Kenia, Power

Kenia Power: 1.500 Mitarbeiter umgeschult, alle Schalter bis Juni 2027 zu

09.06.2026 - 08:30:12 | boerse-global.de

Der staatliche Stromversorger schließt bis Juni 2027 alle physischen Schalter und schult 1.500 Mitarbeiter um.

Kenia Power schließt alle Zahlungsschalter bis 2027
Kenia - A smartphone displaying a digital utility bill with a blurred background of modern architecture and subtle electric current designs. 09.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Kenia Power schließt bis 2027 alle Zahlungsschalter – 1.500 Mitarbeiter werden umgeschult.

Der staatliche Stromversorger Kenia Power treibt die Digitalisierung massiv voran. Wie CEO Dr. Jeremiah Kiplagat am Montag bestätigte, werden bis Juni 2027 sämtliche physischen Zahlungsschalter in den Kundenzentren geschlossen. Grund dafür ist ein drastischer Wandel im Kundenverhalten: Rund fünf Millionen Transaktionen laufen bereits monatlich digital über die MyPower-App oder die USSD-Plattform *977#. Die Besucherzahlen an den Schaltern sind um 70 Prozent eingebrochen.

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Drei Phasen bis zur Schalterlosigkeit

Der Umbau erfolgt in Etappen. Noch in diesem Monat werden die Standorte Nyeri, Thika und Kisii umgestellt. Bis Dezember folgen Nakuru, Eldoret und Kisumu. Den Abschluss bilden im Juni 2027 die Hauptstadt Nairobi und die Küstenmetropole Mombasa.

Die rund 1.500 betroffenen Mitarbeiter sollen nicht entlassen werden. Unter dem Motto „Twende Digital" („Lasst uns digital gehen") startet das Unternehmen ein Umschulungsprogramm. Die Beschäftigten werden künftig in anderen Bereichen eingesetzt. Parallel führt Kenia Power intelligente Stromzähler und eine OCR-basierte Technologie zur Selbstablesung ein.

Systemwechsel auch in den USA

Auch in anderen Teilen der Welt vollzieht sich der Wandel – wenn auch mit Zwischenlösungen. In Hot Springs, Arkansas, stellt der kommunale Versorger sein Abrechnungssystem um. Vom 17. bis 28. Juli 2026 sind während der Migration von der alten Tyler/New-World-Plattform auf das neue BS&A-System keine Online-Zahlungen möglich. Kunden müssen dann bar oder per Scheck zahlen. Die rund 20.000 Daueraufträge laufen jedoch ungestört weiter.

Argentinien geht einen anderen Weg: In La Plata führte die Stadtverwaltung mit dem Dekret 583/2026 das „Domicilio Electrónico Municipal" ein. Diese digitale Adresse soll Verwaltungsprozesse vereinfachen – beginnend mit der Verlängerung von Taxilizenzen, später auch für Gewerbe- und Baugenehmigungen.

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Schattenseiten der Digitalisierung

Doch die Umstellung bringt auch neue Probleme mit sich. In Maryland gilt seit Januar 2026 ein Gesetz, das Steuerversteigerungen von selbstgenutzten Immobilien erst ab einer Mindestschuld von 1.000 Dollar erlaubt. In Washington County führt die fehlende automatische Verknüpfung zwischen Stadt- und Bezirksregistern zu enormem Aufwand: Mitarbeiter benötigen rund 20 Stunden, um säumige Konten manuell zusammenzustellen. Eine Online-Ergänzungsversteigerung ist für Ende Juli geplant.

Noch gravierender ist die Zunahme von Betrugsfällen. Im Lake County, Florida, warnen Behörden vor gefälschten Rechnungen, die angeblich von Drittanbietern stammen. Die Betrüger setzen dabei auf KI-generierte Schreiben, die täuschend echt aussehen. Die Behörden stellen klar: Offizielle Rechnungen werden niemals über externe Dienstleister versendet. Kunden sollten vor jeder Zahlung die E-Mail-Domain des Absenders prüfen.

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