Jodmangel, Ernährungsstudie

Jodmangel bei Kindern: 44% nehmen zu wenig auf

11.06.2026 - 07:20:07 | boerse-global.de

Neue Ernährungsstudie zeigt Versorgungslücken bei Jod und Vitamin D. Experten raten zu gezielter Supplementierung nach Bluttest.

Nemo-Studie: Jod- und Vitamin-D-Mangel bei Senioren und Kindern
Jodmangel - Nahaufnahme von bunten Mikronährstoff-Kapseln auf einer wissenschaftlichen Oberfläche, mit Andeutungen von Laborgeräten im Hintergrund. 11.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Das zeigt das neue Nationale Ernährungsmonitoring (nemo) des Max Rubner-Instituts, das im April 2026 gestartet ist.

Anzeige

Ob Vitamin D, Jod oder andere Vitalstoffe – viele Menschen kennen ihre tatsächliche Versorgungslage nicht oder interpretieren ärztliche Befunde falsch. Dieser kostenlose 25-seitige Ratgeber hilft Ihnen dabei, Ihre Blutwerte endlich selbst zu verstehen und gezielt für Ihre Gesundheit vorzusorgen. Kostenlosen Laborwerte-Selbstcheck jetzt anfordern

Dauerbaustelle Jodversorgung

Über 3.000 Erwachsene an 120 Standorten werden im Rahmen des Programms untersucht. Die Forscher erfassen Ernährungsgewohnheiten und den Status von Folsäure, Vitamin D, B12, Eisen, Selen – und vor allem Jod.

Denn die Jodversorgung ist seit den 2000er-Jahren rückläufig. Aktuelle Zahlen: 32 Prozent der Erwachsenen und 44 Prozent der Kinder nehmen zu wenig Jod auf. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt Milchprodukte und Fisch. Schwangere und Stillende sollten täglich 100 bis 150 µg supplementieren.

Auch bei Vitamin D klafft eine Lücke. Besonders bei Menschen über 65: Laut DGE haben mehr als die Hälfte einen Mangel. Die Empfehlung liegt bei 800 IE täglich.

Wenn Vitamine nur gemeinsam wirken

Mikronährstoffe sind kein Selbstläufer. Magnesium etwa ist essenziell für die Aktivierung von Vitamin D in Leber und Niere. Fehlt Magnesium, kann der Körper Calcitriol nicht optimal bilden. In der Praxis kombinieren viele daher Vitamin D mit K2 (MK-7) für den Knochenstoffwechsel.

Im Trend liegen pflanzliche Stoffe wie Berberin, Psyllium (Flohsamenschalen) und Safran. Sie werden teils als natürliche Alternative zu GLP-1-Medikamenten beworben. Wissenschaftliche Meta-Analysen sind skeptisch: Der Effekt aufs Körpergewicht ist deutlich geringer als bei pharmazeutischen Wirkstoffen. Psyllium verbessert primär das Sättigungsgefühl – durch Ballaststoffe.

Kaffee-Extrakt pusht Radfahrer um fünf Prozent

Kreatin-Monohydrat gilt weiter als eines der effektivsten Mittel für mehr Muskelkraft. Neuere Studien deuten auf einen Bonus fürs Gehirn: Kreatin könnte die geistige Leistungsfähigkeit in Stresssituationen oder bei Schlafmangel positiv beeinflussen.

Noch spezifischer wird es bei Pflanzenextrakten. Die Universität Exeter testete Caffinity™, einen Kaffeekirschenextrakt. Ergebnis: 286 mg (200 mg Koffein plus Polyphenole) verbesserten bei trainierten Radfahrern die Zeitfahrleistung um fast fünf Prozent. Zudem zeigte sich eine schnellere Laktatsenkung und bessere Fettmobilisierung.

Longevity-Forschung: Schutz für die Zellen

Die Forschung zum gesunden Altern konzentriert sich auf zelluläre Schutzmechanismen. Urolithin A schützt Mitochondrien und kann die zelluläre Alterung durch Neutralisierung reaktiver Sauerstoffspezies verzögern. Eine Studie der Fudan-Universität Shanghai in Nature Communications (Juni 2026) untersucht zudem die Calcium-Signalisierung als Faktor gegen Alterungsprozesse.

Haartest ersetzt aufwendige Melatoninmessung

Die Diagnostik macht einen Sprung. Ein Team der Charité Berlin kann die innere Uhr über eine Haarprobe bestimmen. Die Methode analysiert 17 Gene in Haarfollikelzellen mittels maschinellem Lernen. Die Genauigkeit liegt nahe am bisherigen Goldstandard – der Melatoninmessung.

Für die Krebstherapie gibt es einen neuen Kandidaten: Ein internationales Team unter Federführung der JLU Gießen identifizierte Itaconat als potenziellen Wirkstoff gegen Lungenkrebs. Die Substanz versetzt Makrophagen in einen anti-tumoralen Zustand und blockiert bestimmte Enzyme in Krebszellen.

Markt boomt – Experten warnen vor Selbstmedikation

Der Supplement-Markt wächst. Im Juni 2026 kamen neue Produkte für die Gelenkgesundheit auf den Markt. Prof. Dr. Mona Tawab warnt jedoch: Nahrungsergänzungsmittel sind keine Arzneimittel. Vor der Einnahme sollten relevante Laborparameter geprüft werden. Leitfäden zu Arthrose und entsprechenden Blutwerten helfen bei der Einordnung.

Anzeige

Wer Supplemente gezielt einsetzen möchte, sollte die Bedeutung von Cholesterin, Vitalstoffen und Co. genau kennen, um Fehldiagnosen zu vermeiden. Vitalstoffexperte Dr. Ulrich Fricke zeigt Ihnen in seinem Gratis-PDF, welche 10 entscheidenden Werte für Ihre Fitness im Alter wirklich zählen. Hier den 25-Seiten-Report gratis herunterladen

Mitte Juni erscheint zudem ein Fachbuch von Iwonna Riesenfeld und Kira Bandmann zur Ernährung bei Schilddrüsenerkrankungen wie Hashimoto oder Morbus Basedow. Es stellt ein ganzheitliches System zur Unterstützung der Schilddrüsenfunktion vor.

de | wissenschaft | 69518773 |