Humanoide, Assistenten

Humanoide Assistenten: Europas Rückstand gegenüber China wächst

28.05.2026 - 18:48:19 | boerse-global.de

Medizin setzt auf Voicebots und Roboter zur Entlastung des Personals. Experten warnen vor Rückstand Europas bei humanoiden Systemen.

Humanoide Assistenten: Europas Rückstand gegenüber China wächst - Foto: über boerse-global.de
Humanoide Assistenten: Europas Rückstand gegenüber China wächst - Foto: über boerse-global.de

Von Voicebots bis zu humanoiden Assistenten: Medizinische Einrichtungen setzen zunehmend auf automatisierte Systeme, um Personal zu entlasten und Abläufe zu beschleunigen. Gleichzeitig mahnen Experten, Europa drohe den Anschluss zu verlieren.

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Voicebot ruft Patienten proaktiv an

Ein zentraler Hebel ist die Automatisierung der Terminverwaltung. In Polen kommt ab 2026 ein KI-gestützter Voicebot für das zentrale E-Rechnungssystem zum Einsatz. Der Assistent nutzt Large Language Models (LLMs) und Sprachsynthese, um Patienten anzurufen, Termine zu bestätigen oder bei Stornierungen zweifach nachzufragen.

Ab dem 1. August 2026 wird das System um Fachrichtungen wie Nephrologie und Pulmologie erweitert. Ziel ist es, gezielt digital weniger affine Personengruppen zu unterstützen.

Humanoider Roboter als Auskunftsassistent

Parallel dazu testen das Fraunhofer IIS und der Flughafen Nürnberg einen humanoiden Roboter als Auskunftsassistenten. Die Evaluierung fand am heutigen Donnerstag statt. Das System nutzt Edge AI – die Datenverarbeitung erfolgt lokal ohne Cloud-Anbindung, um Datenschutzstandards zu wahren.

Solche mehrsprachigen Systeme gelten als Modell für die Patientensteuerung in hochfrequentierten Bereichen wie Notaufnahmen oder Klinik-Foyers.

DFKI stellt „RobOdin“ vor

Die Entwicklung spezialisierter Roboter für den medizinischen Einsatz wird durch grenzüberschreitende Forschung vorangetrieben. Gestern stellte das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) das Projekt „RobOdin“ vor. Ziel der deutsch-dänischen Kooperation: humanoide Assistenzsysteme für die Medizin und Gefahrenabwehr, die auf einem KI-basierten Entscheidungsframework basieren.

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Doch die Branche schlägt Alarm. Laut IFA-Leitung kontrolliert China derzeit rund 90 Prozent des Weltmarktes für humanoid Roboter. Experten fordern eine Spezialisierung auf industrielle und medizinische Premium-Anwendungen sowie beschleunigte Zulassungsprozesse.

Notarzt-Einsätze oft überflüssig

Die Notwendigkeit für technologische Entlastung wird durch strukturelle Probleme unterstrichen. In Österreich weisen Fachleute darauf hin, dass Notärzte häufig durch Einsätze gebunden sind, die auch qualifizierte Notfallsanitäter bewältigen könnten – mit Engpässen bei lebensbedrohlichen Notfällen. Ein Pressegespräch dazu ist für den 11. Juni geplant.

An der Technischen Universität München zeigt das Projekt „ForNeRo“, wie Sensorik und Roboter den OP-Alltag unterstützen. Tiefenkameras und Infrarot-Tracking analysieren Bewegungen, um einfache Aufgaben wie das Halten eines Endoskops an robotische Systeme zu delegieren. Routineaufgaben fallen weg, Personal bleibt für kritische Entscheidungen frei.

Pflegekräfte fühlen sich außen vor

Der Erfolg von KI-Systemen hängt maßgeblich von Datenverfügbarkeit und Personaleinbindung ab. Auf der Digitalmesse Nørd wurde gestern die Forderung nach landesweiten Gesundheitsdatenplattformen laut. Sie sollen das Training von KI-Modellen verbessern – etwa zur Sepsis-Früherkennung. Ein 2024 novelliertes Gesetz ermöglicht dafür eine Widerspruchslösung für Forschungsdaten.

Eine Studie von Elsevier zeigt jedoch eine Lücke: 80 Prozent der Befragten halten KI in zehn Jahren für unverzichtbar. Doch 41 Prozent der Pflegekräfte fühlen sich bisher nicht in Entscheidungsprozesse zur KI-Einführung eingebunden. Zudem nutzen Pflegekräfte KI-Anwendungen mit 41 Prozent seltener als Ärzte (57 Prozent) – obwohl sie die Auswirkungen auf die Versorgungsqualität optimistischer einschätzen. Eine stärkere Integration dieser Berufsgruppe gilt als entscheidend für die Produktivitätssteigerung.

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