Kalium bei Bluthochdruck: Facharbeit empfiehlt bis zu 4700 Milligramm täglich
Veröffentlicht am: 03.11.2026 um 15:48 Uhr | Redaktion boerse-global.deÖffentliche Ernährungsempfehlungen zur Bekämpfung von Bluthochdruck sollten nach Ansicht von Forschenden grundlegend überarbeitet werden. In einer im American Journal of Clinical Nutrition erschienenen Übersichtsarbeit unter der Erstautorin Naomi Fukagawa von der University of Vermont wird gefordert, eine gleichzeitige Natriumreduktion und eine erhöhte Kaliumzufuhr künftig als gleichrangige Maßnahmen zu behandeln. Die Wissenschaftlerin plädiert in diesem Zusammenhang für eine ganzheitliche Betrachtung ernährungsbezogener Interventionen.
Bluthochdruck stellt eine globale gesundheitliche Belastung dar: Nach Angaben im American Journal of Clinical Nutrition betrifft Hypertonie weltweit über 1,28 Milliarden Erwachsene im Alter von 30 bis 79 Jahren und gilt als wesentlicher Treiber von Herzinfarkten und Schlaganfällen. Laut den beteiligten Autoren liegt die Kaliumzufuhr sowohl in Industrie- als auch in Entwicklungsländern derzeit weit unter dem optimalen Niveau.
Gegensätzliche Wirkmechanismen im Gefäßsystem
Die biologischen Mechanismen beider Mineralstoffe im Körper stehen in direkter Wechselwirkung zueinander. Wie in der Übersichtsarbeit dargelegt wird, wirken Natrium und Kalium gegensätzlich auf den Blutdruck: Ein Überschuss an Natrium führt dazu, dass der Körper vermehrt Flüssigkeit zurückhält, was den Gefäßdruck steigert. Kalium hingegen unterstützt die Nieren dabei, überschüssiges Natrium effektiv auszuscheiden, und trägt zur Entspannung der Blutgefäße bei.
Trotz der neuen Schwerpunktsetzung auf eine gesteigerte Kaliumaufnahme betonen die Autoren des Berichts, dass die Reduktion von Natrium weiterhin ein essenzieller Bestandteil der Blutdruckkontrolle bleibt.
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Zufuhrmengen und empfohlene Lebensmittel
Bestehende Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sehen eine Begrenzung der Natriumaufnahme auf maximal 2000 Milligramm pro Tag sowie eine Kaliumzufuhr von mindestens 3500 Milligramm pro Tag vor. Die im Fachjournal veröffentlichte Arbeit geht bei der Kaliumversorgung noch weiter und empfiehlt eine Zufuhr von mindestens 3500 bis 4700 Milligramm pro Tag.
Um diesen Bedarf zu decken, verweist der Bericht auf eine Vielzahl natürlicher Kaliumquellen. Genannt werden insbesondere:
- Obst und Gemüse, darunter Bananen, Orangen, Blattgemüse, Brokkoli und Avocados
- Kartoffeln und Hülsenfrüchte
- Milchprodukte sowie Fisch
Salzersatz und medizinische Vorsichtsmaßnahmen
Neben natürlichen Nahrungsmitteln stehen auch kaliumbasierte Salzersatzprodukte zur Verfügung. Der Bericht merkt hierbei jedoch an, dass solche Produkte einen metallischen Geschmack erzeugen können, den die Hersteller vermeiden müssten, um eine breitere Akzeptanz zu erreichen.
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Zudem birgt eine unkontrollierte Kaliumzufuhr für bestimmte Patientengruppen gesundheitliche Risiken: Menschen mit Nierenerkrankungen sowie Personen, die bestimmte Herz- oder Blutdruckmedikamente einnehmen, sollten Kaliumpräparate und Salzersatzprodukte nur nach ärztlicher Rücksprache verwenden, um eine gefährliche Hyperkaliämie zu vermeiden.
Die publizierte Arbeit stellt eine Übersichtsarbeit und keine neue klinische Studie dar. Unterstützt wurde das Projekt durch das industriefinanzierte Komitee für Natrium in Lebensmitteln und gesundheitliche Auswirkungen (Sodium in Food and Health Implications Committee) des International Advisory Food and Nutrition Science (IAFNS).
