Kalziumpräparate: Studie warnt vor 10% erhöhtem Herzinfarkt-Risiko
01.06.2026 - 07:03:22 | boerse-global.deAktuelle Studien und Warnungen von Verbraucherschützern zeigen: Nicht alles, was natürlich klingt, ist auch sicher.
Kalzium-Tabletten erhöhen Risiko für Herzpatienten
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Eine im April 2026 im Journal of the American Heart Association veröffentlichte Studie sorgt für Aufsehen. Die Forscher untersuchten mehr als 35.000 Herzpatienten mit einem Durchschnittsalter von 77 Jahren. Das Ergebnis: Die Einnahme von Kalziumpräparaten war mit einem rund zehn Prozent höheren Risiko für einen zweiten Herzinfarkt oder Schlaganfall verbunden.
Besonders kritisch: Die höchste Gefahr bestand bei einer täglichen Dosis von 1.000 Milligramm. Männer scheinen stärker betroffen zu sein als Frauen. Interessant ist ein Detail der Studie: Die gleichzeitige Einnahme von Vitamin D könnte den negativen Effekt abschwächen. Die Deutsche Herzstiftung empfiehlt Betroffenen dennoch, vor der Einnahme von Kalziumpräparaten unbedingt eine individuelle Nutzen-Risiko-Abwägung mit dem Arzt zu treffen.
Magnesium als natürlicher Blutdrucksenker
Ganz anders sieht die Lage bei Magnesium aus. Die Gesellschaft für Magnesium-Forschung hebt hervor, dass das Mineral als natürlicher Kalzium-Antagonist wirkt und den Blutdruck senken kann. Klinische Beobachtungen zeigen: Eine tägliche Dosis von 360 Milligramm Magnesium kann den diastolischen Blutdruck um rund 10 mmHg reduzieren.
Für Bluthochdruck-Patienten empfehlen Experten eine Dosierung zwischen 300 und 600 Milligramm täglich. Besonders sinnvoll ist die Einnahme für Patienten, die Diuretika einnehmen – diese Medikamente entziehen dem Körper häufig Magnesium. Allerdings gilt eine Warnung: Menschen mit eingeschränkter Nierenfunktion sollten vorsichtig sein. Extrem hohe Dosen über 2.500 Milligramm pro Tag können zu schweren Komplikationen wie Lähmungen führen.
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Gefährliche Überdosierung: Ashwagandha und Peptide
Die Verbraucherzentrale NRW schlug im April 2026 Alarm. Bei einem Marktcheck entdeckten die Prüfer Ashwagandha-Produkte in Deutschland, deren Tagesdosis bis zu 6.000 Milligramm betrug. Das liegt weit über den Höchstgrenzen, die in anderen europäischen Ländern gelten. In einigen Fällen waren die Withanolid-Konzentrationen sogar 15-mal höher als empfohlen.
Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) rät daher vom Verzehr von Ashwagandha ab. Die Begründung: 12 gemeldete Fälle von Leberschäden in den Niederlanden und fehlende verbindliche Höchstdosierungen in Deutschland. Ähnlich kritisch sehen Experten den sogenannten „Wolverine-Stack". Dabei handelt es sich um nicht zugelassene Peptide wie BPC-157 und TB-500. Diese Substanzen wurden nie in klinischen Studien am Menschen getestet. Die Risiken reichen von möglicher Krebsförderung bis hin zu Verunreinigungen mit Schwermetallen oder Bakterien.
Moderne Medizin senkt Risiken drastisch
Doch es gibt auch gute Nachrichten. Neue Daten, die auf dem Kongress der Europäischen Atherosklerose-Gesellschaft in Athen vorgestellt wurden, zeigen das Potenzial frühzeitiger Intervention. Eine Studie des Imperial College London mit über 100.000 Teilnehmern ergab: Der frühe Einsatz niedrig dosierter Statine bei Menschen mit geringem Risiko senkt die Zahl der Herzinfarkte und Schlaganfälle um 25 Prozent.
Eine weitere Studie aus dem Jahr 2025 im Journal of the American College of Cardiology (JACC) betont: Bis zu 99 Prozent der kardiovaskulären Risiken sind vermeidbar. Entscheidend ist die Kontrolle von Blutdruck (ab 120/80), Cholesterin (ab 200 mg/dl) und Blutzucker.
Moderne Medikamente leisten dabei einen wichtigen Beitrag:
- GLP-1-Agonisten: Semaglutid senkt das kardiovaskuläre Risiko um 14 Prozent.
- SGLT2-Hemmer: Diese Mittel senken die Sterblichkeit beim Takotsubo-Syndrom von 13,6 auf 8,1 Prozent.
- Blutdruck-Kombipräparate: Fixkombinationen wie Caramlo (Amlodipin und Candesartancilexetil) oder Telmisartan mit Hydrochlorothiazid ermöglichen eine zuverlässige Blutdruck kontrollle mit nur einer Tablette täglich.
Experten betonen zudem die Bedeutung bewährter Maßnahmen: magensaftresistente Acetylsalicylsäure (ASS) für Patienten mit Thrombose-Risiko und die mediterrane Ernährung für ältere Patienten, um Muskelmasse und Lebensqualität zu erhalten.
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