iOS 27: Apple öffnet AirPlay für Google Cast und Matter
24.05.2026 - 22:30:30 | boerse-global.deApple öffnet sein Streaming-System für fremde Protokolle – EU-Regeln erzwingen den Wandel.
Noch in diesem Jahr sollen iPhone-Nutzer erstmals systemweit zwischen AirPlay, Google Cast und Matter Casting wählen können. Die Anpassung ist eine direkte Folge des Digital Markets Act (DMA) der Europäischen Union, der Apple als „Gatekeeper“ zur Öffnung seiner Plattform zwingt.
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EU-Druck zwingt Apple zur Öffnung
Bislang war AirPlay die einzige tief im Betriebssystem verankerte Streaming-Lösung. Wer Inhalte vom iPhone auf einen Fernseher oder Lautsprecher übertragen wollte, war auf Apples eigene Hardware oder lizenzierte Geräte angewiesen. Das soll sich mit iOS 27 grundlegend ändern.
Die EU-Kommission hat laut aktuellen Berichten aus Mai 2026 darauf gedrungen, dass Drittanbieter denselben Zugriff auf die Konnektivitätsfunktionen von iOS erhalten wie Apples eigene Dienste. Bereits im März 2025 hatten die Spezifikationsverfahren begonnen, die nun in neuen Systemeinstellungen münden. Künftig können Nutzer etwa Google Cast als Standardprotokoll festlegen – ein Chromecast-fähiger Fernseher oder ein Nest-Lautsprecher ließen sich dann direkt aus jeder App ansteuern, ohne Umwege über Drittanbieter-Apps.
Matter Casting als verbindende Technologie
Neben den regulatorischen Vorgaben treibt die Industrie mit Matter einen einheitlichen Smart-Home-Standard voran. Matter Casting fungiert als Brücke zwischen den Welten: Anders als einfache Bildschirmspiegelung erkennt die Technologie die jeweilige App und startet auf dem Empfangsgerät eine native Version der Anwendung.
Besonders spannend: Hochwertige Audiogeräte aus dem Jahr 2026 unterstützen bereits alle drei Protokolle gleichzeitig. Wenn ein iPhone Matter Casting nutzt, greift es auf Apples FairPlay-DRM aus AirPlay 2 zurück – die Inhaltsicherheit bleibt also gewahrt, während die Geräteerkennung über den offenen Matter-Standard läuft.
Amazon hat Matter Casting bereits 2024 in seine Fire-TV-Reihe und Prime-Video-Apps integriert. Auch kleinere Anbieter wie Pluto TV und Sling TV haben für 2026 ihre Unterstützung angekündigt. Der große Vorteil: Matter Casting benötigt keine speziellen Chips. Jeder Smart-TV-Hersteller kann die Funktion per Software-Update nachrüsten.
Open-Source-Alternativen gewinnen an Bedeutung
Für Nutzer abseits der großen Ökosysteme haben sich 2025 und 2026 leistungsstarke Alternativen etabliert:
- FCast: Das lizenzfreie Open-Source-Protokoll unterstützt DASH und HLS und erfreut sich bei datenschutzbewussten Anwendern wachsender Beliebtheit.
- UxPlay: Ermöglicht Unix- und Linux-Systemen, als AirPlay-2-Server zu fungieren – inklusive Apple-Lossless-Audio und HLS-Video.
- AirDroid Cast und AnyMiro: Diese professionellen Tools bieten 4K-Spiegelung über WLAN und USB und werden zunehmend in Bildung und Wirtschaft eingesetzt.
Der Markt für drahtlose Bildschirmübertragung wächst rasant. Allein das Segment der Drittanbieter-Software verzeichnet eine jährliche Wachstumsrate von 13,8 Prozent.
Milliardenmarkt im Umbruch
Die wirtschaftlichen Dimensionen sind beeindruckend: Der AirPlay-kompatible Markt für drahtlose Displays wird 2026 auf umgerechnet rund 5,4 Milliarden Euro geschätzt – ein Plus von 10,1 Prozent zum Vorjahr. Der gesamte Markt für kabellose Bildübertragung könnte bis Anfang der 2030er-Jahre auf über 32 Milliarden Euro anwachsen, angetrieben durch 5G-Advanced und Wi-Fi 7.
Die Zukunft: Unsichtbare Vernetzung
Branchenbeobachter sehen einen grundlegenden Wandel: Weg von der app-zentrierten Bedienung, hin zu KI-gesteuerten Assistenten, die Medieninhalte automatisch über das jeweils optimale Protokoll verteilen. Der Nutzer merkt dann gar nicht mehr, ob AirPlay, Google Cast oder Matter zum Einsatz kommt – das System entscheidet selbstständig.
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Mit Matter 1.3 erweitert sich der Anwendungsbereich zudem: Künftig können etwa Waschmaschinen ihre Fertigmeldung direkt auf den Fernseher schicken, während dort ein Film läuft.
Fazit: iOS 27 markiert eine Zeitenwende für Apple. AirPlay 2 bleibt zwar der Goldstandard im Apple-Kosmos, doch die native Unterstützung für Drittanbieter-Protokolle und der Siegeszug von Matter beenden die Ära der geschlossenen Streaming-Welt. Für Verbraucher bedeutet das: Die Marke des Smartphones diktiert nicht länger die Wahl des Fernsehers oder der Lautsprecher.
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