iPhone-Sammler zahlen 150.000 Euro: Diebstahlrisiko wächst
Veröffentlicht am: 12.09.2026 um 18:32 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Gebrauchtmarkt für ältere iPhone-Modelle hat in den vergangenen Jahren eine signifikante Wertsteigerung erfahren, was zunehmend Sicherheitsbedenken aufwirft.
Experten warnen vor einer steigenden Diebstahlgefahr und betonen die Notwendigkeit, sowohl technische Suchfunktionen als auch Schutzmechanismen gegen Passwort-Spionage konsequent zu nutzen. Besonders originalverpackte Geräte aus den ersten Generationen erzielen heute Summen, die weit über ihrem ursprünglichen Verkaufspreis liegen.
Enorme Preissteigerungen auf dem Sammlermarkt
Die Nachfrage nach historischen Apple-Smartphones hat dazu geführt, dass bestimmte Modelle als hochpreisige Sammlerobjekte gehandelt werden. Ein versiegeltes iPhone 2G kann laut Marktbeobachtungen Preise zwischen 30.000 Euro und über 150.000 Euro erzielen. Auch das im Jahr 2007 erschienene 4-GB-Modell wird im ungeöffneten Zustand mit 150.000 Euro oder mehr bewertet.
Selbst weniger seltene Geräte verzeichnen stabile Werte: Ein versiegeltes iPhone 3GS wird zwischen 2.000 und 4.000 Euro gehandelt, während für ein iPhone 4 über 3.000 Euro aufgerufen werden.
Für seltene Prototypen, wie etwa ein iPhone 6 Plus, werden teilweise Beträge von über 20.000 Euro gezahlt. Bei neueren Gebrauchtgeräten wie dem iPhone X liegen die Preise für versiegelte Exemplare bei über 1.500 Euro, während gebrauchte Geräte immerhin noch 150 bis 350 Euro erzielen können.
Ortungsfunktionen und Hardware-Ergänzungen
Angesichts dieser Werte gewinnen Ortungsdienste an Bedeutung. iPhone-Nutzer können ihr Gerät beispielsweise über eine verbundene Apple Watch lokalisieren.
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Je nach Betriebssystem – ab watchOS 10 über die Seitentaste, bei älteren Versionen durch ein Wischen von unten nach oben – lässt sich im Kontrollzentrum ein Ping-Signal auslösen, das auch im Stumm-Modus hörbar ist. Bei Modellen ab dem iPhone 15 in Kombination mit einer Watch Series 9 oder Ultra 2 ist zudem eine zentimetergenaue Suche mit Entfernungsanzeige möglich.
Als kostengünstige Ergänzung zum Diebstahlschutz bietet der Handel mittlerweile Drittanbieter-Lösungen an. So führt der Discounter Lidl derzeit ein Set aus drei Smart Tags der Marke Tronic für insgesamt 9,99 Euro, was einem Preis von rund 3,33 Euro pro Tracker entspricht. Diese Tags sind mit Apples „Wo ist?“-Netzwerk kompatibel und verfügen über eine Bluetooth-Reichweite von rund 10 Metern sowie eine Batterielaufzeit von etwa acht Monaten.
Warnungen vor neuen Betrugsmaschen und Sicherheitslücken
Neben physischem Diebstahl drohen Gefahren durch digitale Angriffe. Die Polizei Nordrhein-Westfalen warnt aktuell vor einer WhatsApp-Betrugsmasche namens „Klara“. Dabei erhalten Nutzer Nachrichten von echten Kontakten mit der Bitte, für ein Mädchen bei einem Stipendium abzustimmen.
Ein Link führt auf eine gefälschte Seite, auf der die Eingabe der Telefonnummer und eines WhatsApp-Codes verlangt wird. Dies ermöglicht es Tätern, das Konto zu übernehmen, Nachrichten mitzulesen und im Namen des Opfers Geld zu fordern.
Zudem weisen Sicherheitsforscher der Michigan State University auf Schwachstellen im Mobilfunknetz hin. Durch experimentelle Angriffe auf 4G- und 5G-Netze konnten sie zeigen, dass der Diebstahlschutz von Mobilfunkanbietern aufgrund uneinheitlicher Identitätschecks missbraucht werden kann, um fremde Geräte unbefugt zu sperren.
Defizite im Sicherheitswissen der Verbraucher
Trotz der Risiken besteht bei vielen Nutzern Aufklärungsbedarf. Eine telefonische Umfrage des Branchenverbands Bitkom unter 1.005 Personen im Frühjahr 2026 ergab, dass lediglich 43 Prozent der Befragten den Begriff Phishing erklären können.
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Nur 35 Prozent kannten den Begriff Malware und 51 Prozent wussten, was ein Passwort-Manager ist. Der Leiter für Sicherheit beim Branchenverband betonte in diesem Zusammenhang, dass die reine Kenntnis der Begriffe nicht ausreiche, um sich wirksam vor Cyberangriffen zu schützen.
Risiken durch Altgeräte in Haushalten
Ein oft unterschätztes Risiko geht zudem von ungenutzten Altgeräten aus, die in deutschen Haushalten lagern. Lithium-Ionen-Akkus können auch bei Nichtbenutzung altern und sich aufblähen, was im Extremfall zu Bränden führen kann.
Warnzeichen sind gewölbte Gehäuse oder ungewöhnliche Hitzeentwicklung. Experten raten dazu, nicht mehr benötigte Geräte fachgerecht bei Wertstoffhöfen oder im Elektronikhandel zu entsorgen und genutzte Reservegeräte kühl und trocken zu lagern sowie regelmäßig nachzuladen.
