Hydration, Milch

Hydration: Milch und Orangensaft übertreffen Wasser beim Flüssigkeitshaushalt

Veröffentlicht am: 22.08.2026 um 12:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der Beverage Hydration Index zeigt: Wasser ist nicht das hydratisierendste Getränk. Milchprodukte und Rehydratationslösungen übertreffen es deutlich.

Hydratationsstudie: Milch und Säfte schlagen Wasser bei Flüssigkeitsversorgung
Verschiedene Gläser mit Wasser, Milch und Orangensaft auf einem Labortisch in natürlichem Licht. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Effizienz der Flüssigkeitsaufnahme wird in der Ernährungswissenschaft zunehmend differenziert betrachtet. Während herkömmliches Wasser gemeinhin als der ideale Hydratationslieferant gilt, unterstreichen wissenschaftliche Untersuchungen der letzten Jahre die Bedeutung des sogenannten Beverage Hydration Index (BHI).

Eine zentrale Validierung dieses Index erfolgte im Jahr 2025 im Journal of Renal Nutrition and Metabolism. Die Grundlage für diese Bewertung bildet unter anderem eine bereits im Jahr 2016 veröffentlichte Untersuchung unter der Leitung von Maughan, die aufzeigt, dass Wasser bei der Hydratationskapazität im Vergleich zu anderen Getränken nicht die vordersten Plätze belegt.

Der Beverage Hydration Index und die Ergebnisse der Maughan-Studie

Die Forschungsergebnisse aus dem Jahr 2016 verdeutlichen, dass die Fähigkeit eines Getränks, den Körper langfristig mit Flüssigkeit zu versorgen, maßgeblich von seiner Zusammensetzung abhängt.

In der Untersuchung von Maughan wurde Wasser als Referenzwert definiert, jedoch von mehreren anderen Getränkekategorien übertroffen. Demnach belegt eine orale Rehydratationslösung den Spitzenplatz in Bezug auf die Hydratationskapazität. Auf den weiteren Plätzen folgen Magermilch, Vollmilch und Orangensaft.

Diese Rangfolge wird darauf zurückgeführt, dass Inhaltsstoffe wie Elektrolyte, Zucker oder Fette die Verweildauer der Flüssigkeit im Körper beeinflussen können.

Getränke, die eine höhere Nährstoffdichte aufweisen, verlangsamen die Magenentleerung und führen dazu, dass die Flüssigkeit über einen längeren Zeitraum in den Blutkreislauf abgegeben wird. Dies hat zur Folge, dass der Körper weniger Urin produziert und die aufgenommene Flüssigkeit effizienter speichert als bei der Aufnahme von reinem Wasser.

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Empfehlungen der Fachgesellschaften und individuelle Bedarfsfaktoren

Trotz der hohen Hydratationskapazität nährstoffreicher Getränke bleiben die allgemeinen Verzehrempfehlungen für den Alltag bestehen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hebt in ihren Leitlinien hervor, dass Mineralwasser sowie ungesüßte Tees weiterhin die Getränke der Wahl für die tägliche Versorgung sein sollten.

Diese Empfehlung zielt primär auf die Kalorienbilanz und die Vermeidung von unnötigem Zuckerzusatz ab, der in Säften oder Milchprodukten enthalten ist.

Ernährungsexperten wie Elena Dogliotti von der Fondazione Umberto Veronesi präzisieren zudem die quantitativen Anforderungen an die tägliche Flüssigkeitszufuhr. Laut Dogliotti liege der tatsächliche Bedarf der meisten Menschen zwischen 1,5 und 1,8 Litern pro Tag. Die häufig zitierte Zwei-Liter-Regel sei lediglich als grober Richtwert zu verstehen und müsse nicht strikt für jeden Einzelnen gelten.

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Einflussfaktoren auf den Flüssigkeitshaushalt

Der individuelle Bedarf an Flüssigkeit ist keine statische Größe, sondern unterliegt verschiedenen Variablen. Nach Einschätzung von Dogliotti variiert die benötigte Menge je nach Geschlecht, Alter, klimatischen Bedingungen und dem individuellen Stresslevel.

Um den eigenen Hydrationsstatus im Alltag ohne technische Hilfsmittel zu überprüfen, empfiehlt die Expertin die Beobachtung der Urinfarbe. Diese diene als zuverlässiger Indikator dafür, ob dem Körper ausreichend Flüssigkeit zugeführt wurde oder ob ein Mangel vorliege.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die wissenschaftliche Analyse durch den BHI zwar eine höhere Hydratationskapazität bei Milchprodukten und speziellen Lösungen belegt, Wasser jedoch aufgrund seiner Kalorienfreiheit das Fundament der täglichen Versorgung bleibt. Die Anpassung der Trinkmenge an individuelle Lebensumstände ist dabei entscheidender als das Erreichen starrer Volumenvorgaben.

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