Kaffeeduft, Studie

Kaffeeduft: Studie belegt messbaren Entspannungseffekt im EEG

Veröffentlicht am: 15.09.2026 um 12:34 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine Studie mit 20 jungen Erwachsenen zeigt nach Kaffeegeruch weniger Anspannung und veränderte EEG-Werte, jedoch keine Herz-Kreislauf-Reaktion.

Kaffeearoma beeinflusst Wohlbefinden und EEG-Entspannung
Nahaufnahme von gerösteten Kaffeebohnen und einem Lavendelzweig auf einem hellen Holztisch in weichem Morgenlicht. Illustration mit AI erstellt.

Der Duft von frisch gebrühtem Kaffee gilt im Alltag vieler Menschen als vertrautes Ritual. Welche messbaren Effekte das reine Kaffeearoma auf die Psyche und die neuronale Aktivität haben kann, untersuchten Wissenschaftler der Showa Pharmaceutical University in Tokio in einer im Fachjournal „Nutrients“ publizierten Untersuchung.

Die zugrunde liegenden Experimente wurden im Zeitraum von März 2024 bis März 2026 durchgeführt. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die olfaktorische Wahrnehmung von Kaffee das subjektive Wohlbefinden und bestimmte Hirnstrommuster positiv beeinflussen kann.

Messbare Veränderungen bei Hirnströmen und Befinden

Im Rahmen der Untersuchung analysierten die Forscher der Showa Pharmaceutical University Tokio eine Gruppe von 20 gesunden jungen Erwachsenen, darunter zwölf Frauen und acht Männer im Alter von 20 bis 29 Jahren. Die Probanden rochen über einen Zeitraum von fünf Minuten frisch gebrühten Kaffee aus einem Abstand von 50 Zentimetern.

Nach dieser Exposition erfassten die Wissenschaftler verschiedene psychologische und physiologische Parameter. Bei den Testpersonen sanken die Werte für Anspannung, Angst, Müdigkeit, Verwirrtheit und Niedergeschlagenheit messbar ab. Parallel dazu zeigte die Auswertung der Gehirnaktivität eine Zunahme der Entspannung: Der über die Elektroenzephalografie ermittelte EEG-Entspannungsindex stieg infolge des Aromas von 0,74 auf 0,78 an.

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Keine Veränderungen bei kardiovaskulären Werten

Trotz der registrierten Entspannungseffekte im EEG und der subjektiven Verbesserung des Befindens spiegelte sich die Wirkung des Kaffeedufts nicht in allen physiologischen Messgrößen wider.

Die Erhebungen der Showa Pharmaceutical University ergaben, dass sowohl die Herzfrequenz als auch die Herzfrequenzvariabilität der teilnehmenden Personen keine signifikanten Unterschiede vor und nach dem Experiment aufwiesen. Eine vegetative Reaktion des Herz-Kreislauf-Systems blieb somit aus.

Methodische Einschränkungen der aktuellen Daten

Für die Einordnung der Ergebnisse sind die methodischen Rahmenbedingungen der Versuchsreihe wesentlich. Wie aus den Berichten hervorgeht, umfasste die Studie lediglich eine kleine Stichprobe von 20 Probanden einer engen Altersgruppe.

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Zudem wies der Versuchsaufbau der Showa Pharmaceutical University weder eine gesonderte Kontrollgruppe noch eine alternative Kontrollbedingung auf, bei der etwa ein neutraler Geruch oder eine geruchsfreie Umgebung als Vergleich herangezogen wurde.

Die Ergebnisse liefern Hinweise darauf, wie spezifische Aromen die mentale Erholung und neuronale Zustände beeinflussen können. Für verallgemeinerbare Aussagen über die Mechanismen und die Tragfähigkeit des Effekts im Alltag bedarf es jedoch weiterer Forschungsarbeiten unter Einbeziehung standardisierter Kontrollszenarien.

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de | wissenschaft | 70104759 |