iOS 27.2: Apple ändert Tracking-Abfragen für EU-Nutzer
Veröffentlicht am: 21.09.2026 um 16:52 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Mit der Veröffentlichung der ersten Entwickler-Betas von iOS 27.2 und iPadOS 27.2 am 16. September 2026 hat Apple weitreichende Anpassungen an der App-Tracking-Transparency (ATT) vorgenommen. Die Änderungen betreffen gezielt den europäischen Markt und reagieren auf wettbewerbsrechtliche Anforderungen.
Eine zentrale Neuerung besteht darin, dass der Abfrage-Dialog zur Datennutzung in der Europäischen Union nach einem Jahr erneut angezeigt werden kann. Dies gilt unabhängig davon, ob ein Nutzer die Nachverfolgung zuvor bereits erlaubt oder abgelehnt hatte.
Neugestaltung der Einwilligungsdialoge für EU-Nutzer
Das Format der ATT-Abfrage wurde für den EU-Raum grundlegend überarbeitet. Statt der bisherigen kleinen Dialogbox erscheint die Abfrage nun als ein Vollbild-Bildschirm. Berichten zufolge wurde die Sprache innerhalb des Prompts angepasst, wobei der Begriff „track“ aus der Hauptbotschaft entfernt wurde.
Zudem wurde ein optionaler Button für zusätzliche Informationen integriert, der Nutzern eine detailliertere Entscheidung über ihre Einwilligung ermöglichen soll. Ein klickbarer Link führt direkt zu weiteren Details des jeweiligen App-Entwicklers.
In den Systemeinstellungen wurde zudem die Bezeichnung für die Steuerung der Tracking-Anfragen geändert. In der EU lautet der Menüpunkt nun sinngemäß, Apps das Verknüpfen von Aktivitäten über verschiedene Unternehmen hinweg zu erlauben. Nutzer haben jedoch weiterhin die Möglichkeit, diese Anfragen über die globalen Einstellungen unter Datenschutz und Sicherheit vollständig zu unterbinden.
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Rechtliche Rahmenbedingungen und regionale Besonderheiten
Die Implementierung der neuen Abfrage-Struktur folgt strengen geografischen Vorgaben. In Deutschland, Frankreich, Italien, Polen und Rumänien ist die alternative Version des Prompts aufgrund gesetzlicher Bestimmungen verpflichtend vorgeschrieben.
In anderen Mitgliedstaaten der EU bleibt der Einsatz dieser spezifischen Variante hingegen optional. Laut Angaben von Apple gibt es derzeit keine Pläne, die Verpflichtung zur Nutzung dieser neuen Version auf weitere Länder auszudehnen.
Außerhalb der Europäischen Union bleibt das bisherige System der App-Tracking-Transparency unverändert. So wird beispielsweise in Indien weiterhin der klassische Prompt genutzt, der Nutzer fragt, ob die App Aktivitäten nicht nachverfolgen soll. Während die Testphase für Entwickler seit Mitte September läuft, steht ein Datum für die Veröffentlichung der finalen Version von iOS 27.2 für die breite Öffentlichkeit noch nicht fest.
Wirtschaftliche Folgen und wettbewerbsrechtliche Hintergründe
Die Anpassungen sind das Ergebnis langwieriger Kartelluntersuchungen durch europäische Regulierungsbehörden. Diese hatten kritisiert, dass das bisherige ATT-System Apple-eigene Anwendungen gegenüber Drittanbietern bevorzugte, da Apples hauseigene Apps von den expliziten Einwilligungsbildschirmen ausgenommen waren. In diesem Zusammenhang zahlte Apple laut einem Bericht im März 2025 eine Summe von 150 Mio. Euro in Frankreich.
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Die Einführung der ursprünglichen Tracking-Abfragen hatte bereits in der Vergangenheit massive Auswirkungen auf die digitale Werbebranche. Marktbeobachtungen zufolge verlor der Sektor Milliarden an adressierbarer Reichweite, da die Zustimmungsraten in vielen App-Kategorien auf Werte unter 20 % fielen.
Mit der nun eingeführten jährlichen Erneuerung der Abfrage in der EU müssen Entwickler und Werbetreibende erneut mit veränderten Rahmenbedingungen für die Datenerhebung kalkulieren.
