iMessage-Betrug: Hunderttausende Nachrichten, Millionenverluste in Singapur
Veröffentlicht am: 05.08.2026 um 19:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Hunderttausende Nachrichten, Millionenverluste: Betrüger geben sich in Singapur als Paketdienste aus und kapern Apples Nachrichtendienst. Die Masche könnte auch hierzulande Schule machen.
Die Polizei von Singapur schlägt Alarm: Seit Ende Juni wurden mindestens 251 Fälle von Phishing-Betrug registriert, bei denen Kriminelle über Apples iMessage-Dienst Paketdienste imitierten. Der Schaden summiert sich auf umgerechnet über eine Million Euro. Betroffen sind bekannte Logistikunternehmen wie DHL, Ninja Van, J&T Express und SingPost – Namen, die auch deutschen Verbrauchern vertraut sind.
Die Masche: So tricksen die Betrüger die Sicherheitssysteme aus
Die Vorgehensweise ist ausgeklügelt. Die Täter nutzen ausländische Rufnummern mit Ländervorwahlen wie +212 (Marokko), +63 (Philippinen) oder +44 (Großbritannien) sowie gefälschte E-Mail-Adressen. Entscheidend ist der nächste Schritt: Die Empfänger werden aufgefordert, mit bestimmten Zeichen wie „Y“ oder „1“ zu antworten. Damit soll der Spam-Filter von iMessage ausgetrickst werden – der Absender wird als bekannter Kontakt eingestuft, die Schutzmechanismen werden ausgehebelt.
Anschließend erhalten die Opfer Links zu täuschend echt gestalteten Webseiten, die offiziellen Paketdienst-Portalen nachempfunden sind. Dort sollen die Nutzer angebliche „Zustellgebühren“ für nicht zustellbare Pakete bezahlen und geben dabei Kreditkartendaten und Bankzugänge preis.
So schützen Sie sich vor der Betrugsmasche
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Die Polizei von Singapur betont: Seriöse Paketdienste kontaktieren Kunden nur in Ausnahmefällen über iMessage, wenn es um Zustellprobleme oder Zahlungen geht. Wer eine solche Nachricht erhält, sollte die Echtheit über die offizielle App oder Webseite des Unternehmens prüfen – niemals über Links in der Nachricht.
Über die iMessage-Kampagne hinaus melden die Behörden Erfolge im Kampf gegen digitale Kriminalität. In Zusammenarbeit mit Kryptobörsen wie Coinbase konnten zuletzt mehr als 4,2 Millionen Euro an potenziellen Betrugsverlusten verhindert werden. Mithilfe von Blockchain-Analysen wurden über 145 potenzielle Opfer identifiziert und gewarnt, bevor ihr Geld unwiederbringlich transferiert wurde.
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In einer weiteren internationalen Aktion zerschlug die Polizei gemeinsam mit Interpol und Pakistans Cybercrime-Behörde NCCIA das globale Netzwerk „Tycoon2FA“. In Islamabad wurden Verdächtige festgenommen, die Phishing-Software zur Nachahmung singapurischer Behördenvertreter geliefert haben sollen.
Die Behörden empfehlen, eingebaute Spam-Filter auf dem Smartphone zu aktivieren und nicht auf Nachrichten von unbekannten ausländischen Nummern zu reagieren. Auch in Deutschland kursieren ähnliche Betrugsversuche per SMS und Messengerdiensten – die Masche ist hierzulande als „Smishing“ bekannt. Verbraucherschützer raten: Im Zweifel lieber einmal mehr beim Paketdienst anrufen, als auf einen dubiosen Link zu klicken.
