DRAM-Kosten, Apple

iPhone 18 Pro: DRAM-Kosten explodieren um 272 Prozent

Veröffentlicht am: 03.08.2026 um 10:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Apple verzeichnet Rekordumsatz, warnt aber vor Chip-Knappheit und massiv gestiegenen Speicherkosten. Die Aktie fiel nach schwacher Prognose um 7 Prozent.

Apple: 2nm-Chip-Engpässe und steigende Kosten trüben Rekordquartal
Ein hochmoderner Silizium-Wafer in einer sterilen Reinraumumgebung, der die Halbleiterfertigung symbolisiert. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Anfang August 2026 hat der Technologiekonzern Apple vor zunehmenden Engpässen bei fortschrittlichen 2nm-Halbleiterknoten gewarnt. Diese Kapazitätsbeschränkungen beeinträchtigen laut Branchenberichten die langfristige Hardware-Produktions-Roadmap des Unternehmens erheblich. Trotz der besten Quartalsergebnisse der Unternehmensgeschichte im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 trüben die angespannte Versorgungslage und massive Kostensteigerungen bei Schlüsselkomponenten die Prognosen für das vierte Quartal.

Massive Kostensteigerungen bei Chips und Speichern

Apple sieht sich mit einer drastischen Verteuerung der Fertigung konfrontiert. Berichten zufolge belaufen sich die Kosten für einen einzelnen 2nm-Wafer des Partners TSMC auf etwa 30.000 US-Dollar, was einer Steigerung von 66 % gegenüber der vorangegangenen 3nm-Generation entspricht. Obwohl Apple mehr als 50 % der verfügbaren N2-Kapazitäten bei TSMC gesichert habe, bleibe das Angebot knapp.

Zusätzlich belasten die Preise für Speicherbausteine die Bilanz. In seiner letzten Telefonkonferenz Ende Juli wies Tim Cook auf höhere Speicherkosten für das vierte Quartal hin und bezeichnete die Preisentwicklung im Bereich DRAM und NAND als außergewöhnlich schwerwiegendes Ereignis. Konkret seien die Kosten für DRAM-Pakete beim kommenden iPhone 18 Pro auf rund 145 US-Dollar gestiegen, verglichen mit lediglich 39 US-Dollar beim iPhone 17 Pro. Dies entspricht einer Steigerung von 272 %. In einer offiziellen Einreichung bei der US-Börsenaufsicht SEC vom 2. August 2026 warnte das Unternehmen zudem, dass die Knappheit an Rechenkapazitäten und Speichern zu Verzögerungen bei geplanten Produkteinführungen führen könnte.

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Auswirkungen auf Produktpreise und Hardware-Portfolio

Die gestiegenen Produktionskosten schlagen sich bereits in der Preisgestaltung nieder. Analysten von IDC prognostizieren für die nächste iPhone-Generation einen Anstieg der Einzelhandelspreise um etwa 200 US-Dollar. Damit würde das Pro-Modell ab rund 1.299 US-Dollar und das Pro Max ab etwa 1.399 US-Dollar starten. Aufgrund der höheren Silizium- und Speicherkosten stufte GF Securities die Aktie am 1. August 2026 auf „Hold“ herab und hält sogar Preiserhöhungen von bis zu 300 US-Dollar für möglich.

Auch bestehende Produkte sind betroffen. Der Preis für das MacBook Air mit 512 GB Basisspeicher stieg bereits schrittweise von ursprünglich 999 US-Dollar über 1.099 US-Dollar im März auf zuletzt 1.299 US-Dollar im Juni. Gleichzeitig werden für diese Modelle Lieferverzögerungen bis zum Monatsende gemeldet.

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Rekordquartal steht schwächerem Ausblick gegenüber

Finanziell blickt Apple auf ein erfolgreiches drittes Quartal 2026 zurück. Der Gesamtumsatz erreichte 109,42 Milliarden US-Dollar, was einem Zuwachs von 16,4 % entspricht. Das iPhone-Segment steuerte 54,25 Milliarden US-Dollar (+21,7 %) bei, während die Mac-Sparte um 28,7 % auf 10,35 Milliarden US-Dollar wuchs. Der Bereich Services erzielte 30,74 Milliarden US-Dollar (+12,1 %). Lediglich das iPad-Segment verzeichnete einen Rückgang um 5,9 % auf 6,19 Milliarden US-Dollar. In Großchina konnte der Umsatz um 22,4 % auf 18,82 Milliarden US-Dollar gesteigert werden.

Ein signifikanter Teil der Gewinnübertreffung resultierte jedoch aus Zollrückerstattungen, die 0,11 US-Dollar zum Ergebnis je Aktie (EPS) beitrugen. Ohne diese Sondereffekte läge die Bruttomarge bei 48,1 % statt der gemeldeten 50,1 %. Sorge bereitet Investoren zudem der Anstieg des Lagerbestands auf 11,09 Milliarden US-Dollar – ein Plus von 94 % gegenüber September.

Nach Bekanntgabe der Q4-Prognose, die ein Umsatzwachstum von lediglich 9 bis 11 % vorsieht (gegenüber einem Analystenkonsens von 12 %), fiel die Apple-Aktie am 2. August 2026 um 7 % auf 308,91 US-Dollar. Dies entsprach einem vorbörslichen Verlust an Marktkapitalisierung von etwa 362 Milliarden US-Dollar.

Bevorstehender Wechsel an der Unternehmensspitze

Inmitten dieser operativen Herausforderungen steht ein Führungswechsel bevor. Tim Cook wird am 1. September als CEO zurücktreten. Die Nachfolge tritt John Ternus an, der das Unternehmen durch die Phase der Ressourcenknappheit und der neuen Chip-Generationen führen soll.

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