Joghurt-Effekt: 28 Gramm täglich senken Diabetesrisiko um 18%
Veröffentlicht am: 28.06.2026 um 11:14 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Doch Fachleute fordern ein umfassenderes Maßnahmenpaket.
Gestaffelte Abgabe auf Softdrinks geplant
Der Gesetzesentwurf sieht eine zweistufige Zuckersteuer vor. Getränke ab 5 Gramm Zucker pro 100 Milliliter sollen mit 20 Cent pro Liter belegt werden. Liegt der Wert über 8 Gramm, steigt der Aufschlag auf 30 Cent.
Die Kassenärztliche Bundesvereinigung und die DEGAM unterstützen das Vorhaben. DEGAM-Präsidentin Prof. Eva Hummers bezeichnete die geplante Einführung ab 2028 als „überfällig“. Zusammen mit Präventionssprecherin Prof. Bettina Engel wies sie auf die schwerwiegenden Folgen von übermäßigem Zuckerkonsum hin – von Adipositas bis zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Modellrechnungen prognostizieren Einsparungen von 10,8 bis 16 Milliarden Euro über 20 Jahre.
Reicht eine Steuer?
Ernährungsberaterin Steffi Faigle gab heute zu bedenken: Eine höhere Abgabe allein bekämpfe nicht die komplexen Ursachen von Übergewicht. Die Zahlen der Betroffenen steigen weiter – eine isolierte finanzielle Hürde bei Softdrinks greife zu kurz.
Auch beim Food Innovation Camp am Freitag gab es Kritik. Viele neue Produkte werben zwar mit innovativen Konzepten, bieten aber keine gesundheitliche Verbesserung. Dattelpralinen etwa fielen durch hohen Fruktosegehalt auf – das verlagere das Problem nur.
Die DEGAM fordert zusätzliche Kennzeichnungspflichten und Hinweise auf das Suchtpotenzial von Zucker. Andere Akteure kritisieren die zunehmende staatliche Intervention ins Konsumverhalten.
Kleine Veränderungen, große Wirkung
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Ein Fachkongress in Düsseldorf zeigte am Samstag: Schon geringe Anpassungen im Alltag können viel bewirken. Der tägliche Verzehr von 28 Gramm Joghurt senkt das Diabetesrisiko um 18 Prozent. Mediterrane Kost mit Olivenöl und Nüssen sowie Intervallfasten im 14:10-Rhythmus gehören zu den weiteren Empfehlungen.
Eine norwegische Studie vom Mai untermauert die Wirksamkeit sehr kalorienarmer Diäten. Bei Prädiabetes senken sie das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle um 42 Prozent.
Medikamente: Segen mit Nebenwirkungen
Parallel zur Prävention gewinnen medikamentöse Ansätze an Bedeutung. SGLT2-Inhibitoren könnten das Alzheimer-Risiko um 43 Prozent senken, GLP-1-Agonisten um 33 Prozent.
Doch eine Großstudie mit über 438.000 Patienten zeigt die Kehrseite: GLP-1-Medikamente wie Semaglutid erhöhen das Risiko für Geruchs- und Geschmacksstörungen um 38 Prozent. Die Studie erschien am Freitag im Fachjournal JAMA Otolaryngology.
Neue Peptide wie Retatrutid zur Adipositasbehandlung werden bereits beworben. Klinische Langzeitdaten für den breiten Einsatz stehen jedoch oft noch aus.
Europäische Strategie als Rahmen
Das Europäische Parlament verabschiedete am Mittwoch eine Herz-Kreislauf-Strategie. Sie soll den Rahmen für nationale Maßnahmen verstärken.
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In Deutschland fordern Experten, die Zuckersteuer nur als einen Baustein zu betrachten. Dazu gehören bessere Aufklärung, strengere Kennzeichnungsregeln und die Förderung eines aktiven Lebensstils.
Daten des VDBD vom Dienstag zeigen zudem: Frauen haben eine 33 Prozent geringere Chance auf eine leitliniengerechte Therapie. Eine Zuckersteuer allein kann solche strukturellen Unterschiede nicht ausgleichen.
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