Laborwerte, Minuten

iCARE-1300: Fast 100 Laborwerte in 3 bis 15 Minuten direkt vor Ort

Veröffentlicht am: 01.10.2026 um 08:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Sinocare präsentierte Messgeräte für Zuhause, Apotheken und Kliniken sowie digitale Verknüpfungen mit Krankenhausinformationssystemen.

Sinocare zeigt auf EASD neue Diagnostik für Diabetesversorgung
Ein minimalistisch gestalteter, heller Behandlungsraum in einem modernen medizinischen Zentrum. Illustration mit AI erstellt.

Das Management chronischer Stoffwechselerkrankungen steht vor der Herausforderung, Versorgungsdaten aus unterschiedlichen Lebens- und Behandlungsbereichen nahtlos zusammenzuführen. Um eine engmaschige Überwachung zu gewährleisten, gewinnt die Verzahnung von häuslichem Umfeld, Vor-Ort-Apotheken und stationären Einrichtungen zunehmend an Bedeutung.

Am 28. September 2026 präsentierte das Medizintechnikunternehmen Sinocare auf der Jahrestagung der Europäischen Diabetesgesellschaft EASD, die vom 28. September bis zum 2. Oktober 2026 in Mailand ausgerichtet wird, mehrere technologische Ansätze für diese Versorgungssektoren.

Schnellere Diagnostik und Multiparameter-Messung im Alltag

In der ambulanten Betreuung von Stoffwechselpatienten kommt es auf eine unkomplizierte und verlässliche Datenerhebung an. Für die häusliche Eigenanwendung stellte das Unternehmen unter anderem das System Safe AQ max II vor, das Blutzuckermesswerte innerhalb von 5 Sekunden bereitstellt. Kurze Messzeiten sollen Betroffenen die regelmäßige Kontrolle im Alltag erleichtern und Therapieanpassungen unterstützen.

Da chronische Stoffwechselstörungen häufig mit weiteren Begleitrisiken einhergehen, rückt die simultane Überprüfung mehrerer Laborwerte in den Fokus. Das Gerät KUG-11 deckt über die reine Glukosemessung hinaus zusätzliche Parameter ab: Es misst neben Glukose auch Harnsäure und Ketone.

Die kombinierte Bestimmung erlaubt es, akute Entgleisungen wie Ketoazidosen sowie Auffälligkeiten im Harnsäurehaushalt frühzeitig zu erfassen, ohne dass für jeden Parameter separate Einzelgeräte erforderlich sind.

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Erweiterte Vor-Ort-Analytik und nicht-invasive Screening-Verfahren

Neben klassischen Blutzuckermessgeräten für den Heimgebrauch spielen kompakte Analysestationen in Apotheken und Praxen eine zentrale Rolle für eine niedrigschwellige Primär- und Folgeversorgung.

Das System iCARE-1300 untersucht fast 100 Parameter und liefert die jeweiligen Ergebnisse in einer Zeitspanne von etwa 3 bis 15 Minuten. Eine solche Point-of-Care-Diagnostik ermöglicht eine schnelle labormedizinische Orientierung direkt bei der Konsultation.

Einen weiteren Baustein für die Risikoabschätzung chronischer Gewebeschäden bildet die Untersuchung von Verzuckerungsprodukten im Gewebe. Mit dem AGEscan zeigte das Unternehmen ein Messgerät, das eine nicht-invasive Messung von fortgeschrittenen Glykationsendprodukten (AGE) ermöglicht.

Durch den Verzicht auf invasive Blutentnahmen können derartige Verfahren im Screening eingesetzt werden, um langfristige Gefäßbelastungen unkompliziert zu überwachen.

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Neben der technischen Überwachung im klinischen Umfeld können Betroffene auch durch einfache Alltagsübungen aktiv zur Verbesserung ihrer Blutzuckerwerte beitragen. Ein erfahrener Diabetes-Experte zeigt in diesem Gratis-Ratgeber, wie man mit speziellen 3-Minuten-Übungen eine natürliche Senkung des HbA1c-Werts unterstützen kann. 7 einfache Diabetes-Übungen kostenlos herunterladen

Vernetzung im klinischen Umfeld und Schnittstellen zum Krankenhausinformationssystem

Ein wiederkehrender Engpass im klinischen Alltag liegt in der fehleranfälligen manuellen Übertragung von Messdaten in die Patientenakte. Auf Stationsebene zielen aktuelle Entwicklungen deshalb auf die direkte digitale Integration ab. Das System Safe AQ 8000 verknüpft Krankenhaus-Blutzuckermessgeräte sowie Daten aus der kontinuierlichen Glukosemessung (CGM) unmittelbar mit dem jeweiligen Krankenhausinformationssystem (HIS).

Durch diese softwareseitige und apparative Anbindung entfällt die händische Erfassung einzelner Werte. Das Pflege- und Ärzteteam erhält zentralen Zugriff auf aktuelle Glukoseverläufe, was Medienbrüche reduziert und eine kontinuierliche Dokumentation während des gesamten stationären Aufenthalts sicherstellt.

Die vorgestellten Systeme verdeutlichen den Trend hin zu vernetzten Versorgungsarchitekturen, die diagnostische Werkzeuge von der Selbstmessung bis zur Klinikdokumentation zusammenführen.

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