iPhone-Reparatur: Apple erlaubt gebrauchte Originalteile ab sofort
Veröffentlicht: 11.07.2026 um 05:44 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Apple öffnet sich für den Einbau gebrauchter Originalteile, während gleichzeitig die Politik strengere Vorgaben macht. Und Besitzer älterer iPhones erlebten zuletzt eine böse Überraschung.
Gebrauchte Teile werden offiziell erlaubt
Apple hat sein Reparaturprogramm erweitert: Ab sofort dürfen zertifizierte Werkstätten gebrauchte Originalteile in aktuellen Modellen verbauen. Den Anfang macht das iPhone 15. Das System nutzt das „Repair Assistant"-Tool zur Kalibrierung der Komponenten.
Voraussetzung: Die verbauten Teile müssen original und kompatibel sein. Nur so gewährleistet das System volle Funktionsfähigkeit. iOS-Geräte ab Version 15.2 zeigen den Status jedes Bauteils in den Einstellungen an. Erfolgreich integrierte Gebrauchtteile erhalten dort das Label „Gebraucht".
Um Diebstahl vorzubeugen, wurde die Aktivierungssperre auf einzelne Komponenten ausgeweitet. Gestohlene Ersatzteile lassen sich so nicht mehr in anderen Geräten nutzen.
Der Schritt ist konsequent: Bereits 2019 startete Apple ein Programm für unabhängige Reparaturbetriebe in den USA. Nach einer kostenlosen Online-Zertifizierung erhielten sie Zugang zu Originalteilen, Werkzeugen und Handbüchern – gleichberechtigt mit den autorisierten Servicepartnern. Das Programm läuft inzwischen weltweit.
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Alte iPhones: Panne bei der Firmware-Signatur
Während Apple bei neuen Modellen auf Flexibilität setzt, sorgte ein Zwischenfall bei älteren Geräten für Aufsehen. Am 9. Juli 2026 stellte der Konzern überraschend die Signierung der Basisband-Firmware für mehrere 32-Bit-Geräte ein.
Betroffen waren das iPhone 4, 4S, 5 und 5c sowie die iPads 2, 3, 4 und das originale iPad Mini mit Mobilfunk. Nutzer dieser Geräte konnten plötzlich keine offiziellen Wiederherstellungen oder Downgrades mehr über iTunes oder Finder durchführen. Die nötige Validierung durch Apples Server blieb aus. Nur die WLAN-Modelle waren nicht betroffen.
Die Panne entpuppte sich als technischer Fehler. Bereits am 10. Juli 2026 – also einen Tag später – stellte Apple die Signierung wieder her. Besitzer der betagten Geräte können nun wieder problemlos Systemwiederherstellungen durchführen.
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Colorado plant Ausnahmen vom Reparaturrecht
Auch die Gesetzgebung greift ins Reparaturgeschehen ein. In Colorado sorgt derzeit der Gesetzesentwurf SB26-090 für Diskussionen. Er sieht Ausnahmen vom bestehenden „Right to Repair"-Gesetz vor – und zwar für Hardware, die in kritischen Infrastrukturen eingesetzt wird.
Kritiker warnen: Der Entwurf nutzt eine sehr breite Definition kritischer Infrastruktur. Das könnte die Verbraucherrechte massiv einschränken. Unterstützung kommt von der Industrie: Unternehmen wie Cisco befürworten die Einschränkungen mit Verweis auf die Sicherheit sensibler Infrastruktur.
Die Entwicklungen zeigen: Die Reparaturlandschaft wird komplexer. Während technische Lösungen den Einbau gebrauchter Teile erleichtern, drohen politische Ausnahmen die erreichten Fortschritte wieder zunichtezumachen.
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