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Junge Juristen: Geld allein lockt nicht mehr – Kultur schlägt Gehalt

28.05.2026 - 17:12:59 | boerse-global.de

Studie zeigt: Junge Juristen priorisieren Fortbildung und Work-Life-Balance vor Gehalt. Kanzleien setzen zunehmend auf Lateral Hires statt Uni-Absolventen.

Holzbau: Deutschland setzt auf den Baustoff der Zukunft - Foto: über boerse-global.de
Holzbau: Deutschland setzt auf den Baustoff der Zukunft - Foto: über boerse-global.de

Geld allein lockt keine Talente mehr – Kanzleikultur, Technologie und Work-Life-Balance entscheiden über die Zukunft von Großkanzleien.

Eine aktuelle Untersuchung mit über 1.800 Associates und Referendaren zeigt: Junge Juristen bewerten ihre Arbeitgeber zunehmend nach Kriterien jenseits des Gehalts. Fortbildungsmöglichkeiten, Zusatzleistungen und die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben stehen ganz oben auf der Wunschliste.

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KI als Wettbewerbsvorteil

Seit 2021 hat sich das Ranking der beliebtesten Arbeitgeber deutlich verschoben. Ein zentraler Treiber: der Umgang mit Künstlicher Intelligenz. Die Studie „Alles außer Geld“ berücksichtigte erstmals explizit den KI-Einsatz als Attraktivitätsfaktor.

Deutschland kommt bei der KI-Integration nur langsam voran. Eine Studie vom Mai bescheinigt deutschen Unternehmen einen Reifegrad von 5,6 auf einer Skala bis 10 – knapp über dem globalen Median von 5,5. Spitzenreiter China und Saudi-Arabien sind weit enteilt.

Der Fokus liegt aktuell auf Effizienzsteigerung (52 Prozent), während nur jedes vierte Unternehmen KI für Umsatzwachstum nutzt. Ein Problem: Gerade einmal 42 Prozent der Führungskräfte übernehmen persönliche Verantwortung für die KI-Strategie.

Strategischer Wandel bei Einstellungen

Die Zahlen belegen einen klaren Trend: Großkanzleien setzen verstärkt auf erfahrene Anwälte. Daten von 2021 bis 2025 zeigen, dass 2025 erstmals die Mehrheit der Stellen durch Lateral Hires besetzt wurde.

Der Anteil der Uni-Absolventen sank parallel von 43,8 auf 37,5 Prozent. Besonders hart trifft es Kandidaten von mittelprächtig gerankten Fakultäten – hier gingen die Einstellungen um über zehn Prozent zurück. Top-Absolventen bleiben dagegen gefragt.

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Für Juni sind Fachveranstaltungen geplant, die sich mit Karrierepfaden zwischen Unternehmens-Rechtsabteilungen und Kanzleien befassen.

Transparenz bleibt Mangelware

Deutschland hinkt bei der Gehaltstransparenz hinterher. Nur jede achte Stellenanzeige nennt das Gehalt – in der IT-Branche sogar nur jede zwanzigste. Die EU-Entgelttransparenzrichtlinie muss bis zum 7. Juni umgesetzt werden. Ein nationales Gesetz steht noch aus.

Das Oberlandesgericht Zweibrücken stärkte im März die Rechte Betroffener: Plattformbetreiber müssen Nutzerdaten herausgeben, wenn Bewertungen strafrechtlich relevante Behauptungen enthalten – etwa den Vorwurf von Mindestlohnverstößen. Eine generelle Klarnamenpflicht lehnten die Richter ab.

Ähnliche Dynamik bei Wirtschaftsprüfern

Die Kämpfe um Kultur und Unabhängigkeit toben auch in verwandten Branchen. Bei den Wirtschaftsprüfern eskaliert der Machtkampf um das Fremdbesitzverbot. Vor der Beiratswahl der Wirtschaftsprüferkammer im Juli streiten die großen Gesellschaften mit Mittelständlern über den Einstieg von Finanzinvestoren.

Private-Equity-Häuser investieren zunehmend – Ufenau Capital Partners stieg 2025 bei PKF WMS ein. Nach Umsatzsteigerungen von 8,8 und 7,6 Prozent in den Jahren 2023 und 2024 erwarten Experten für 2025 nur noch etwa fünf Prozent Wachstum. Das verschärft die Debatte um die berufliche Unabhängigkeit.

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