Jugendschutz, Regeln

Jugendschutz: 81% fordern strengere Regeln für Social-Media-Plattformen

Veröffentlicht am: 19.07.2026 um 13:32 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Verbraucherschützer fordern technische Regeln statt pauschaler Social-Media-Verbote für Minderjährige. 81 Prozent der Jungen unterstützen mehr Plattform-Verantwortung.

vzbv lehnt Social-Media-Verbot für Jugendliche ab
Ein verschwommener Smartphone-Bildschirm mit Social-Media-Feeds im Hintergrund. Im Vordergrund ein stilisiertes Schutzsymbol. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) spricht sich gegen ein pauschales Verbot sozialer Netzwerke für Minderjährige aus. Stattdessen fordert die Organisation technische Regulierungen und mehr Verantwortung der Plattformbetreiber.

„Verbotspläne greifen zu kurz“, kritisiert vzbv-Vorständin Ramona Pop. Der Verband fordert eine strikte Regulierung suchtfördernder Mechanismen. Dazu gehören Autoplay-Funktionen, endloses Scrollen und automatische Standortfreigaben. Auch ständige Kontaktfreigabe-Abfragen sollen unterbunden werden.

Safety by Design als Lösung

Der Verbraucherschutz setzt auf das Prinzip „Safety by Design“. Riskante Funktionen sollen standardmäßig deaktiviert sein. Erst nach einem Altersnachweis für Erwachsene dürfen sie freigeschaltet werden.

Aktuelle Daten untermauern diese Forderung. Laut Verbraucherreport 2026 sprechen sich 81 Prozent der 14- bis 29-Jährigen für eine stärkere Plattform-Verantwortung aus. Internationale Beispiele zeigen zudem die Grenzen von Verboten: In Australien umging die Mehrheit der Jugendlichen technische Sperren.

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Uneinheitliche politische Lage

Bundesfamilienministerin Karin Prien bevorzugt einen Ansatz jenseits starrer Verbote. Sie setzt auf EU-weite Koordinierung. Eine EU-Expertengruppe empfahl zwar Zugangsbeschränkungen für unter 13-Jährige, sprach sich aber gegen ein generelles Jugendverbot aus.

Österreich geht einen restriktiveren Weg. Ein Gesetzesentwurf sieht ein Social-Media-Verbot für unter 14-Jährige vor. Betroffen wären TikTok, Instagram, YouTube und Snapchat, nicht aber WhatsApp. Geplant ist eine verpflichtende Altersprüfung per Kryptografie oder staatlicher ID Austria. Der Beschluss soll noch dieses Jahr fallen, das Gesetz Anfang 2027 in Kraft treten.

Tech-Konzerne reagieren

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OpenAI führt neue Eltern-Kontrollen für ChatGPT ein. Jugendliche zwischen 13 und 17 Jahren sollen geschützt werden – mit Benachrichtigungen bei Verstößen gegen Inhaltsrichtlinien und einem Lernmodus mit Pausenerinnerungen. Meta hat ähnliche Warnmechanismen bereits implementiert.

Experten und Juristen betonen: Die Wirksamkeit hängt von fälschungssicheren Identifikationsverfahren ab. Der Datenschutz dürfe dabei nicht vernachlässigt werden. Der vzbv stellt klar: „Privatsphäre und Sicherheit junger Nutzer dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden.“

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