Joghurt, Darmkrebsrisiko

Joghurt senkt Darmkrebsrisiko um 50 Prozent: Neue Studie

Veröffentlicht: 13.07.2026 um 14:03 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Forscher belegen Zusammenhang zwischen Stuhlgang-Häufigkeit und Risiken für Nieren-, Leber- und Nervenerkrankungen.

Studie: Stuhlgang-Frequenz beeinflusst Gesundheitsrisiken deutlich
Nahaufnahme eines menschlichen Darmmodells mit subtilen leuchtenden Elementen, die gesunde Bakterienflora darstellen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Das zeigt eine aktuelle Studie der Universität Washington, die im Juli 2026 im Fachjournal Cell erschienen ist. Die Forscher untersuchten 1.400 Probanden und stellten klare Zusammenhänge zwischen der Stuhlgangfrequenz und spezifischen Gesundheitsrisiken fest.

Wer regelmäßig unter Verstopfung leidet – also weniger als zwei Entleerungen pro Tag hat –, weist erhöhte Spiegel des Stoffes Indoxylsulfat auf. Dieser wird mit Nierenschäden sowie neurodegenerativen Erkrankungen wie Parkinson und Alzheimer in Verbindung gebracht. Umgekehrt deutet eine Frequenz von mehr als vier Stuhlgängen pro Tag auf ein gesteigertes Risiko für Leberschäden hin. Studienautor Sean Gibbons betont: „Eine abnormale Stuhlhäufigkeit muss als relevanter Risikofaktor für chronische Krankheiten betrachtet werden."

Joghurt senkt Darmkrebsrisiko um 50 Prozent

Probiotische Lebensmittel wie Joghurt könnten eine wirksame Waffe gegen Darmkrebs sein. Eine Analyse von NHANES-Daten aus dem Jahr 2026, veröffentlicht in Nutrition & Diabetes, zeigt: Regelmäßiger Konsum von Joghurt und Probiotika senkt die Wahrscheinlichkeit für eine Darmkrebshistorie um rund 50 Prozent. Die Studie umfasste über 9.000 Erwachsene – der Effekt blieb auch nach Bereinigung um Alter, Geschlecht, Gewicht und Rauchverhalten bestehen.

Bereits zwei Portionen Joghurt pro Woche können das Risiko für bestimmte Darmkrebsformen um 20 Prozent senken. Das ergab eine Studie des Instituts Mass General Brigham aus Februar 2025 mit rund 150.000 Teilnehmern. Fachleute weisen jedoch darauf hin: Es handelt sich um Beobachtungsstudien, die keinen direkten Kausalbeweis liefern. Die Darmspiegelung gilt weiterhin als die einzig nachgewiesene Methode zur sicheren Früherkennung.

Die Zahlen sind alarmierend: In Deutschland stieg die Darmkrebsinzidenz bei den 20- bis 29-Jährigen zwischen 2003 und 2023 jährlich um 3,3 Prozent bei Männern und 3,9 Prozent bei Frauen.

Herzschutz durch darmfreundliche Ernährung

Eine darmfreundliche Ernährung hat auch positive Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf-System. Laut NHANES-Daten aus dem Zeitraum 2005 bis 2018 konnte bei Patienten mit koronarer Herzkrankheit (KHK) das Sterberisiko durch eine entsprechende Diät um bis zu 40,7 Prozent gesenkt werden.

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Bestimmte Probiotika wie Lactobacillus können den systolischen Blutdruck um 3 bis 14 mmHg reduzieren. Bei Nahrungsergänzungsmitteln ist jedoch Vorsicht geboten: Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfiehlt, eine Tagesdosis von 1,5 Gramm Omega-3-Fettsäuren nicht zu überschreiten. Andernfalls steigt das Blutungsrisiko, und der LDL-Cholesterinspiegel kann negativ beeinflusst werden.

Parasiten-Alarm in den USA: Cyclospora-Ausbruch

Neben chronischen Erkrankungen rücken akute Infektionen in den Fokus. Mitte Juli 2026 meldeten US-Gesundheitsbehörden einen massiven Ausbruch des Darm-Parasiten Cyclospora cayetanensis. Besonders betroffen ist Michigan mit über 1.500 gemeldeten Fällen – das übliche Aufkommen liegt bei etwa 50 Fällen pro Jahr.

Die Übertragung erfolgt über kontaminierte Lebensmittel wie Beeren, Kräuter oder Salate. Die Folge: langanhaltender, wässriger Durchfall und Dehydrierungsgefahr.

Fettleber: 20 Millionen Deutsche betroffen

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Angesichts der steigenden Belastung durch Stoffwechselerkrankungen fordert die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) eine Erweiterung der Vorsorgeuntersuchungen. Konkret geht es um eine obligatorische Leberdiagnostik im Rahmen des regulären Gesundheits-Check-ups.

Schätzungsweise über 20 Millionen Menschen in Deutschland sind von einer Fettleber betroffen. Zur weiteren Prävention ist für 2028 die Einführung einer Zuckersteuer geplant. Die erwarteten Einsparungen im Gesundheitssystem: rund 170 Millionen Euro pro Jahr.

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