr kalorienarme Diät (unter 1.000 Kilokalorien pro Tag) führte zu einem Gewichtsverlust von 14,4 Prozent – gehalten über ein Jahr ohne signifikanten Jo-Jo-Effekt.

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Das Schweizer Adipositas-Barometer vom Mai verdeutlicht die gesellschaftliche Dimension: 79 Prozent der Befragten erkennen Adipositas als Krankheit an, doch 72 Prozent suchen aus Scham keine Hilfe. 64 Prozent berichten von Diskriminierungserfahrungen.

Joghurt, Bewegung und neue Medikamente

Neben der Ernährung rücken synergistische Effekte in den Vordergrund. Eine japanische Studie der Universität Tokio vom Juli untersuchte übergewichtige Männer über zwölf Wochen. Die Kombination aus täglich 100 Gramm Naturjoghurt, moderater Ernährungsumstellung und regelmäßiger Bewegung (dreimal wöchentlich 30 Minuten) verlangsamte die biologische Alterung – gemessen mit dem DunedinPACE-Marker – um 2,2 Prozent.

Parallel dazu unterstützen neue medikamentöse Entwicklungen das Management von Stoffwechselrisiken. Analysen vom Juli weisen darauf hin: SGLT2-Inhibitoren senken das Alzheimer-Risiko um 43 Prozent, GLP-1-Rezeptoragonisten um 33 Prozent. Für Patienten mit Typ-2-Diabetes ist zudem seit Juli in Deutschland ein neues System zur kontinuierlichen Glukosemessung (CGM) mit 15 Tagen Tragedauer verfügbar. Für den Herbst ist die Markteinführung eines weiteren Sensors angekündigt – dieser misst neben Glukose auch die Ketonwerte und würde eine engmaschige Kontrolle ketogener Phasen ermöglichen.

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