IVF-Add-ons: Metaanalyse zeigt sieben Verfahren ohne Nutzen
Veröffentlicht am: 26.06.2026 um 14:55 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine neue Metaanalyse zeigt: Die meisten bringen nichts.
Forscher der University of Melbourne haben zehn gängige IVF-Add-ons unter die Lupe genommen. Das Ergebnis ist ernüchternd. Für sieben Verfahren konnten sie keinen statistisch signifikanten Nutzen nachweisen – weder für die Geburtenrate noch für die klinische Schwangerschaftsrate.
Diese Methoden haben keinen belegten Vorteil
Die Studie, erschienen im Juni 2026 im Fachjournal The Lancet Obstetrics, Gynaecology, & Women's Health, listet die wirkungslosen Verfahren auf:
- Akupunktur
- Kortikosteroide
- Endometrium-Rezeptivitätstest (ERA)
- Intralipid-Infusionen
- Plättchenreiches Plasma (PRP) – sowohl intraovariell als auch intrauterin
- Präimplantationsdiagnostik auf Aneuploidie (PGT-A)
Nur drei Methoden zeigten zumindest schwache Evidenz: EmbryoGlue, Endometrium-Scratching und die physiologische intrazytoplasmatische Spermieninjektion (PICSI).
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Schlechte Studienqualität ist das eigentliche Problem
Die Analyse offenbart ein strukturelles Problem der Reproduktionsmedizin. Von 157 gesichteten klinischen Studien mussten 72 ausgeschlossen werden – wegen mangelnder Vertrauenswürdigkeit oder methodischer Mängel.
Trotz dieser dünnen Beweislage: Schätzungen zufolge nutzen über 70 Prozent der Patienten mindestens eine dieser oft teuren Zusatzleistungen. Die University of Melbourne hat daher eine neue Informationsplattform für evidenzbasierte IVF-Verfahren gestartet.
Hoffnung aus der Grundlagenforschung
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Während die etablierten Add-ons durchfallen, gibt es neue Ansätze. Tierversuche mit Sacubitril/Valsartan zeigen Potenzial bei intrauterinen Verwachsungen. Die Wirkstoffkombination reduzierte Entzündungen und oxidativen Stress, verbesserte die Regeneration des Endometriums und führte zu höheren Schwangerschaftsraten.
Ob sich diese Ergebnisse aus dem Rattenmodell auf den Menschen übertragen lassen, ist noch offen. Klar ist dagegen die Botschaft der aktuellen Studie: Patienten und Kliniken sollten teure Zusatzoptionen kritisch gegen die wissenschaftliche Evidenz abwägen.
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