WWDC, Apple

iOS 27 zur WWDC: Apple plant Drittanbieter-Streaming als Standard

27.05.2026 - 11:30:43 | boerse-global.de

Apple-Mitgründer Wozniak kritisiert die restriktive Unternehmenspolitik. Der Konzern verteidigt sein geschlossenes System im Kartellrechtsstreit mit der US-Regierung.

iOS 27 zur WWDC: Apple plant Drittanbieter-Streaming als Standard - Foto: über boerse-global.de
iOS 27 zur WWDC: Apple plant Drittanbieter-Streaming als Standard - Foto: über boerse-global.de

Der 75-Jährige sprach sich am Mittwoch in Sydney für ein Ende der restriktiven Apple-Politik aus. „Das Unternehmen könnte seine Marktstärke und Produktqualität auch mit einem offeneren System bewahren“, betonte Wozniak. Die Kritik kommt zu einem brisanten Zeitpunkt: Apple steckt mitten in einem milliardenschweren Kartellrechtsstreit mit dem US-Justizministerium. Die Branche blickt gespannt auf die Entwicklerkonferenz WWDC im Juni – wird Apple dort echte Öffnungsschritte wagen?

Wozniaks klare Worte: „Proprietäre Hürden sind unnötig“

In Sydney kritisierte Wozniak Apples jahrzehntelange Strategie, Kunden mit speziellen Schrauben und Klebstoffen an eigene Reparaturdienste zu binden. Besonders die Pentalobe-Schrauben und die Blockade plattformübergreifender Entwickler-Tools monierte er. „Ich wünsche mir flexible Programmiermöglichkeiten wie Applescript auch auf dem iPad“, so der Ingenieur.

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Erst am Dienstag hatte Wozniak an der Grand Valley State University über die Anfänge des Konzerns gesprochen. „Apple existiert nur, weil Hewlett-Packard meine PC-Entwürfe fünfmal ablehnte“, verriet er den Absolventen. Seine Motivation sei nie Geld gewesen, sondern die Anerkennung für seine technischen Leistungen. Auch zur Künstlichen Intelligenz bezog er Stellung: „Vertraut eurer eigenen Intelligenz und Kreativität mehr als automatisierten Systemen“, mahnte er die Studenten.

Justizstreit: Apple want Geheimdienstdaten als Waffe nutzen

Während Wozniak auf Öffnung drängt, kämpft Apple vor Gericht um den Erhalt seiner geschlossenen Welt. In einem Antrag vor einem Bundesgericht in New Jersey forderte der Konzern am Dienstag die Herausgabe interner Dokumente von 14 US-Behörden. Apple will mit Beschaffungsanalysen und Risikobewertungen belegen, dass das geschlossene iOS-Ökosystem Sicherheitsvorteile bietet. Die Argumentation: Die US-Regierung vertraue selbst auf iPhones für sichere Kommunikation – genau diese Sicherheit wäre durch erzwungene Offenheit gefährdet.

Die US-Regierung wehrt sich gegen diese Taktik. Die geforderten Daten seien teils geheim und für den Kartellrechtsfall irrelevant, so die Behörden. Der Rechtsstreit reiht sich ein in eine globale Welle regulatorischer Angriffe auf Apples App-Store-Politik. Bereits im Mai 2025 hatte die brasilianische Kartellbehörde CADE erste Maßnahmen gegen Apples Anti-Steering-Klauseln und das Zwangssystem für In-App-Käufe verhängt. Zwar einigte man sich im Dezember 2025 auf einen Vergleich, doch die Botschaft ist klar: Weltweit sehen Regulierer Apples Marktmacht kritisch.

iOS 27: Öffnung nur für Europa?

Die WWDC 2026 vom 8. bis 12. Juni könnte erste Zugeständnisse bringen. Branchenkreisen zufolge plant Apple mit iOS 27 die Möglichkeit, Drittanbieter-Streaming-Protokolle wie Google Cast als Systemstandard zu wählen. Allerdings: Diese Funktion könnte auf die EU beschränkt bleiben – als Reaktion auf den Digital Markets Act. Neben Streaming soll iOS 27 ein überarbeitetes Siri-Interface, verbesserte Sprachsteuerung für Shortcuts und neue KI-gesteuerte Bildgenerierung bringen.

Doch die Kritik an Apples Innovationskraft wird lauter. Meta-Chef Mark Zuckerberg erklärte 2025 in einem Podcast, Apple habe seit dem ersten iPhone keine echten Innovationen mehr hervorgebracht. Die Beschränkungen für Drittanbieter-Zubehör wie AirPods könnten langfristig zum Niedergang führen. Ein 15-jähriger Entwickler untermauert diese These: Sein Open-Source-Projekt LibrePods sammelte auf GitHub über 26.000 Sterne. Durch Manipulation der Bluetooth-Kennung ermöglicht es AirPods-Funktionen wie Geräuschunterdrückung auf Android und Linux – ein direkter Angriff auf Apples proprietäre Software-Sperren.

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Das Ende der Intel-Ära und der Kampf um Nachhaltigkeit

Apples Strategie der engen Hardware-Software-Verzahnung steht zunehmend unter Druck. Mit macOS 27, das für September 2026 erwartet wird, stellt der Konzern die Unterstützung für Intel-Prozessoren ein. Betroffen sind selbst vergleichsweise aktuelle Geräte wie der iMac von 2020 oder der Mac Pro von 2019. Der Umstieg auf reine Apple-Silicon-Systeme mag die Kontrolle über das Ökosystem verstärken, beschleunigt aber auch die Obsoleszenz älterer Hardware – ein weiterer Punkt, den Wozniak und Kritiker als nicht nachhaltig kritisieren.

Ausblick: Wohin steuert Apple?

Die Veröffentlichung von iOS 27 im September wird zum Lackmustest für Apples Zukunftskurs. KI-gestützte Barrierefreiheitsfunktionen wie Augensteuerung für die Vision Pro oder automatische Videountertitel zeigen technologische Ambitionen. Doch die Kernfrage bleibt: Wie weit öffnet sich Apple wirklich?

Die Entscheidung des Bundesgerichts in New Jersey über Apples Antrag auf Herausgabe der Regierungsdokumente wird richtungsweisend sein. Lehnt das Gericht den Antrag ab, dürfte es für Apple schwerer werden, sein geschlossenes System als Sicherheitsnotwendigkeit zu verteidigen. Projekte wie LibrePods zeigen zudem: Selbst wenn Apple seine offiziellen Beschränkungen beibehält, wird die Tech-Community Wege finden, die Mauern zwischen iOS und anderen Plattformen einzureißen. Ob durch Regulierungsdruck oder Wettbewerb – die Ära des streng geschlossenen Apple-Ökosystems steht vor ihrer größten Bewährungsprobe.

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