Hundegelenke: Zwei Trainingseinheiten pro Woche sollen Beweglichkeit erhalten
Veröffentlicht am: 09.10.2026 um 07:09 Uhr | Redaktion boerse-global.deBei der Gesunderhaltung von Hunden sollte der Schwerpunkt frühzeitig auf vorsorgenden Maßnahmen liegen. Wie der Westdeutsche Rundfunk in einem Bericht vom 09.10.2026 darlegt, betont die Solinger Hundephysio- und Osteotherapeutin Pia Fahlbusch, dass Prävention stets besser als spätere Rehabilitation sei.
Insbesondere Übergewicht stelle eine erhebliche Belastung für Gelenke, Wirbelsäule und den gesamten Bewegungsapparat der Tiere dar. Als Orientierung gelte, dass die Rippen gut tastbar, jedoch nicht sichtbar sein sollten.
Schmerzanzeichen und Gangbild im Blick behalten
Hunde zeigen Schmerzen im Bewegungsapparat selten unmittelbar an und kompensieren körperliche Beschwerden über längere Zeiträume. Zu den typischen Warnsignalen zählen laut Experten ein erschwertes Aufstehen, ungewöhnliche Sitzpositionen, ein verändertes Gangbild sowie ein auffälliges Pendeln des Gesäßes beim Gehen.
Gelenkschmerzen machen sich oft nicht sofort durch akute Lahmheit bemerkbar, sondern äußern sich durch trägere Bewegungen, Zögern vor Treppenstufen, verringerte Spielfreude oder eine sichtbare Steifheit nach Spaziergängen.
Um schleichende Veränderungen im Bewegungsablauf rechtzeitig zu erkennen, empfiehlt Fahlbusch Haltern, alle paar Monate ein kurzes Video des Gangbilds aufzunehmen. Solche Aufnahmen ermöglichen einen direkten Vergleich über einen längeren Zeitraum hinweg und erleichtern das Erkennen erster Einschränkungen.
Gezieltes Training und Hilfsmittel im Alltag
Zur Erhaltung der Mobilität rät die Therapeutin zu gezielten Trainingsreizen, die mindestens zweimal pro Woche gesetzt werden sollten. Hilfreich seien unter anderem das kontrollierte Laufen einer liegenden Acht, das behutsame Anheben einzelner Pfoten sowie sanfte Massagen zur Entspannung der Muskulatur.
Für ältere Hunde gewinnen zudem unterstützende Hilfsmittel an Bedeutung. Fahlbusch empfiehlt rutschfeste Bodenbeläge im Wohnbereich, Rampen zur Vermeidung von Sprüngen sowie Hundewagen für längere Wegstrecken.
Steifheit nach dem Spaziergang, Zögern vor der Treppe, weniger Spielfreude — das sind oft die ersten Zeichen, die Halter übersehen. Wer früh gegensteuert, kann die Beweglichkeit seines Hundes länger erhalten. Unser kostenloser Guide zeigt Ihnen die konkreten Übungen für zwei Trainingseinheiten pro Woche und die Warnsignale, auf die Sie achten sollten. Kostenlosen Gelenk-Guide anfordern
Ergänzend können spezielle Hundebetten mit Memory-Schaum oder orthopädischem Schaumstoff Druckpunkte verringern und die Gelenke in Ruhephasen entlasten. Dabei sollte die Liegefläche so dimensioniert sein, dass sich das Tier vollständig ausstrecken kann.
Bedürfnisse im Alterungsprozess
Hunde gelten ab einem Alter von etwa sieben Jahren als Senioren, Katzen ab rund zehn Jahren. Mit fortschreitendem Alter verlangsamt sich der Stoffwechsel, was zu einer schnelleren Gewichtszunahme führen kann. Daneben treten häufiger Steifheit, Veränderungen der Mundgesundheit, eine empfindlichere Verdauung sowie eine nachlassende Fell- und Hautqualität auf.
Sabine Uhde, Director bei Swedencare Nordic, weist darauf hin, dass Steifheit, verminderte Aktivität und eine Abneigung gegen Sprünge oft erste Symptome von Gelenkproblemen darstellen.
Nährstoffe wie Glukosamin, Chondroitin, MSM und Omega-3-Fettsäuren können die Gelenkgesundheit und Beweglichkeit unterstützen. Für ältere Tiere werden zudem mehrere kurze Spaziergänge auf weichen Untergründen, rutschfeste Matten im Haus sowie regelmäßige tierärztliche Kontrollen empfohlen.
Pflege der Krallen und gelenkschonende Bewegung
Ein weiterer zentraler Aspekt der Vorbeugung betrifft die Krallenpflege. Überlange Krallen verändern die Zehenstellung, führen zu einer unphysiologischen Belastung von Sehnen und Gelenken und können Fehlstellungen verursachen. Warnzeichen sind ein hörbares Klicken auf harten Böden, verdrehte Zehen oder Empfindlichkeiten bei Berührung.
Übergewicht belastet Gelenke, Wirbelsäule und den gesamten Bewegungsapparat — und gerade ältere Hunde bauen langsamer ab, als viele denken. Unser kostenloser Guide zeigt Ihnen, wie Sie das Gewicht im Blick behalten, den Alltag gelenkschonend einrichten und mit kurzen, häufigen Spaziergängen die Bewegungsfreude erhalten. Alltags-Checkliste für Seniorenhunde sichern
Fachleute raten zu einer Kontrolle etwa alle zwei bis vier Wochen, wobei auch die Afterkrallen ohne Bodenkontakt regelmäßig überprüft werden müssen. Ergänzend gelten kurze, häufige Spaziergänge auf weichen Waldböden sowie gelenkschonendes Schwimmen als wirksame Maßnahmen, um die Bewegungsfreude im Alter zu erhalten.
