Intel 18A-P: Neuer Chip-Prozess senkt Stromverbrauch um 18%
21.06.2026 - 05:53:44 | boerse-global.de
Gerüchte um eine Partnerschaft mit Apple haben Intel an der Börse beflügelt. Der Aktienkurs des Chipriesen schoss um bis zu elf Prozent nach oben.
Auslöser waren Behauptungen auf sozialen Medien vom 18. Juni 2026, wonach sich die beiden Technologiekonzerne auf die Fertigung von Komponenten in den USA geeinigt haben sollen. Intel schloss den Handelstag bei 133,99 Euro – der Börsenwert kletterte auf rund 600 Milliarden Euro.
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Offiziell bestätigt haben weder Apple noch Intel die Partnerschaft. Bereits im Mai dieses Jahres gab es jedoch Berichte, wonach die Unternehmen seit über zwölf Monaten über entsprechende Vorverträge verhandeln.
Technische Meilensteine bei Intels Fertigung
Die Gerüchte fallen mit handfesten Fortschritten in Intels Foundry-Sparte zusammen. Am 16. Juni 2026 startete Intel die Risikoproduktion für sein 18A-P-Verfahren. Der neue Fertigungsprozess soll bei gleicher Leistung neun Prozent mehr Performance bieten oder alternativ den Stromverbrauch um 18 Prozent senken. Hinzu kommt eine Verbesserung der Wärmeableitung um 20 bis 40 Prozent.
Allerdings bleibt eine Lücke zur Konkurrenz: Intels 18A-Prozess kommt auf rund 238 Millionen Transistoren pro Quadratmillimeter, während TSMCs N2-Knoten etwa 313 Millionen erreicht. Intel peilt für die neuen Fertigungslinien eine Ausbeute von 50 bis 60 Prozent an.
Apples Strategie: Weniger Abhängigkeit von TSMC
Branchenanalysten wie Ming-Chi Kuo sehen in Apples möglichem Schwenk zu Intel einen strategischen Schachzug. Der iPhone-Konzern will seine Lieferkette diversifizieren – bisher liefert TSMC mehr als 90 Prozent aller Apple-Chips.
Laut Berichten würde Intel zunächst günstigere Komponenten fertigen: Chips für Einstiegs-iPhones, iPads und Macs. Erste Kleinserientests könnten bald anlaufen, die Hochskalierung der Produktion ist für 2027 bis 2028 geplant. Konkret genannt werden der M7-Chip für MacBook Air und MacBook Pro im Spätjahr 2027 sowie A-Serie-Chips für ältere iPhone-Modelle.
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Apple-Chef Tim Cook warnte jedoch bereits vor steigenden Kosten. Hardware dürfte teurer werden – Branchenkenner rechnen beim kommenden iPhone 18 Pro mit einem Aufschlag von rund 190 Euro.
US-Regierung als Großaktionär
Die amerikanische Regierung hat ein handfestes finanzielles Interesse an Intels Erfolg. Nach einer Investition von rund 8,5 Milliarden Euro im Jahr 2025 hält sie 9,9 Prozent der Anteile (433,3 Millionen Aktien) und ist damit größter Einzelaktionär. Angesichts der jüngsten Kursentwicklung liegt der Papiergewinn bei über 57 Milliarden Euro.
Intels Foundry-Geschäft wächst rasant: Im ersten Quartal 2026 erzielte der Konzern einen Umsatz von 13 Milliarden Euro, wovon die Foundry-Sparte mit 5,2 Milliarden Euro ein Plus von 16 Prozent zum Vorjahr beisteuerte. Intel-CEO Lip-Bu Tan erwartet weitere Auftragsabschlüsse in der zweiten Jahreshälfte. Neben Apple soll Intel auch mit Google (TPU-Produktion) und Tesla („Terafab“-Anlagen mit 14A-Prozess) in fortgeschrittenen Verhandlungen stehen.
Sicherheitsupdate für Beats-Kopfhörer
Parallel zu den strategischen Neuigkeiten schloss Apple eine Sicherheitslücke bei seinen Beats Studio Buds. Die als CVE-2025-20270 bekannte Schwachstelle hätte unbefugtes Abhören über Bluetooth ermöglichen können. Das Update 1B211 schließt die Lücke – ein Hinweis darauf, dass Apple auch die Sicherheit seiner Peripheriegeräte im Blick behält.
