Jo-Jo-Effekt: Neue Studien entzaubern alte Diät-Mythen
14.05.2026 - 21:13:26 | boerse-global.deWer ab 50 gesund und schmerzfrei bleiben möchte, sollte den jährlichen Muskelabbau nicht unterschätzen. Ein Experte zeigt in diesem kostenlosen Ratgeber 6 einfache Übungen für zuhause, die den Körper stärken und Volkskrankheiten effektiv vorbeugen. Kostenlosen PDF-Ratgeber mit 6 Übungen herunterladen
Eine Analyse im Fachmagazin The Lancet stellt die bisherige Annahme infrage, dass zyklische Gewichtsschwankungen eigenständig Herz-Kreislauf-Erkrankungen fördern. Die Wissenschaftler Magkos von der Universität Kopenhagen und Stefan vom Deutschen Zentrum für Diabetesforschung fanden keine ausreichenden Belege für eine langfristige Schädlichkeit.
Ihre Erkenntnis: Eine Gewichtszunahme nach einer Diät bringt das Risiko lediglich auf das ursprüngliche Niveau zurück – nicht höher. Die Vorteile einer temporären Abnahme überwiegen damit in der Gesamtbetrachtung.
Bewegung als Schlüssel zum Gewichtserhalt
Doch wie bleibt das neue Gewicht stabil? Eine Analyse der European Association for the Study of Obesity (EASO) vom 13. Mai liefert konkrete Zahlen. Professor El Ghoch von der Universität Modena untersuchte Daten von 3.758 Erwachsenen.
Das Ergebnis: Wer täglich rund 8.500 Schritte ging, verlor 4,39 Prozent seines Gewichts. Die Kontrollgruppe schaffte nur 1,25 Prozent. Pro zusätzliche 1.000 Schritte ließ sich mehr vom ursprünglichen Gewichtsverlust konservieren.
Das Adipositas-Gedächtnis des Körpers
Der Körper arbeitet nach einer Diät oft aktiv gegen das neue Gewicht. Wissenschaftler nennen das Adipositas-Gedächtnis. Studien in Nature Medicine vom 12. Mai untersuchten zwei vielversprechende Ansätze dagegen.
Die Orforglipron-Tablette zeigte deutliche Effekte: Probanden hielten nach einem Jahr 75 bis 80 Prozent ihres Gewichtsverlusts. In der Placebo-Gruppe waren es nur 38 bis 49 Prozent.
Auch das Darmmikrobiom rückt in den Fokus. Das Bakterium Akkermansia muciniphila gilt als potenzielles Mittel gegen den Jo-Jo-Effekt. In einer Studie mit einem entsprechenden Präparat verzeichneten 85 Prozent der Teilnehmer nach 24 Wochen Erfolg beim Gewichtserhalt – gegenüber 67 Prozent in der Placebogruppe.
Experten mahnen jedoch zur Vorsicht: Viele Studien basieren noch auf kleinen Stichproben.
Heilfasten: Mehr als nur Abnehmen
Extreme Kaloriendefizite werden oft beim Heilfasten eingesetzt. Dr. Matthias Riedl erklärt die Wirkungsweise: Bei 250 bis 500 Kilokalorien pro Tag über zwei bis vier Wochen aktiviert der Körper zelluläre Reinigungsprozesse – die Autophagie.
Dieser Prozess kann Entzündungen dämpfen und positive Effekte bei Diabetes Typ 2, Rheuma oder Morbus Crohn erzielen. Allerdings: Fasten verspricht keine dauerhafte Heilung, sondern setzt einen Impuls für Lebensstiländerungen.
Medizinische Begleitung ist Pflicht. Für Kinder, Schwangere oder Krebspatienten ist die Methode ungeeignet.
Hülsenfrüchte: Das unterschätzte Superfood
Eine Meta-Analyse im BMJ Nutrition Prevention & Health wertete Daten von über 300.000 Teilnehmern aus. Der Befund: 170 Gramm Hülsenfrüchte täglich senken das Risiko für Bluthochdruck um etwa 30 Prozent.
Aktuell liegt der Verzehr in Europa bei lediglich 8 bis 15 Gramm pro Tag. Experten empfehlen eine Steigerung auf 65 bis 100 Gramm.
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Butter vs. Margarine – ein neuer Blick
Die Diskussion um gesunde Fette wird neu bewertet. Butter enthält zwar 240 Milligramm Cholesterin pro 100 Gramm, ist aber oft die einfachere Wahl. Viele Margarineprodukte enthalten entzündungsfördernde Omega-6-Fette oder Transfette.
Nur bei spezifischen Fettstoffwechselstörungen sei die gezielte Wahl einer hochwertigen Pflanzenmargarine ratsam, so Ernährungsmediziner.
Komplexe Kohlenhydrate am Abend erlaubt
Ernährungsexpertin Carolin Kotke räumt mit einem weiteren Mythos auf: Komplexe Kohlenhydrate wie Vollkornprodukte oder Quinoa sind auch am Abend erlaubt. Entscheidend für erholsamen Schlaf sei der Verzicht auf sehr fettreiche oder zuckerhaltige Speisen kurz vor dem Zubettgehen.
Magnesiumreiche Lebensmittel wie Nüsse könnten den Schlaf dagegen fördern.
Präzisionsernährung als Zukunftsmodell
Der Trend in der Ernährungsmedizin geht weg von pauschalen Verboten. Dr. Felix Bertram verweist auf Konzepte der Langlebigkeit (Longevity). Eine ballaststoff- und eiweißreiche Ernährung steht im Vordergrund.
Bei 1,2 Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht und mindestens 30 Gramm Ballaststoffen täglich könnten laut Modellrechnungen bis zu 13 zusätzliche Lebensjahre gewonnen werden.
Die Forschung wird künftig noch stärker auf die Rolle des Mikrobioms und die genetischen Komponenten des Stoffwechselgedächlässes fokussieren. Strikte Ernährungsdogmen weichen zunehmend flexiblen, aber wissenschaftlich fundierten Modellen wie der mediterranen Kost oder der Planetary Health Diet.
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