Internetsucht, Studie

Internetsucht: Studie belegt höheres Stresslevel und schlechtere Stimmung

Veröffentlicht am: 01.08.2026 um 21:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Forschung belegt: Übermäßiger Online-Konsum erhöht Stress und beeinträchtigt das Wohlbefinden. Bei Jugendlichen hat sich pathologisches Nutzungsverhalten seit 2019 verdoppelt.

Internetnutzung: Neue Studien zeigen Risiken für Psyche und Alltag
Eine Person blickt in einem abgedunkelten Raum auf ein leuchtendes Smartphone, das ihr Gesicht in den Fokus rückt. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Zusammenhang zwischen digitalem Medienkonsum und dem individuellen Wohlbefinden steht verstärkt im Fokus der psychologischen Forschung. Aktuelle Untersuchungen von wissenschaftlichen Instituten und Krankenversicherungen liefern neue Erkenntnisse darüber, wann die Nutzung des Internets die Schwelle zur Beeinträchtigung überschreitet und welche Bevölkerungsgruppen besonders betroffen sind.

Untersuchung der Universität Duisburg-Essen zu Wohlbefinden und Stress

In einer Studie, die zum Wechsel von Juli auf August 2026 im Fachmagazin PLOS One veröffentlicht wurde, haben Wissenschaftler der Universität Duisburg-Essen die Auswirkungen einer sogenannten problematischen Internetnutzung untersucht. Die Grundlage für die Ergebnisse bildete eine Befragung von 900 Erwachsenen in Deutschland.

Die Forscher stellten fest, dass eine übermäßige Online-Zeit mit einem messbar höheren Stresslevel sowie einer schlechteren allgemeinen Stimmung einhergeht. Zudem wurde beobachtet, dass betroffene Personen häufiger dazu neigen, Alltagsaktivitäten und andere Verpflichtungen zu vernachlässigen. Als zentrales Kriterium für eine problematische Nutzung definierten die Autoren einen übermäßigen Gebrauch des Mediums, der bereits zu funktionellen Beeinträchtigungen im täglichen Leben führt.

Ein wesentliches Merkmal dieses Verhaltensmusters sei laut der Studie der Drang zur Nutzung. Dieser stelle den Hauptgrund dafür dar, warum die Online-Aktivitäten trotz negativer Begleiterscheinungen fortgesetzt werden. Die Autoren der Universität Duisburg-Essen betonten in diesem Zusammenhang jedoch, dass nicht jede Form der Internetnutzung zwangsläufig negative Folgen für die Gesundheit habe. Nach Einschätzung der Wissenschaftler entwickelt lediglich ein kleiner Teil der Nutzer tatsächlich pathologische Verhaltensmuster.

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Krankhaftes Nutzungsverhalten bei Jugendlichen nimmt zu

Ergänzend zu den Erkenntnissen über die erwachsene Bevölkerung liegen Daten zur Entwicklung bei jungen Menschen vor. Eine im August 2026 veröffentlichte Analyse der Krankenkasse DAK weist auf eine deutliche Verschärfung der Situation bei Minderjährigen hin. Den Erhebungen zufolge hat sich der Anteil der Jugendlichen mit einem krankhaften Nutzungsverhalten seit dem Jahr 2019 mehr als verdoppelt.

Die zeitliche Beanspruchung durch digitale Medien ist bei dieser Altersgruppe auf einem hohen Niveau stabil. Laut den Daten der DAK sind Jugendliche an regulären Wochentagen durchschnittlich 2 Stunden und 26 Minuten online. An Wochenenden steigt die Nutzungsdauer signifikant an und liegt im Durchschnitt bei 3 Stunden und 21 Minuten.

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Differenzierung zwischen Konsum und Pathologie

Die vorliegenden Forschungsarbeiten verdeutlichen die Notwendigkeit einer differenzierten Betrachtung des digitalen Konsums. Während die Universität Duisburg-Essen den inneren Drang als entscheidenden Faktor für problematische Verläufe identifiziert, unterstreichen die Langzeitdaten der DAK die wachsende Verbreitung solcher Muster in der jüngeren Generation. In der psychologischen Einordnung bleibt die Unterscheidung zwischen einer intensiven Nutzung und einer klinisch relevanten Abhängigkeit bestehen, wobei funktionelle Beeinträchtigungen im sozialen oder beruflichen Umfeld als wichtigste Warnsignale gelten.

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