Karriere-Sorge, Jungen

Karriere-Sorge: 50% der Jungen fürchten KI-Ersatz ihrer Jobs

18.06.2026 - 22:07:50 | boerse-global.de

Der Markt für Karrierewechsel boomt mit spezialisierten Angeboten, während KI den Arbeitsmarkt umwälzt und psychische Gesundheit wichtiger wird.

Berufliche Neuorientierung: Neue Nischen-Formate und KI-Wandel
Karriere-Sorge - Eine Gruppe Erwachsener in einem modernen Büro nimmt an einer Karriere-Coaching-Sitzung teil und diskutiert berufliche Wege. 18.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Immer mehr Anbieter setzen auf Nischen-Formate, die auf bestimmte Zielgruppen zugeschnitten sind. Von Coaching im Urlaub bis zur Teilzeit-Ausbildung – die Möglichkeiten werden vielfältiger.

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Coaching für Mütter und Erholungssuchende

Tanja Jakob hat sich auf Frauen spezialisiert. Sie unterstützt Mütter beim Wiedereinstieg nach der Elternzeit und bei Bewerbungen in Teilzeit. Digitale Selbstcoaching-Tools und Blog-Beiträge zu familienfreundlichen Arbeitgebern ergänzen ihr Angebot.

Ein ganz neues Konzept kommt aus Gleisweiler in der Pfalz. Ab Sommer 2026 können Berufstätige dort tägliche Coaching-Einheiten zur Neuorientierung mit einem Urlaub verbinden. Dr. Michael und Christine Klein leiten das Format.

Das etablierte Profiling Institut setzt dagegen auf Wissenschaft. Seit 2008 arbeitet es mit psychometrischer Diagnostik an bundesweit sieben Standorten. Ziel ist es, Strategiekompetenz und Marktwissen zu vermitteln.

IT-Umschulungen werden praxisnäher

Die GFN GmbH reagiert auf den Fachkräftemangel. Sie hat ihre IT-Umschulungen um projektbasierte Formate ergänzt. Teilnehmer arbeiten in einer Projektfirma und dokumentieren ihre Ergebnisse. Ab 2027 soll dieses Modell auch auf kaufmännische Bereiche ausgeweitet werden.

Zusätzlich plant das Unternehmen ab Januar 2027 eine verstärkte sozialpädagogische Betreuung für angehende Fachinformatiker. Die Maßnahmen sind in der Regel über Bildungsgutscheine der Agentur für Arbeit oder der Jobcenter förderbar.

Auch die Teilzeitausbildung gewinnt an Bedeutung. Nach dem Berufsbildungsgesetz ist sie bei Gründen wie Kinderbetreuung oder Pflege möglich. Bisher wird sie fast ausschließlich von Frauen genutzt – etwa für Abschlüsse in der Lagerlogistik. Die Ausbildungsdauer verlängert sich entsprechend.

Politik diskutiert über Frauenarmut und Gleichstellung

Die strukturelle Benachteiligung von Frauen steht im Zentrum politischer Debatten. Auf der Gleichstellungs- und Frauenministerkonferenz am 18. und 19. Juni 2026 in Dresden beraten die Ministerinnen über Anträge zur Bekämpfung von Frauenarmut. Auch die Umsetzung der EU-Entgelttransparenzrichtlinie steht auf der Agenda. Thüringen bringt zudem Initiativen zur finanziellen Entlastung Alleinerziehender ein.

In Baden-Württemberg fordert Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut eine höhere Vollzeitquote bei Frauen. Im Land arbeitet etwa die Hälfte der Frauen in Teilzeit, bei Männern sind es nur 15 Prozent. Branchenexperten betonen: Eine gesteigerte Gleichstellung könnte die Wirtschaftsleistung erheblich erhöhen. Voraussetzung sei jedoch ein konsequenter Ausbau der Ganztagskinderbetreuung.

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KI verändert den Arbeitsmarkt massiv

Der technologische Wandel beeinflusst die Karriereplanung junger Menschen enorm. Laut einer Jugendstudie aus dem Jahr 2026 erwarten über 50 Prozent der 14- bis 29-Jährigen, dass einfache Tätigkeiten durch Künstliche Intelligenz ersetzt werden. Der Anteil der Unternehmen, die KI einsetzen, stieg von 41 Prozent im Jahr 2025 auf aktuell 54 Prozent. Viele junge Menschen sorgen sich daher um einen Kompetenzverlust.

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) schätzt, dass in den kommenden 15 Jahren rund 1,6 Millionen Arbeitsplätze vom technologischen Wandel betroffen sein könnten.

Psychische Gesundheit rückt in den Fokus

Neben dem technologischen Druck gewinnt die psychische Gesundheit an Bedeutung. Umfragen unter IT-Fachkräften zeigen eine steigende psychische Belastung. Der Bedarf an präventiven Maßnahmen und spezialisierten Jobcoaches wächst. Diese unterstützen besonders Gruppen mit Vermittlungshemmnissen – etwa Menschen mit Behinderungen oder Migrationshintergrund. Sie helfen bei der Identifikation von Karrierehemmnissen und der langfristigen beruflichen Eingliederung.

de | wissenschaft | 69576604 |