Ketogene, Diät

Ketogene Diät: Leberfettgehalt sinkt um 67 Prozent

Veröffentlicht am: 21.09.2026 um 02:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Studien zeigen, wie Nüsse, ketogene Kost, weniger Salz und die richtige Mahlzeitenfolge Blutfette, Blutdruck und Glukose beeinflussen.

Ernährung senkt Blutfette: Nüsse, Diäten und Salz im Fokus
Eine Auswahl an Nüssen auf einer rustikalen Holzoberfläche bei natürlichem Lichteinfall. Illustration mit AI erstellt.

Die gezielte Umstellung der Ernährungsgewohnheiten ermöglicht signifikante Verbesserungen der Blutlipidwerte und kann das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen massiv senken.

Laut Einschätzungen des Ernährungsmediziners Matthias Riedl lassen sich Blutfettwerte durch diätetische Maßnahmen im Regelfall um 10 bis 20 Prozent reduzieren, in Einzelfällen sei sogar eine Senkung um bis zu 50 Prozent realisierbar. Aktuelle Studienergebnisse und medizinische Leitlinien unterstreichen dabei die Bedeutung spezifischer Lebensmittelgruppen und Verzehrmuster.

Die Rolle von Nüssen und Ballaststoffen in der Prävention

Ein wesentlicher Faktor für die Senkung des Cholesterinspiegels ist der regelmäßige Verzehr von Nüssen. Wie die PREDIMED-Studie belegt, korreliert der Nusskonsum mit einem niedrigeren kardiovaskulären Risiko.

In einer im British Journal of Nutrition veröffentlichten Metaanalyse vom 4. August 2026, die Daten von 143.000 Menschen umfasste, wurde festgestellt, dass regelmäßiger Nussverzehr das Risiko für Bluthochdruck um etwa 16 Prozent senkt.

Bei einer täglichen Menge von 28 Gramm Nüssen lag die Risikoreduktion sogar bei 20 Prozent. Eine Erhöhung auf 30 Gramm täglich führte laut der Analyse zu einer Reduktion von 26 Prozent im Vergleich zum Verzicht auf Nüsse, wobei über diese Menge hinaus kein zusätzlicher Nutzen beobachtet wurde.

Ernährungsmediziner Matthias Riedl empfiehlt neben einer täglichen Handvoll Nüsse auch die zwei- bis dreimalige Aufnahme von Hülsenfrüchten pro Woche. Ein zentraler Pfeiler sei zudem die Ballaststoffzufuhr. Während die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) Erwachsenen 30 Gramm Ballaststoffe pro Tag empfiehlt, rät Riedl bei bereits erhöhten Werten zu einer noch höheren Zufuhr.

Anzeige

Wer sich mit dem Einfluss der Ernährung auf die Blutwerte befasst, sollte die Bedeutung wichtiger Vitalstoffe kennen. Dieser kostenlose 25-Seiten-Report erklärt verständlich, was Ihre Laborwerte wirklich aussagen und wie Sie Fehldiagnosen vermeiden. Laborwerte-Selbstcheck jetzt kostenlos herunterladen

Stoffwechsel-Effekte unterschiedlicher Diätformen

In einer Studie, die am 27. August 2026 in der Fachzeitschrift Cell Metabolism erschien, wurden die Auswirkungen verschiedener Ernährungsformen auf 42 Teilnehmer mit Adipositas, Prädiabetes und Fettleber untersucht. Die Ergebnisse zeigten, dass eine ketogene Diät den Leberfettgehalt um durchschnittlich 67 Prozent senken konnte, während andere Diätformen eine Reduktion von 45 Prozent erreichten.

Trotz einer sehr hohen Fettaufnahme (73 Prozent der Kalorien) und lediglich 4 Prozent Kohlenhydraten stiegen die Blutfett- und Cholesterinwerte bei der ketogenen Gruppe nicht an. Nach einer Gewichtsabnahme von 10 Prozent konnte bei 50 Prozent der Probanden in der ketogenen Gruppe kein Prädiabetes mehr festgestellt werden. In der mediterranen Vergleichsgruppe lag dieser Wert bei 29 Prozent, in der fettarmen Gruppe bei 7 Prozent.

Einfluss von Fetten, Milchprodukten und Fermentation

Der Austausch von gesättigten durch ungesättigte Fettsäuren bleibt eine Kernempfehlung. Olivenöl liefert mehr einfach ungesättigte Fettsäuren und Antioxidantien als Butter. Während 100 Gramm Olivenöl 884 kcal enthalten, liegt der Brennwert von Butter bei 717 kcal. Zur Umrechnung gilt, dass die Menge an Butter mit dem Faktor 0,8 multipliziert werden kann, um die entsprechende Ölmenge zu erhalten.

Bei Milchprodukten weisen Metaanalysen auf eine dosisabhängige Wirkung hin. Ein Verzehr von 100 bis 250 Gramm fermentierten Produkten wie Joghurt oder Kefir pro Tag scheint optimal zu sein, um die Gesamtmortalität zu senken. Ab einer Menge von drei Portionen täglich verliert sich dieser Vorteil jedoch.

Kefir zeichnet sich dabei durch eine höhere Mikroorganismen-Diversität aus als Joghurt. Zu beachten ist laut Max-Rubner-Institut, dass bei Männern ein Konsum von mehr als 1,25 Litern Milch pro Tag das Prostatakrebs-Risiko erhöhen kann.

Anzeige

Chronische Beschwerden und Müdigkeit können oft auf unerkannte Prozesse im Körper zurückgeführt werden. Ein spezieller Ratgeber zeigt auf, wie Sie mit der richtigen Auswahl an Lebensmitteln aktiv gegensteuern und Ihr Wohlbefinden steigern können. Gratis-Ratgeber zur entzündungshemmenden Ernährung sichern

Management von Blutdruck und Glukosespitzen

Die Senkung der Salzaufnahme ist ein weiterer entscheidender Hebel. In westlichen Industrienationen liegt der durchschnittliche Salzverzehr bei 10,8 Gramm pro Tag, obwohl maximal 5 bis 6 Gramm empfohlen werden.

Eine Reduktion um 5 Gramm täglich könnte das Schlaganfallrisiko um 23 Prozent und das Herz-Kreislauf-Risiko um 17 Prozent senken. 80 Prozent der Salzaufnahme stammen dabei aus verarbeiteten Lebensmitteln wie Brot, Wurst und Käse.

In Bezug auf den Glukosestoffwechsel zeigen Beobachtungen, dass die Reihenfolge der Lebensmittelaufnahme den Blutzuckeranstieg um bis zu 73 Prozent dämpfen kann, wenn Gemüse vor den Kohlenhydraten verzehrt wird.

Auch ein kurzer Spaziergang von 10 bis 30 Minuten nach dem Essen trägt zur Glättung von Glukosespitzen bei. Gemäß der ESC-Leitlinie 2024 wird ein Blutdruck bis 120/70 mmHg als normal eingestuft; ab Werten von 140/90 mmHg liegt eine Hypertonie vor, die meist eine sofortige medikamentöse Behandlung erfordert.

Disclaimer...

de | wissenschaft | 70140267 |