Kaffeesatz: Korea entwickelt Verfahren für Biokohle-Umwandlung
Veröffentlicht: 18.07.2026 um 04:48 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Der hohe Stickstoffgehalt macht das braune Pulver zum wertvollen Dünger. Es fördert die Humusbildung und verbessert die Bodenbelüftung. Für die private Nutzung gibt es klare Dosierungsempfehlungen: Ein Teelöffel reicht für kleine Pflanztöpfe, ein Esslöffel für mittlere Gefäße. Große Kübel vertragen zwei bis drei Esslöffel.
Flüssigdünger aus der Küche
Eine Alternative ist der sogenannte Kaffeesatztee. Dafür werden 200 Gramm des Materials in zehn Litern Wasser angesetzt. Nach 24 bis 48 Stunden entsteht eine nährstoffreiche Flüssigkeit. Sie wird im Verhältnis 1:5 bis 1:10 verdünnt als Flüssigdünger ausgebracht.
Wer kompostiert, sollte den Kaffeesatzanteil bei maximal 10 bis 15 Prozent halten. Vorsicht ist bei Setzlingen sowie kalkliebenden Pflanzen wie Kakteen und Sukkulenten geboten – hier raten Experten vom Einsatz ab.
Industrie entdeckt den Kaffeesatz
Die stoffliche Verwertung erreicht inzwischen industriellen Maßstab. Auf der 4. China International Supply Expo Mitte Juli wurden Verfahren vorgestellt, die Kaffeesatz in Fulvosäure-Dünger verwandeln. Noch einen Schritt weiter geht die Herstellung biologisch abbaubarer Mulchfolien. Sie kommen bereits in der chinesischen Provinz Hubei beim Reisanbau und in Gansu beim Kartoffelanbau zum Einsatz.
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Forscher des Korea Institute of Geoscience and Mineral Resources (KIGAM) präsentierten zudem ein Verfahren, das nassen Kaffeesatz mittels Dampfexplosion in Biokohle umwandelt. Der Kohlenstoffgehalt und Heizwert steigen, der Schwefelgehalt sinkt. Die Methode gilt als zukunftsweisend für die Behandlung feuchter organischer Abfälle.
Geruchsneutralisierung und Risiken
Neben der Düngewirkung bindet trockener Kaffeesatz Feuchtigkeit und neutralisiert unangenehme Gerüche – etwa in Schuhen oder offenen Gefäßen.
Doch Vorsicht bei feuchten Resten in geschlossenen Systemen: Verbleibende Restfeuchte in Kaffeepressen kann Gärprozesse auslösen. Hefen und Bakterien produzieren dann Kohlenstoffdioxid. In luftdichten Behältern entsteht Druck, der zu Glasbruch führen kann. Fachleute empfehlen daher sofortige Reinigung und trockene Lagerung.
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Natürliche Dünger im Test
Die Wirkung organischer Dünger belegen auch Vergleichstests. Bei Tomatenpflanzen zeigte sich: Regelmäßige Nährstoffgaben wie Brennnesseljauche steigern Wachstum und Blütenbildung signifikant. Um die bei Zersetzungsprozessen entstehenden Gerüche zu minimieren, setzen Gärtner auf Gesteinsmehl.
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