Apple, KI-Funktionen

iOS 27: Apple sperrt KI-Funktionen für 450 Millionen EU-Nutzer

12.06.2026 - 13:44:31 | boerse-global.de

Apple blockiert zentrale KI-Neuerungen in iOS 27 für EU-Nutzer. Die Kommission bezeichnet den Schritt als freiwillige Geschäftsentscheidung.

Apple sperrt KI-Funktionen für 450 Millionen EU-Nutzer
Apple - A glowing map of the European Union overlaid on a digital waveform, symbolizing AI limitations and regulatory challenges. 12.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Nach der Ankündigung von iOS 27 auf der WWDC am 8. Juni 2026 bestätigte der iPhone-Hersteller, dass zahlreiche KI-Funktionen für Nutzer in der Europäischen Union zunächst nicht verfügbar sein werden. Als Grund nennt Apple die regulatorischen Anforderungen des Digital Markets Act (DMA).

Welche Funktionen EU-Nutzern fehlen werden

Die Einschränkungen betreffen zentrale Neuerungen des neuen Siri AI-Systems, das auf einem Google Gemini-Modell mit 1,2 Billionen Parametern basiert. Konkret werden folgende Features in allen 27 EU-Mitgliedsstaaten nicht auf iOS 27 und iPadOS 27 erscheinen:

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  • Eine neue Chatbot-ähnliche Siri-Oberfläche inklusive eigener Siri-App
  • Erweiterte Schreibwerkzeuge ("Writing Tools") und verbesserte visuelle Analysefunktionen
  • Ein spezieller Siri-Modus, direkt in die Kamera-App integriert
  • Systemweites Gesprächsgedächtnis und kontextbezogene Assistenz

Die Beschränkungen gelten auch für die Apple Watch, deren Funktionen an das gekoppelte iPhone gebunden sind. Zusätzlich wird die neue „Tap to Share"-Funktion – mit der Händler Kontaktdaten und Quittungen per NFC austauschen können – im gesamten Europäischen Wirtschaftsraum (inklusive Island, Liechtenstein und Norwegen) blockiert.

Streit um Gerätezugriff und Sicherheit

Apple begründet die Entscheidung mit den DMA-Vorgaben. Das Gesetz würde das Unternehmen zwingen, Drittanbietern von KI-Diensten nahezu uneingeschränkten Zugriff auf die Geräte der Nutzer zu gewähren. Dies gefährde aus Sicht des Konzerns die Privatsphäre und Datensicherheit massiv.

Als Kompromissvorschlag brachte Apple einen sogenannten „Trusted System Agent" ins Spiel und beantragte eine 18-monatige Übergangsfrist für die schrittweise Einführung der KI-Funktionen. Die Europäische Kommission lehnte beide Vorschläge ab. Apple erklärte daraufhin, es gebe derzeit keinen Zeitplan für die Einführung von Siri AI auf Mobilgeräten in der Region – die Regulierungsbehörden hätten die identifizierten Sicherheitsrisiken nicht anerkannt.

Brüssel kontert: „Freiwillige Geschäftsentscheidung"

Die Europäische Kommission wies Apples Darstellung umgehend zurück. Am 9. Juni 2026 erklärte ein Sprecher, die Entscheidung, rund 450 Millionen Nutzern die KI-Funktionen vorzuenthalten, sei eine freiwillige Geschäftsentscheidung Apples.

Die Kommission stellte klar: Der DMA verbiete die Einführung solcher Technologien nicht. Er verlange lediglich von sogenannten Gatekeepern, dass sie Drittanbietern Zugang zu gleichwertigen Funktionen gewähren. Apple habe keinen Vorschlag für eine gesetzeskonforme Lösung vorgelegt, sondern lediglich eine formelle 18-monatige Ausnahme von seinen rechtlichen Verpflichtungen beantragt. Die Verantwortung für eine rechtskonforme Umsetzung liege allein beim Hersteller.

Teilweise Verfügbarkeit auf anderen Plattformen

Während die Funktionen auf iPhones und iPads blockiert sind, können EU-Nutzer Siri AI auf macOS 27 und visionOS 27 weiterhin nutzen. Diese Plattformen unterliegen nicht denselben DMA-Beschränkungen wie die mobilen Betriebssysteme. Auch Nutzer in Großbritannien sind von den Einschränkungen nicht betroffen.

Die EU ist nicht die einzige Region mit Startschwierigkeiten: Apple bestätigte, dass Siri AI in China aufgrund separater regulatorischer Hürden ebenfalls nicht zum Launch verfügbar sein wird.

Entwickler in der Europäischen Union können die neuen Siri AI-APIs auf iOS und iPadOS derzeit weder einsehen noch testen. Die erste öffentliche Beta von iOS 27 wird für Juli 2026 erwartet, die stabile Version soll im Herbst 2026 erscheinen – in Europa vorerst ohne die umstrittenen KI-Funktionen.

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