iPhone in Brasilien: Apple öffnet App-Marktplatz erstmals für Konkurrenten
20.06.2026 - 09:24:06 | boerse-global.de
Der iPhone-Konzern beugt sich dem Wettbewerbsdruck und erlaubt erstmals Drittanbieter-Marktplätze in Brasilien.
Apple hat sein mobiles Ökosystem in Brasilien geöffnet. Seit dem 18. Juni 2026 können Nutzer mit iOS 26.5 Apps aus alternativen Quellen installieren und Zahlungen über Drittanbieter abwickeln. Die Maßnahme folgt regulatorischen Vorgaben, wie sie zuvor bereits in der Europäischen Union und Japan umgesetzt wurden.
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Einigung mit der Wettbewerbsbehörde
Der Schritt ist das Ergebnis einer Vereinbarung zwischen Apple und der brasilianischen Wettbewerbsbehörde CADE. Auslöser war eine Beschwerde der Handelsplattform Mercado Libre. Um mögliche Strafzahlungen in Höhe von umgerechnet rund 27 Millionen Euro zu vermeiden, verpflichtete sich Apple, seine Plattform für Wettbewerber zu öffnen. Die Vereinbarung gilt für drei Jahre.
Neue Gebührenmodelle für Entwickler
Entwickler, die die neuen Vertriebs- und Zahlungsoptionen nutzen, müssen sich auf veränderte Konditionen einstellen. Für Apps, die im offiziellen App Store bleiben, verlangt Apple eine Provision von 21 Prozent. Teilnehmer des Small Business Programms oder Anbieter bestimmter Langzeit-Abonnements zahlen lediglich zehn Prozent.
Ein Blick auf die Details: Wer Apples In-App-Kaufsystem nutzt, zahlt zusätzlich fünf Prozent Abwicklungsgebühr. Entscheiden sich Entwickler für Drittanbieter-Zahlungen oder Verkäufe über externe Webseiten, fällt eine „Store Services Commission" von 15 Prozent an. Für Apps aus alternativen Marktplätzen erhebt Apple zudem eine „Core Technology Commission" von fünf Prozent. Die neuen Lizenzbedingungen müssen bis zum 6. Juli 2026 akzeptiert werden.
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Sicherheitsauflagen und der erste Konkurrent
Trotz der Öffnung setzt Apple auf Sicherheitsvorkehrungen. Alle Apps aus Drittanbieter-Quellen müssen einen Notarisierungsprozess durchlaufen – ähnlich dem System bei macOS. Auch die alternativen Marktplätze selbst benötigen eine explizite Apple-Genehmigung.
Der erste Anbieter, der die neuen Regeln nutzt, ist AltStore PAL. Seit dem 18. Juni ist der Marktplatz für brasilianische Nutzer verfügbar. Voraussetzungen: ein Gerät mit iOS 26.5, der Safari-Browser und ein brasilianischer App-Store-Account. Apple warnt weiterhin vor erhöhten Risiken bei Betrug und Datensicherheit außerhalb des offiziellen Stores.
Besonderer Schutz für Minderjährige
Die neuen Richtlinien enthalten spezielle Regelungen für junge Nutzer. Für Apps der Kategorie „Kids" sind externe Kauf-Links untersagt. Zudem ist eine „Parental Gate" – eine elterliche Zustimmung – für alle externen Links oder Drittanbieter-Zahlungsaufforderungen an Minderjährige Pflicht. Nutzer können zudem über die Systemeinstellungen ihren bevorzugten Standard-App-Marktplatz festlegen.
