Jugendliche, Alkohol

Jugendliche und Alkohol: Jeder fünfte trinkt wöchentlich

10.06.2026 - 10:52:02 | boerse-global.de

Eine Nature-Health-Studie belegt: Alkohol begünstigt zehn Krebsarten, sieben davon bereits bei niedrigen Mengen. Politik reagiert mit neuen Regulierungsvorschlägen.

Alkohol und Krebs: Neue Studie zeigt Risiken bei geringem Konsum
Jugendliche - Eine Hand hält ein Glas Wasser in einem unscharfen Hintergrund, der eine Bar oder eine soziale Umgebung zeigt. 10.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Politik und Wissenschaft rücken die gesundheitlichen Risiken und Präventionsmaßnahmen daher stärker in den Fokus.

Alkohol begünstigt mindestens zehn Krebsarten

Eine im Jahr 2026 in der Fachzeitschrift Nature Health veröffentlichte „Burden-of-Proof“-Studie zeigt: Alkohol beeinflusst das Risiko für mindestens 20 verschiedene Erkrankungen. Besonders deutlich wird der Zusammenhang bei Krebs. Die Forscher identifizierten zehn Krebsarten, deren Risiko durch Alkohol steigt – sieben davon bereits bei geringen Konsummengen.

In der Fachwelt wird zwar weiter über einen möglichen Nutzen für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Typ-2-Diabetes oder Demenzen diskutiert. Doch die negativen Folgen überwiegen laut Experten klar. Bundesdrogenbeauftragter Hendrik Streeck kritisierte, dass Risiken für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Sucht oft zu spät oder zu vorsichtig thematisiert würden.

Anzeige

Ob Vergesslichkeit oder Konzentrationsschwäche – wer seine geistige Fitness proaktiv schützen möchte, findet in diesem Ratgeber wertvolle Strategien zur Demenzvorbeugung. Diese 11 Alltagsübungen halten Ihr Gehirn bis ins hohe Alter fit

Fast die Hälfte aller Menschen über 15 Jahre trinkt regelmäßig Alkohol. Die Definitionen für riskante Mengen variieren international zwischen 8 und 52 Gramm reinem Alkohol pro Tag. Ein halber Liter Bier mit fünf Prozent Alkoholgehalt enthält etwa 20 Gramm.

Jeder fünfte Jugendliche trinkt wöchentlich

Besonders besorgniserregend ist das Trinkverhalten junger Menschen. Eine Studie der Stiftung Gesundheitswissen im Journal JMIR Public Health and Surveillance (Frühjahr 2026) liefert detaillierte Einblicke. Von 2.006 befragten 12- bis 17-Jährigen gaben 20 Prozent an, mindestens einmal pro Woche Alkohol zu trinken. Bei 12,7 Prozent wurde ein problematisches Trinkverhalten festgestellt.

Die Unterschiede sind deutlich: Jungen weisen mit 15,9 Prozent häufiger problematisches Verhalten auf als Mädchen (9,1 Prozent). Auch das Alter spielt eine entscheidende Rolle. Bei den 12- bis 13-Jährigen sind nur 5 Prozent betroffen, bei den 16- bis 17-Jährigen steigt der Wert auf 21,9 Prozent.

Ralf Suhr vom Vorstand der Stiftung Gesundheitswissen betonte: Präventionsmaßnahmen müssen diese Zielgruppen effektiv erreichen. Langjährige Kampagnen zeigen aber Erfolge. Die DAK-Statistik für 2023 belegt: 9.263 Jugendliche wurden stationär wegen einer Alkoholvergiftung behandelt – ein Rückgang von 19 Prozent im Vergleich zu 2022. Seit dem Start der Kampagne „bunt statt blau“ 2010 sank die Zahl der betroffenen Jugendlichen von über 25.000 Fällen pro Jahr.

Anzeige

Viele Betroffene fragen sich bei ersten Anzeichen von Vergesslichkeit, ob ihr Lebensstil bereits Spuren hinterlassen hat – ein diskreter Check kann hier schnell Klarheit schaffen. Gewissheit in 2 Minuten: Check auf frühe Demenz-Anzeichen

Grüne fordern strengere Regeln für Alkoholwerbung

Auf politischer Ebene zeichnen sich Verschärfungen ab. Die Grünen-Bundestagsfraktion fordert ein Alkoholpräventionsgesetz. Zentraler Vorschlag: die Abschaffung des begleiteten Trinkens. Das erlaubt Jugendlichen ab 14 Jahren, in Begleitung Erziehungsberechtigter Alkohol zu konsumieren. Eine entsprechende Gesetzesänderung werde im Familienministerium bereits vorbereitet.

Der Forderungskatalog sieht zudem strengere Regeln für Alkoholwerbung in Onlinemedien, Apps sowie im Print- und Außenbereich vor. Auch die Platzierung alkoholischer Getränke im Kassenbereich des Einzelhandels soll geprüft werden – um Impulskäufe zu reduzieren. Ein weiterer Punkt: eine Besteuerung, die sich am tatsächlichen Alkoholgehalt orientiert. Flankiert werden sollen die Maßnahmen durch eine stabilere Finanzierung der Suchthilfe.

Aktionswoche Alkohol: Über 900 Aktionen bundesweit

Mitte Juni 2026 finden bundesweit zahlreiche Informationsveranstaltungen statt. Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) koordiniert vom 13. bis 21. Juni die „Aktionswoche Alkohol“ unter dem Motto „Entdecke, wie viel mehr in dir steckt – mit weniger oder ganz ohne Alkohol“. Über 900 geplante Aktionen informieren über die Vorteile eines reduzierten Konsums.

DHS-Geschäftsführerin Christina Rummel betonte: Bei der Reduzierung zähle jeder Schritt. Flankierend gibt es Kampagnen wie „Kenn dein Limit“. Sie vermitteln insbesondere im Umfeld der im Juni 2026 startenden Fußball-Weltmeisterschaft Verhaltensregeln zur Vermeidung von exzessivem Konsum. Rausch-Parcours, Quizformate und Informationsstände sollen den Dialog über Konsumrisiken in die Breite der Gesellschaft tragen.

So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!

<b>So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!</b>
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
Für. Immer. Kostenlos.
de | wissenschaft | 69512744 |