HZI erhält 724.000 Euro: Makrophagen sollen Lungenfibrose bekämpfen
Veröffentlicht am: 12.10.2026 um 15:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Behandlung von Lungenfibrose steht vor grundlegenden Herausforderungen, da die Erkrankung bislang als unheilbar gilt. Vor diesem Hintergrund rückt das europäische Forschungsprojekt BREATH-EC neuartige zelltherapeutische Ansätze in den Fokus.
Unter der Koordination der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) widmet sich das Vorhaben der Entwicklung programmierter Fresszellen, um fibrotische Gewebeveränderungen im Atmungsorgan zu bekämpfen.
Wie aus Berichten vom 12. Oktober 2026 hervorgeht, fließen im Zuge der Projektfinanzierung auch gezielte Forschungsmittel an das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI): Die Forschungsgruppe von Prof. Dagmar Wirth erhält dort rund 724.000 Euro für ihre wissenschaftlichen Arbeiten.
Zelluläre Programmierung gegen fortschreitendes Narbengewebe
Das wissenschaftliche Konzept von BREATH-EC beruht darauf, körpereigene Abwehrmechanismen gezielt zu modifizieren. Im Zentrum stehen gentechnisch veränderte Makrophagen, die entweder aus induzierten pluripotenten Stammzellen (iPS-Zellen) oder aus herkömmlichem Spenderblut gewonnen werden.
Diese spezialisierten Fresszellen sollen künftig in die Lage versetzt werden, das Auftreten von Lungenfibrose präzise zu erkennen, den fibrotischen Umbauprozess zu stoppen und das geschädigte Gewebe möglicherweise sogar wieder zu regenerieren. Für den späteren klinischen Einsatz ist vorgesehen, die therapeutisch wirksamen Makrophagen auf direktem Weg per Bronchoskopie in die Lunge einzubringen.
Lungenfibrose gilt bislang als unheilbar, doch ein europäisches Konsortium unter Hannoveraner Koordination bündelt nun rund 10 Mio. Euro, um programmierte Fresszellen gegen den fibrotischen Umbau einzusetzen. Wer die Förderlogik und die beteiligten Institute einordnen will, findet hier die wichtigsten Strukturdaten. Kostenlose Analyse der EU-Förderung anfordern
Fördervolumen und institutionelle Verteilung der Mittel
Finanziert wird das Vorhaben im Rahmen einer EU-Förderung, die ein Gesamtvolumen von rund 10 Mio. Euro über eine Laufzeit von vier Jahren umfasst. Bei der vorangegangenen Antragstellung wurde das Konsortium durch das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur unterstützt.
Innerhalb des Gesamtetats entfällt ein substanzieller Anteil auf die Projektleitung:
- Die federführende MHH erhält aus den EU-Mitteln 2,73 Mio. Euro. Koordiniert wird das Gesamtprojekt dort von Prof. Dr. Nico Lachmann aus der Klinik für Pädiatrische Pneumologie, Allergologie und Neonatologie.
- Am HZI wird die Forschungsgruppe „Model Systems for Infection and Immunity“ unter Leitung von Prof. Dagmar Wirth mit rund 724.000 Euro ausgestattet.
Grenzüberschreitende Vernetzung im Forschungskonsortium
Um die translationale Entwicklung von der Grundlagenforschung hin zur praktischen Anwendung zu begleiten, bündelt BREATH-EC Fachwissen über mehrere Ländergrenzen hinweg. Das internationale Netzwerk vereint Partnerinstitutionen aus Deutschland, Schweden, England, Südkorea, Portugal, Irland, Italien und Belgien.
Der fibrotische Gewebeumbau schreitet unaufhaltsam voran, und zelltherapeutische Optionen fehlen bislang. Ein internationales Forschungsnetzwerk setzt deshalb auf gentechnisch veränderte Makrophagen aus iPS-Zellen oder Spenderblut — mit geplanter Verabreichung per Bronchoskopie. Dieser Leitfaden ordnet den Ansatz und seine offenen Fragen ein. Leitfaden zur Makrophagen-Forschung anfordern
Die deutsche Beteiligung stützt sich neben der koordinierenden MHH und dem HZI auf weitere Einrichtungen: Sowohl das Fraunhofer-Institut für Toxikologie und Experimentelle Medizin (ITEM) als auch die Uniklinik Freiburg sind als deutsche Partner direkt in die Forschungsaktivitäten des Konsortiums eingebunden.
