Jugendliche in Krise: Psychiatrische Hospitalisierungen um 41% gestiegen
24.06.2026 - 03:50:24 | boerse-global.de
Experten fordern strukturelle Verbesserungen, während neue Therapieformen und digitale Angebote entstehen.
Suizidprävention: Bundeseinheitliche Rufnummer gefordert
Ein neues Empfehlungspapier zur Suizidprävention fordert weitreichende Änderungen. Die TelefonSeelsorge, die Malteser und der Deutsche Hospiz- und Palliativverband (DHPV) verlangen eine bundesweit koordinierte Rufnummer und eine zentrale Fachstelle des Bundes. Ziel: niedrigschwellige Angebote stärken und die Datenbasis verbessern. Auch das Hospiz- und Palliativgesetz soll weiterentwickelt werden.
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Der Landesverband Hospiz Oberösterreich widmet sich parallel den Herausforderungen in Pflege, Medizin und Ehrenamt. Im Fokus stehen die Unterstützung von Angehörigen und die Professionalisierung der Sterbebegleitung.
Trauerbegleitung wird spezialisierter
Die Angebote für Hinterbliebene werden vielfältiger. Im August startet in Plettenberg ein neues Trauerfrühstück für Menschen, deren Verlust sechs Monate bis zwei Jahre zurückliegt. Private Heilpraktiker in Velbert und Erkrath bieten spezialisierte Trauercoachings an – allerdings meist ohne Kostenübernahme durch die Krankenkassen.
Auch die akademische Ausbildung reagiert. Die Universität Marburg bietet ab Oktober einen Zertifikatskurs „Tod und Transformation“ an. Das Programm richtet sich an Bestatter, Seelsorger und Hospizbegleiter und behandelt Gedenkkultur und existenzielle Grenzsituationen.
Jugendliche besonders belastet
Rund 20 Prozent der Bevölkerung leiden unter erhöhter Stressbelastung, zeigt das RKI-Panel „Gesundheit in Deutschland“. Besonders betroffen: Frauen, Erwerbstätige und Personen mit niedrigerem Bildungsniveau. Prof. Dr. Volker Busch von der Stressambulanz der Uniklinik Regensburg plädiert für eine „Stressimpfung“ – nicht Vermeidung, sondern aktive Auseinandersetzung mit Belastungen, unterstützt durch Selbstmitgefühl und das Erkennen von Warnsignalen wie Schlafstörungen.
Um mentalen Belastungen wirksam zu begegnen, ist es entscheidend, im oft hektischen Alltag wieder Momente der inneren Ruhe zu finden. Erfahren Sie in diesem kostenlosen E-Book, wie Sie mit minimalem Zeitaufwand durch einfache Achtsamkeitsübungen Ihren Stresspegel nachhaltig senken. Gratis-PDF: Achtsamkeit im Alltag stärken
Besorgniserregend ist die Entwicklung bei Jugendlichen. In der Schweiz stiegen psychiatrische Hospitalisierungen bei Mädchen und jungen Frauen seit 2017 um 41 Prozent. Bei Jungen waren es nur 5,9 Prozent. Hauptursachen: Schulstress und soziale Medien. Die Zürcher Langzeitstudie Z-Proso zeigt jedoch: Stabile Beziehungen und Erfolgserlebnisse schützen. Über 83 Prozent der prägenden Ereignisse bei Jugendlichen sind positiver Natur.
Psilocybin gegen Depressionen
Die EPIsoDE-Studie liefert vielversprechende Ergebnisse. Zwischen 2021 und 2024 untersuchten Forscher in Mannheim und Berlin 144 Patienten mit therapieresistenter Depression. Eine einmalige Gabe von 25 mg Psilocybin in Kombination mit psychotherapeutischer Begleitung führte zu signifikanter Verbesserung – und das über zwölf Monate stabil.
Digitale Trauer: KI-Avatare für Verstorbene
Unternehmen wie HereAfter AI oder Afterlife AI bieten KI-Avatare an, die Verstorbene simulieren. Diese Form des „digitalen Spiritismus“ wird kontrovers diskutiert. Die ethischen Bedenken und psychologischen Auswirkungen auf den Trauerprozess sind umstritten.
Warnung vor gefährlichen Trends
Fachleute warnen vor riskanten Internet-Trends. Während „Fibermaxxing“ (mehr Ballaststoffe) gesundheitliche Vorteile bringt, bergen „Tanmaxxing“ (Bräunen ohne Sonnenschutz) und „Looksmaxxing“ erhebliche Gefahren. Letzteres wird teilweise mit rechtsextremen Ideologien und illegalen Substanzen in Verbindung gebracht, warnen Streetworker und Gesundheitsexperten.
