Kaffee, Gehirn

Kaffee schützt das Gehirn: Studie mit 131.000 Teilnehmern

Veröffentlicht: 11.07.2026 um 13:09 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Bayern erwartet bis 2060 einen Anstieg der Demenzfälle auf 340.000. Neue Studien setzen auf Früherkennung per Smartwatch, Tablet-Tests und innovative Hirnscanner.

Demenz-Prävention: Neue Techniken zur Früherkennung in Bayern
Nahaufnahme eines Tablets mit einer Gehirnscan- oder kognitiven Testoberfläche, gehalten von Händen in einem medizinischen Umfeld. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Prognosen zufolge könnte sie von aktuell rund 200.000 auf bis zu 340.000 Fälle bis 2060 klettern. In München wäre dann 1,7 Prozent der Bevölkerung betroffen. Die Forschung setzt daher verstärkt auf Früherkennung – mit Smartwatches, Tablet-Tests und neuen Hirnscannern.

Smartwatch statt Arztpraxis

Samsung und die University of California haben eine Studie mit 1.000 Teilnehmern zwischen 40 und 89 Jahren gestartet. Die sogenannte TAH-DA-Studie nutzt Smartwatches und Tablets, um Vitaldaten wie Herzfrequenz, Blutdruck und Sauerstoffsättigung zu erfassen. Ein Jahr lang sammeln die Geräte Daten im Alltag der Probanden.

Ziel ist die Entwicklung digitaler Biomarker. Die Forscher wollen herausfinden, ob sich kognitive Veränderungen anhand dieser Messwerte frühzeitig erkennen lassen. Die ortsunabhängige Datenerfassung über eine digitale Plattform macht die Untersuchung besonders alltagstauglich.

Gedächtnis-Check in der Apotheke

Nicht jeder will oder kann regelmäßig zum Arzt. In München gibt es deshalb ein Pilotprojekt der Ludwig-Maximilians-Universität: 14 Apotheken bieten einen halbstündigen Gedächtnis-Check für Menschen ab 60 Jahren an.

Das Verfahren arbeitet mit Tablet-basierten Symbol-Zuordnungen und Fragebögen. Bisher liegen Ergebnisse von 167 Teilnahmen vor. Das Projekt wird vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit gefördert. Parallel dazu bietet die Seniorenschule EULE, die 2026 ihr 25-jähriges Bestehen feiert, Gedächtnistraining für ältere Menschen an.

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Hirnscanner ohne Röhre

Am LMU Klinikum München kommt ein besonderer PET-Scanner zum Einsatz. Das System namens NeuroLF verzichtet auf die beengende Röhrenform und erinnert eher an einen Friseursessel. Es spürt Amyloid-Ablagerungen im Gehirn auf – ein charakteristisches Merkmal für Alzheimer.

Die Früherkennung ermöglicht den rechtzeitigen Einsatz von Medikamenten. Patienten können dann beispielsweise monoklonale Antikörper erhalten, die über bis zu 18 Monate per Infusion verabreicht werden. Der Scanner hilft zudem bei der Diagnose von Hirntumoren, Epilepsie und Parkinson.

Kaffee schützt das Gehirn

Eine Langzeitstudie mit über 131.000 Teilnehmern über 43 Jahre liefert spannende Erkenntnisse: Moderater Kaffee- oder Teekonsum kann das Demenzrisiko um bis zu ein Fünftel senken. Die optimale Dosis liegt bei zwei bis drei Tassen täglich. Koffeinfreier Kaffee zeigt dagegen keinen Schutzeffekt.

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Auch Nahrungsergänzungsmittel stehen im Fokus. Eine Studie vom Mai 2026 beobachtete bei Jugendlichen eine verbesserte Aufmerksamkeit durch die Kombination von L-Theanin und Koffein. Das Bundesinstitut für Risikobewertung stuft eine Einzeldosis von bis zu 3 mg Koffein pro Kilogramm Körpergewicht bei Minderjährigen als unbedenklich ein. Höhere Mengen können Herzrasen oder Schlafstörungen auslösen.

Spielen mit Köpfchen

Eine Studie der KL Krems mit über 3.800 Teilnehmern zeigt: Nicht die reine Spielzeit an digitalen Geräten entscheidet über die kognitive Leistungsfähigkeit. Entscheidend ist, ob eine manifeste Internet-Gaming-Störung vorliegt. Die Forschung liefert eine überraschende Erkenntnis: Strategie- und Rollenspiele sind mit besseren kognitiven Fähigkeiten assoziiert. Bei Shootern steigt dagegen das Risiko für eine Suchtentwicklung.

Magnetische Stimulation gegen Depressionen

In Malaysia ist ein neues Verfahren zur Behandlung psychischer Erkrankungen registriert. Die ExoTMS-Technologie nutzt gezielte magnetische Hirnstimulation gegen Depressionen, Angstzustände und Zwangsstörungen.

Die ersten klinischen Beobachtungen sind vielversprechend: Die meisten Patienten berichten von einer verbesserten mentalen Verfassung und weniger Stress. Zudem gibt es Hinweise auf eine unterstützende Wirkung bei der Gewichtsreduktion – offenbar stärkt die Stimulation die Selbstkontrolle und mindert Essgelüste. Die durchschnittliche Gewichtsabnahme lag bei über zwei Kilogramm.

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