Intervallfasten im Alter: Studie warnt vor chronischen Erkrankungen
Veröffentlicht am: 21.08.2026 um 14:10 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Intervallfasten hat in den letzten Jahren als Strategie zur Gesundheitsoptimierung und Gewichtsregulierung erheblich an Popularität gewonnen. Eine am 20. August 2026 im Fachmagazin Journal of Internal Medicine veröffentlichte Studie des schwedischen Karolinska-Instituts deutet jedoch darauf hin, dass diese Praxis im fortgeschrittenen Alter mit gesundheitlichen Risiken verbunden sein könnte.
Die Untersuchung zeigt einen statistischen Zusammenhang zwischen sehr langen täglichen Essenspausen und einer beschleunigten Zunahme chronischer Erkrankungen bei Menschen über 60 Jahren.
Beobachtungen über einen Zeitraum von 15 Jahren
Die Forscher des Karolinska-Instituts stützten ihre Erkenntnisse auf die Daten von 2.981 in Schweden lebenden Personen. Zum Zeitpunkt des Studienbeginns waren die Teilnehmer mindestens 60 Jahre alt, wobei das Durchschnittsalter der Probanden bei 74 Jahren lag. Der Beobachtungszeitraum umfasste ein Follow-up von bis zu 15 Jahren, was eine detaillierte Analyse der langfristigen gesundheitlichen Entwicklung ermöglichte.
Im Fokus der Untersuchung stand die Dauer der längsten täglichen Essenspause. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass Teilnehmer, die regelmäßig zwischen 14-24 Stunden am Tag fasteten, eine schnellere Akkumulation chronischer Krankheiten aufwiesen als jene Probanden, deren längste Essenspause lediglich 6-11,5 Stunden betrug.
Besonders starke Auswirkungen bei Hochbetagten
Die Studie differenziert zudem nach Altersgruppen und Krankheitsbildern. Den Daten zufolge war der beobachtete Effekt bei Personen ab einem Alter von 78 Jahren am stärksten ausgeprägt. In dieser Gruppe korrelierten die langen Fastenperioden besonders deutlich mit einer Verschlechterung des allgemeinen Gesundheitszustands durch das Auftreten multipler chronischer Leiden.
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Hinsichtlich der betroffenen Organsysteme stellten die Wissenschaftler fest, dass vor allem kardiovaskuläre und neuropsychiatrische Erkrankungen vermehrt im Zusammenhang mit langen Essenspausen auftraten.
Bei muskuloskelettalen Erkrankungen konnte hingegen kein solcher Zusammenhang nachgewiesen werden. Dies deutet darauf hin, dass das Herz-Kreislauf-System und die neurologische Gesundheit im Alter sensibler auf ausgedehnte Fastenintervalle reagieren könnten als der Bewegungsapparat.
Einordnung der Ergebnisse und mögliche Ursachen
Trotz der deutlichen statistischen Trends betonen die Autoren, dass es sich um eine Beobachtungsstudie handelt. Ein kausaler Beweis dafür, dass die langen Essenspausen die Krankheiten direkt verursachen, liegt somit nicht vor. Dennoch liefert die Untersuchung wichtige Anhaltspunkte für die klinische Bewertung von Ernährungsgewohnheiten im Alter.
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Als mögliche Gründe für die beobachtete schnellere Krankheitsentwicklung werden verschiedene Faktoren diskutiert. Eine unzureichende Aufnahme essenzieller Nährstoffe innerhalb des verkürzten Zeitfensters für die Nahrungsaufnahme könnte eine Rolle spielen. Zudem besteht die Gefahr eines verstärkten Muskelabbaus, wenn dem Körper über viele Stunden keine Energie zugeführt wird.
Ein weiterer kritischer Aspect betrifft die Medikamenteneinnahme: Viele ältere Menschen sind auf eine regelmäßige Medikation angewiesen, deren Wirksamkeit und Verträglichkeit oft an eine zeitnahe Nahrungsaufnahme gebunden ist. Lange Fastenintervalle könnten hier zu Komplikationen führen, die die Entstehung chronischer Leiden begünstigen.
