iPhone-Diebstahl: Apple und Polizei senken Reaktivierungsrate auf 20%
11.06.2026 - 23:28:44 | boerse-global.de
Im Zentrum steht ein verstärkter Datenaustausch von Geräte-Identifikatoren (IMEI) zwischen Polizei und Konzern. Ziel: Gestohlene Smartphones sollen sich nicht mehr reaktivieren oder weiterverkaufen lassen.
Technische Sperren machen Diebesgut wertlos
Apples aktuelles Update iOS 26.4 spielt dabei eine Schlüsselrolle. Die Funktion zum Schutz gestohlener Geräte ist nun standardmäßig aktiviert. Für kritische Aktionen wie einen Reset oder die Deaktivierung des „Verloren“-Modus ist eine biometrische Authentifizierung nötig. Auch der Einsatz illegaler Software, mit der Kriminelle bisher Sperren umgingen, wird blockiert.
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Die Maßnahmen zielen direkt auf das Geschäftsmodell organisierter Banden ab. Laut Metropolitan Police sollen illegale Netzwerke identifiziert und der Schwarzmarktwert entwendeter Geräte systematisch gesenkt werden.
Diebstahlzahlen brechen ein
Die gemeinsamen Anstrengungen zeigen bereits Wirkung. In ganz London sank die Zahl der gemeldeten Handydiebstähle zwischen Juni 2025 und Mai 2026 um 14.000 Fälle – ein Rückgang von 18 Prozent. Besonders stark fiel der Rückgang im Stadtbezirk Westminster aus: Dort gingen die Fallzahlen von Januar bis Mai 2026 um 45,8 Prozent zurück.
Met-Police-Kommissar Sir Mark Rowley bestätigt den Trend. Die Reaktivierungsrate gestohlener iPhones sei drastisch gesunken. Wurden früher rund 80 Prozent der in London entwendeten Geräte im Ausland wieder in Betrieb genommen, liegt der Wert nun bei unter 20 Prozent. Die Mehrheit der zuletzt gestohlenen Telefone lässt sich aufgrund der technischen Hürden nicht mehr zurücksetzen.
Ermittler zerschlagen internationale Schmuggelrouten
Die Dimensionen des illegalen Handels sind gewaltig. Eine identifizierte Bande soll bis zu 40.000 Mobiltelefone nach China geschmuggelt haben – rund 40 Prozent aller Diebstähle in London. In sozialen Medien wie Snapchat wurden Anzeigen geschaltet, die bis zu 380 Britische Pfund für den Diebstahl eines einzelnen iPhones boten.
Im Rahmen der „Operation Reckoning“ ging die Polizei zehn Tage lang mit Drohnen und E-Bikes gegen die Täter vor. Allein in einem vierwöchigen Zeitraum im Frühjahr gab es 248 Festnahmen und die Sicherstellung von 770 Geräten. In einem Geschäft wurden im April rund 1.000 gestohlene Telefone beschlagnahmt.
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Polizei fordert gesetzliche Mindeststandards
Trotz der Erfolge sieht die Polizeiführung weiterhin Nachbesserungsbedarf. Sir Mark Rowley forderte gesetzliche Mindeststandards, die Technologieunternehmen verpflichten, gestohlene Telefone dauerhaft unbrauchbar zu machen. Laut Umfragen unterstützen 83 Prozent der Öffentlichkeit diese Forderung.
Neben Apple arbeiten auch Samsung und Google an ähnlichen Sicherheitsupdates. Der Handlungsbedarf ist enorm: Zwischen 2017 und Februar 2024 wurden in London fast 590.000 Mobiltelefone als gestohlen gemeldet – lediglich knapp 14.000 wurden wieder aufgefunden. Die Aufklärungsquote bei Diebstählen liegt derzeit bei weniger als einem Prozent.
