Kalifornien, Gesetz

Kalifornien: Gesetz AB 2244 schafft Siegel für nicht-ultraverarbeitete Lebensmittel

Veröffentlicht am: 29.09.2026 um 15:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Gouverneur Newsom unterzeichnet AB 2244; Zertifizierung und Händlerpräsentation folgen nach festgelegten Kriterien.

Kalifornien schafft staatliches Siegel für weniger verarbeitete Lebensmittel
Frisches, unbehandeltes Gemüse auf einem Holztisch bei natürlichem Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Im US-Bundesstaat Kalifornien wurde mit der Unterzeichnung des Gesetzes AB 2244 durch Gouverneur Gavin Newsom die Grundlage für das erste staatlich unterstützte Siegel für nicht-ultraverarbeitete Lebensmittel (UPF) geschaffen.

Die Initiative ermöglicht es Herstellern, auf freiwilliger Basis eine Zertifizierung für Produkte zu beantragen, sofern diese den bereits im Jahr 2025 festgelegten kalifornischen UPF-Kriterien entsprechen.

Die Einführung des Siegels mit der Bezeichnung „Non-Ultraprocessed Certified“ markiert eine Ausweitung der Bemühungen des Bundesstaates, Transparenz im Bereich industriell verarbeiteter Nahrungsmittel zu schaffen.

Das Zertifizierungsverfahren und seine Kriterien

Die Aufsicht über das neue Zertifizierungsverfahren obliegt dem kalifornischen Gesundheitsministerium. Die Behörde ist damit beauftragt, bis spätestens zum 1. Juni 2029 Drittanbieter zu akkreditieren, welche die eigentliche Prüfung der Produkte vornehmen.

Für Unternehmen, die das Siegel führen möchten, ist eine regelmäßige Überprüfung vorgesehen: Zertifizierte Lebensmittel müssen mindestens alle drei Jahre rezertifiziert werden, um den Status beibehalten zu dürfen.

Der Ausschluss von der Zertifizierung folgt strengen Richtlinien hinsichtlich der Zusammensetzung. Produkte, die bestimmte Farb- und Geschmacksstoffe, Nicht-Zucker-Süßstoffe oder spezifische Verarbeitungshilfen zur Veränderung von Geschmack oder Qualität enthalten, sind von der Vergabe des Siegels ausgeschlossen. Das Gesetz zielt damit darauf ab, Lebensmittel hervorzuheben, die einen geringen industriellen Verarbeitungsgrad aufweisen.

Anzeige

Wer sich mit dem Thema Lebensmittelqualität befasst, erkennt schnell, dass versteckte Zusätze oft tiefgreifende Auswirkungen auf den Körper haben können. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt Ihnen, wie Sie stille Entzündungen durch die richtige Auswahl natürlicher Lebensmittel effektiv bekämpfen. Die 12 stärksten Entzündungs-Killer jetzt kostenlos entdecken

Anforderungen an den Handel und gesetzlicher Kontext

Die Neuregelung sieht zudem Verpflichtungen für den Einzelhandel vor. Lebensmittelgeschäfte sind demnach angehalten, zertifizierte Produkte gut sichtbar zu präsentieren. Konkrete Vorgaben gelten für Händler, die mehr als 25 zertifizierte Produkte führen und einen Jahresumsatz von über 10 Millionen US-Dollar erzielen. Diese Unternehmen müssen die entsprechenden Artikel in ihren Geschäftsräumen explizit hervorheben.

Politisch stützte sich das Vorhaben auf eine breite Basis. Das Gesetz AB 2244 passierte die gesetzgebenden Kammern mit deutlicher Zustimmung; im Senat wurde ein Ergebnis von 32 zu 0 Stimmen verzeichnet, während die Assembly mit 72 zu 0 Stimmen votierte.

Die Initiative baut auf dem Gesetz AB 1264 aus dem Jahr 2025 auf. Dieses hatte erstmals eine gesetzliche Definition für ultraverarbeitete Lebensmittel in Kalifornien festgelegt und ein Verfahren implementiert, um als schädlich eingestufte Produkte aus der Verpflegung an Schulen auszuschließen.

Anzeige

Was haben industrielle Verarbeitungshilfen und ständige Müdigkeit gemeinsam? Die Antwort liegt oft in der Ernährung, wie dieser kostenlose Leitfaden anschaulich erklärt. Kostenlosen Ratgeber für antientzündliche Ernährung anfordern

Gesundheitliche Hintergründe und Kritik aus der Fachwelt

Der Fokus auf eine Reduzierung von UPF-Konsum basiert unter anderem auf wissenschaftlichen Erkenntnissen. Eine Studie, in die Daten von mehr als 8 Millionen Menschen einflossen, identifizierte Zusammenhänge zwischen einem hohen Konsum ultraverarbeiteter Lebensmittel und verschiedenen gesundheitlichen Risiken.

Trotz der politischen Zustimmung gibt es fachliche Bedenken hinsichtlich der Methodik. Die Organisation „Non-UPF Verified“ kritisierte, dass der Zertifizierungsansatz die eigentlichen Verarbeitungsmethoden nicht ausreichend berücksichtige. Auch das Institute of Food Technologists äußerte Warnungen.

Demnach könnten UPF-Klassifikationen dazu führen, dass auch nährstoffreiche Lebensmittel wie Vollkornbrot, Joghurt, angereicherte Cerealien sowie Säuglingsnahrung und medizinische Ernährung als ultraverarbeitet eingestuft werden. Zudem wies das Institut darauf hin, dass unterschiedliche Regelungen in einzelnen Bundesstaaten einen regulatorischen Flickenteppich erzeugen könnten.

Auf Bundesebene in den USA ist die Entwicklung ebenfalls in Bewegung. Die Lebensmittelüberwachungsbehörde FDA und das Landwirtschaftsministerium USDA arbeiten an einer einheitlichen Definition für das gesamte Bundesgebiet. Die FDA hat die Erarbeitung dieser Definition als eine ihrer Prioritäten für das Jahr 2026 deklariert.

Disclaimer...

de | wissenschaft | 70198711 |