Jalapeño-Chip: OpenAI entwickelt KI-Prozessor in nur neun Monaten
24.06.2026 - 17:53:31 | boerse-global.de
OpenAI hat seinen ersten maßgeschneiderten Prozessor für KI-Berechnungen entwickelt. Der Chip namens „Jalapeño“ soll die Abhängigkeit von teuren Grafikprozessoren reduzieren und die Effizienz drastisch steigern.
Der am 24. Juni vorgestellte Jalapeño-Chip ist speziell für die sogenannte Inferenz optimiert – also jene Phase, in der ein KI-Modell nach dem Training tatsächlich Antworten berechnet. Statt auf Standard-Grafikchips von Nvidia oder AMD zu setzen, geht OpenAI nun einen eigenen Weg. Das spart nicht nur Kosten, sondern verschafft dem Unternehmen auch mehr Unabhängigkeit.
Rekordverdächtige Entwicklung in nur neun Monaten
Die Entwicklung des Application-Specific Integrated Circuit (ASIC) gilt als außergewöhnlich schnell. Vom ersten Design bis zur Produktion vergingen lediglich neun Monate – ein Bruchteil dessen, was sonst für Spezialchips üblich ist. OpenAI setzte dabei eigene KI-Modelle ein, um den Entwicklungsprozess zu beschleunigen.
Erste Tests mit dem aktuellen KI-Modell GPT-5.3-Codex-Spark zeigen beeindruckende Ergebnisse. Der Jalapeño-Chip bietet eine deutlich bessere Leistung pro Watt als aktuelle Spitzenhardware. Broadcom-CEO Hock Tan spricht von Kosteneinsparungen von rund 50 Prozent im Vergleich zu typischen KI-Grafikprozessoren.
Gigawatt-Infrastruktur geplant
Noch in diesem Jahr will OpenAI den Chip im Gigawatt-Maßstab ausrollen. Partner sind unter anderem Microsoft und weitere Infrastrukturdienstleister. Die Zusammenarbeit mit Broadcom und Celestica umfasst eine mehrjährige Plattform-Strategie.
Die langfristigen Pläne sind ambitioniert: Bis 2029 sollen 10 Gigawatt an OpenAI-eigenen Beschleunigern gemeinsam mit Microsoft in Betrieb gehen. Broadcoms Prognose für das kommende Jahr liegt bereits bei über 1,3 Gigawatt. Nach dem Start ist für 2028 eine aktualisierte Version geplant, danach sollen jährlich neue Generationen folgen.
Broadcoms glänzende Geschäftszahlen
Die Vorstellung des Chips fällt mit Broadcoms Quartalszahlen zusammen. Der Konzern erzielte im zweiten Geschäftsquartal einen Umsatz von 22,2 Milliarden US-Dollar – ein Plus von 48 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Allein der Bereich KI-Halbleiter steuerte 10,8 Milliarden US-Dollar bei, ein Anstieg um 143 Prozent.
Trotz dieser Zahlen verloren Broadcom-Aktien am 23. Juni 2,8 Prozent. Anleger sorgen sich offenbar um die Stabilität der KI-Investitionen bei großen Cloud-Kunden.
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Wettbewerb im Chip-Sektor heizt sich auf
Der Markt für maßgeschneiderte KI-Chips ist in Bewegung. Erst Anfang Juni startete Broadcom mit Apollo und Blackstone die AI XPV Platform, die über 20 Gigawatt KI-Rechenleistung unterstützen soll. Cerebras Systems meldete kürzlich einen Milliarden-Deal mit OpenAI über 750 Megawatt Inferenz-Kapazität. Und auch Google arbeitet eigenen Angaben zufolge mit MediaTek am Prozessor TPUv9 „Triggerfish“, der Ende 2027 in Serie gehen soll.
Der Wettlauf um die effizienteste KI-Hardware hat gerade erst richtig begonnen.
