Stromausfall-Vorsorge: BBK empfiehlt 20 Liter Wasser pro Person
Veröffentlicht: 11.07.2026 um 13:04 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Während Bund und Länder die kritische Infrastruktur widerstandsfähiger machen, rücken Experten die Eigenverantwortung der Haushalte in den Fokus.
Gesetz sichert Stromversorgung nach Kohleausstieg
Der Bundestag hat das Stromversorgungssicherheitsgesetz (StromVKG) verabschiedet. Es soll die Netzstabilität auch nach dem Kohleausstieg garantieren. Dafür setzt die Regierung auf wasserstofffähige Gaskraftwerke, den Ausbau von Batteriespeichern und das Pooling kleinerer Energieanlagen.
Die Kommunen ziehen nach. In Rheinland-Pfalz betonte Innenminister Ebling den Schutz zentraler Einrichtungen – Details nannte er aus Sicherheitsgründen nicht. Die Verbandsgemeinde Asbach hält für ihre rund 24.000 Einwohner vier Notstromerzeuger vor. Auch die Feuerwehren bereiten Einsatzpläne vor, die kurz nach einem Stromausfall greifen sollen.
Ein besonderer Fokus liegt auf der Wasserversorgung. Die Stadtwerke Heilbronn setzen Diesel-Notstromaggregate für ihre Pumpwerke ein. Damit wollen sie die Trinkwasserversorgung über die gesetzlich geforderten 72 Stunden hinaus sichern. Ein Testlauf im Pumpwerk Frankenbach bestätigte die Einsatzbereitschaft unter Volllast.
Was Haushalte für den Notfall bereithalten sollten
Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) rät Bürgern zu einer umfassenden Eigenvorsorge. Ziel: mehrere Tage autark überbrücken können. Zentral ist die Bevorratung von Trinkwasser – zwei Liter pro Person und Tag. Für zehn Tage entspricht das 20 Litern pro Haushaltsmitglied.
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Die empfohlene Grundausstattung umfasst:
- Haltbare Lebensmittel für mindestens zehn Tage
- Lichtquellen wie Taschenlampen, Kerzen oder Campinglampen
- Ein batterie- oder kurbelbetriebenes Notfallradio (UKW/DAB+)
- Wärmequellen wie Decken oder Kaminöfen
- Hygieneartikel, Medikamente und Bargeld
Der Bevölkerungsschutztag im Main-Kinzig-Kreis unterstrich: Persönliche Vorbereitung ist ein wesentlicher Pfeiler des Gesamtsystems. Landrat Stolz verwies auf die Bedeutung von Information und ehrenamtlichem Engagement.
Speicher machen Balkonkraftwerke krisenfest
Moderne Speichertechnologien bieten neue Möglichkeiten für den Notfall. Herkömmliche Balkonkraftwerke schalten sich bei einem Netzausfall aus Sicherheitsgründen ab. Neuere Systeme verfügen jedoch über eine Notstrom- oder Inselfunktion.
Speicher wie die Anker SOLIX Solarbank oder Lösungen von Conow und EcoFlow versorgen kleinere Verbraucher weiter – Router, LED-Beleuchtung oder Kühlschränke. Die Kapazitäten liegen oft zwischen 2,68 und 5 kWh, was einen Notbetrieb von ein bis zwei Tagen ermöglicht. Größere, modulare Systeme lassen sich auf über 20 kWh erweitern.
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Doch Experten warnen: Solche Speicher ersetzen keinen Generator. Leistungsintensive Geräte wie Elektroherde oder Waschmaschinen bleiben außen vor. Ergänzend empfehlen sich multifunktionale Notfallradios, die auch als Powerbank oder Taschenlampe dienen.
Was Mieter bei Stromausfall beachten müssen
Bei lokalen Schadensereignissen oder Ausfällen in Mietobjekten gelten spezifische Regeln. Mieter müssen bei Gefahr oder erheblichen Mängeln zunächst den Vermieter informieren. In dringenden Notfällen – etwa bei drohendem Rohrbruch – kann ein Ersatzvornahmerecht bestehen, sofern der Vermieter nicht erreichbar ist.
Kleinere, kurzzeitige Unterbrechungen durch Arbeiten an Umspannwerken oder lokale Defekte dienen oft als Mahnung. Vorfälle in Einkaufszentren zeigen: Die schnelle Bereitstellung von Notstromaggregaten ist entscheidend für die Wiederaufnahme des Betriebs.
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