Gericht, Milliarden

iPhone-Drosselung: Gericht entscheidet über 1,1 Milliarden Euro Strafe

21.06.2026 - 12:36:37 | boerse-global.de

In London beginnt die Hauptverhandlung einer Sammelklage gegen Apple wegen mutmaßlicher Leistungsdrosselung älterer iPhone-Modelle.

Apple droht Milliardenstrafe wegen iPhone-Drosselung in UK
Gericht - Nahaufnahme eines Smartphones mit einer stilisierten Leiterplatte und einem unscharfen Hintergrund, der einen Gerichtssaal andeutet. 21.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Vor dem Competition Appeal Tribunal (CAT) in London hat die entscheidende Phase einer Milliarden-Sammelklage gegen Apple begonnen. Der Vorwurf: Der Konzern soll die Leistung älterer iPhone-Modelle per Software-Update gedrosselt haben – ohne die Nutzer ausreichend zu informieren. Bei einer Niederlage drohen Zahlungen von bis zu 956 Millionen Pfund (rund 1,1 Milliarden Euro).

Verbraucherschützer klagen für 21 Millionen Nutzer

Der britische Verbraucherschützer Justin Gutmann führt die Klage stellvertretend für rund 21 Millionen iPhone-Besitzer in Großbritannien an. Die Klägerseite wirft Apple vor, seine marktbeherrschende Stellung missbraucht und Beweise zur Leistungsdrosselung zurückgehalten zu haben. Betroffen sind die Modelle iPhone 6s, 6s Plus, SE sowie iPhone 7 und 7 Plus.

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Kommt das Gericht zu einem Schuldspruch, winken betroffenen Nutzern rund 40 Pfund (ca. 47 Euro) Entschädigung pro Person. Apple weist die Vorwürfe zurück. Die Maßnahmen zur Energieverwaltung seien notwendig gewesen, um die Batterielebensdauer zu verlängern und plötzliche Abschaltungen zu verhindern. Der Konzern verweist auf einen Vergleich in den USA aus dem Jahr 2020 – damals zahlte Apple 500 Millionen US-Dollar, ohne ein Fehlereingeständnis abzugeben.

Ermittlungen in Frankreich: Geplante Obsoleszenz im Fokus

Parallel zum Londoner Verfahren ermitteln die französischen Behörden gegen Apple. Der Vorwurf: mutmaßlich betrügerische Geschäftspraktiken im Zusammenhang mit geplanter Obsoleszenz. Die Verbraucherorganisation HOP (Halte à l’Obsolescence Programmée) hatte Ende 2022 Klage eingereicht – gestützt auf das französische Abfallschutzgesetz von 2020.

Konkret geht es um die sogenannte Teileserialisierung. Apple bindet Komponenten per Software-Kopplung an ein spezifisches Gerät. Ein Beispiel: Beim iPhone 13 fiel nach dem Austausch des Displays zeitweise die Gesichtserkennung Face ID aus. Apple behob den Fehler später per Update, steht aber weiter in der Kritik, Reparaturen mit Drittanbieterteilen zu erschweren.

Sicherheitslücke in alten Chips entdeckt

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Flankiert werden die juristischen Probleme durch neue Sicherheitserkenntnisse. Forscher entdeckten die Schwachstelle „usbliter8“ im BootROM von A12- und A13-Chips. Betroffen sind das iPhone XR, das iPhone 11 sowie mehrere iPad- und Apple-Watch-Modelle. Der Fehler sitzt im USB-Controller der Hardware – ein Software-Update kann ihn nicht beheben. Ein Angriff erfordert jedoch physischen Zugriff auf das Gerät.

Neue Chip-Generation in Planung

Während Apple mit den Altlasten kämpft, bereitet der Konzern den Technologiewechsel vor. Für Herbst 2026 ist der Umstieg auf eine neue Chip-Generation geplant – gefertigt in der 2-Nanometer-Technologie von TSMC. Der künftige M6-Prozessor soll die Effizienz deutlich steigern. Gleichzeitig deutet die Konzernführung Preisanpassungen an: Die steigende Nachfrage nach Speicherkomponenten für KI-Funktionen könnte die Kosten in die Höhe treiben.

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