Hüft-Exosuit, Studie

Hüft-Exosuit im Alter: Studie misst 13,6 Prozent weniger Energieaufwand

Veröffentlicht am: 30.09.2026 um 12:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Ein Hüft-Exosuit verbesserte bei älteren Erwachsenen Testergebnisse; Broschüren und Studien beleuchten weitere Wege zum Erhalt der Mobilität.

Mobilität im Alter: Schnellkrafttraining, Exosuit und Sturzprävention
Heller, minimalistischer Sportraum mit Balance-Elementen und Gymnastikmatten in einer ruhigen, lichtdurchfluteten Umgebung. Illustration mit AI erstellt.

Explosive Schnellkraft spielt eine zentrale Rolle dabei, im Alter fit, mobil und selbstständig zu bleiben. Allerdings baut genau diese Fähigkeit im Alterungsprozess besonders rasch ab. Ein in der Süddeutschen Zeitung vorgestellter Ansatz hebt hervor, wie wichtig gezielte Tests und spezifische Schnellkraftübungen für Menschen ab 65 Jahren sind, um dem Verlust der Muskelfunktion rechtzeitig entgegenzuwirken.

Sturzrisiken und gezielte Prävention

Der Erhalt der körperlichen Leistungsfähigkeit ist eng mit der Sturzvermeidung verknüpft. Nach Angaben des BIÖG stürzt fast jeder Vierte über 65 Jahren mindestens einmal innerhalb eines Jahres. Bei 13 Prozent der Betroffenen kommt es sogar zu mehr als zwei Stürzen.

Zum Internationalen Tag der älteren Menschen am 1. Oktober 2026 legte das BIÖG zwei kostenlose Broschüren zu den Themen Kraft, Gleichgewicht und Sturzprävention neu auf. Die Publikationen mit dem Titel „Gleichgewicht und Kraft“ enthalten praktische Präventionstipps, Selbsttests sowie Übungen.

Darin wird neben regelmäßigem Kraft- und Gleichgewichtstraining angeraten, Wechselwirkungen von Medikamenten ärztlich prüfen zu lassen, Osteoporose vorzubeugen, Augen und Sehhilfen kontrollieren zu lassen und Stolperfallen in den eigenen vier Wänden zu beseitigen. Gedruckte Exemplare der Informationsschriften sollen voraussichtlich ab Dezember 2026 kostenfrei bestellbar sein.

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Langzeitdaten zur Erhaltung von Mobilität liefert auch die Hamburger LUCAS-Studie, die seit dem Jahr 2000 Menschen ab 60 Jahren begleitet. Das Forschungsprojekt untersucht Faktoren für Gesundheit, funktionale Kompetenz und Selbstständigkeit.

Auf dieser Basis entstand der sogenannte LUCAS Funktionsindex, der individuelle Risiken und Ressourcen erfasst. Die Studie prüft Präventionsmaßnahmen sowohl im Ein-Jahres-Verlauf als auch über mittlerweile rund 20 Jahre hinweg. Zum 25-jährigen Jubiläum der Initiative ist für den 8. Oktober 2026 ein Symposium im Albertinen Krankenhaus geplant.

Technische Assistenz und kognitive Bewegungsimpulse

Neben klassischem Training rücken zunehmend auch technologische Hilfsmittel in den Fokus der Altersforschung. Ein Team der Technischen Universität München untersuchte in einer in Nature Communications veröffentlichten Studie einen weichen Hüft-Exosuit an zehn Erwachsenen im Alter von 69 bis 85 Jahren, deren Durchschnittsalter bei 77,7 Jahren lag. Das tragbare Assistenzsystem wiegt 2,86 kg, wobei die generelle Alltagstauglichkeit nach Angaben der Forschenden noch ungeklärt ist.

Die Messungen zeigten deutliche Effekte: Im Ein-Minuten-Aufstehtest stieg die Zahl vollständiger Sitz-Steh-Zyklen im Mittel von 16,8 ohne Unterstützung auf 18,6 mit Unterstützung, was einem Zuwachs von 1,8 Zyklen entspricht. Ein Zyklus dauerte im Durchschnitt 9 Prozent kürzer.

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Im Sechs-Minuten-Gehtest sank der metabolische Energieaufwand im Mittel um 13,6 Prozent. Bei sieben von neun ausgewerteten Personen verringerte sich der Aufwand, darunter bei vieren um mehr als 20 Prozent und in der Spitze um bis zu 27,5 Prozent. Bei zwei Teilnehmenden stieg der Energieaufwand hingegen um 9,9 beziehungsweise 18 Prozent an.

Dass körperliche Aktivität auch in hohem Alter außergewöhnliche Ausmaße annehmen kann, zeigte zudem Ruth Richter. Die 88-Jährige erreichte am 27. September 2026 als älteste Teilnehmerin des Berlin-Marathons nach 7:40:36 Stunden das Ziel. Sie berichtete, erst im Alter von 72 Jahren mit dem Laufsport begonnen und im Vorfeld des Marathons rund 10 Kilometer wöchentlich trainiert zu haben.

Nach einem Einbruch bei Kilometer 30 setzte sie den Lauf mithilfe eines anderen Teilnehmers fort. Für den kommenden Oktober kündigte sie bereits drei Halbmarathons an, zudem plane sie die Teilnahme am nächsten Berlin-Marathon.

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