Huawei, NVIDIA

Huawei überholt NVIDIA im chinesischen KI-Chip-Markt

03.05.2026 - 16:00:14 | boerse-global.de

Huawei steuert auf 60 Prozent Marktanteil bei KI-Beschleunigern in China zu. US-Exportkontrollen und die Massenproduktion des Ascend 950PR treiben den Wandel an.

Huawei überholt NVIDIA im chinesischen KI-Chip-Markt - Foto: über boerse-global.de
Huawei überholt NVIDIA im chinesischen KI-Chip-Markt - Foto: über boerse-global.de

Der chinesische Technologieriese Huawei steuert auf eine dominante Position im heimischen Markt für KI-Chips zu – und verdrängt damit den US-Branchenführer NVIDIA. Neue Daten vom 1. Mai zeigen, dass Huawei bis Jahresende rund 60 Prozent des chinesischen Marktes für KI-Beschleuniger erobern könnte. Auslöser ist eine Kombination aus verschärften US-Exportkontrollen und der Massenproduktion von Huaweis neuesten Prozessoren.

DeepSeek V4 löst Nachfragewelle aus

Den entscheidenden Impuls lieferte die Veröffentlichung des KI-Modells DeepSeek V4 am 29. April. Chinesische Internetgiganten wie ByteDance, Alibaba und Tencent haben umgehend Gespräche über Großbestellungen für heimische Beschleuniger aufgenommen. Das Modell lief überzeugend auf Huaweis Silizium – und machte den Wechsel für viele Unternehmen attraktiv.

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Huawei setzt dabei auf seinen Ascend 950PR-Prozessor, der seit März 2026 in Massenproduktion ist. Die Einnahmen aus KI-Chips sollen in diesem Jahr auf umgerechnet rund 11 Milliarden Euro steigen – ein Plus von 60 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Chip biete laut Herstellerangaben die 2,87-fache Rechenleistung von NVIDIAs exportkonformem H20-Modell.

IDC: NVIDIAs Marktanteil schrumpft dramatisch

Noch vor 18 Monaten hielt NVIDIA fast 95 Prozent des chinesischen Marktes. Laut einem IDC-Bericht vom 1. April 2026 fiel der Anteil im gesamten Jahr 2025 auf 55 Prozent. Insgesamt wurden in China rund vier Millionen KI-Beschleunigerkarten ausgeliefert – NVIDIA steuerte 2,2 Millionen bei, während heimische Anbieter auf 1,65 Millionen kamen.

Huawei lieferte davon rund 812.000 Chips aus – das entspricht 20 Prozent des Gesamtmarktes und fast der Hälfte aller inländischen Lieferungen. Alibabas Chip-Tochter T-Head belegte mit 265.000 Einheiten den dritten Platz, gefolgt von Baidus Kunlunxin und der KI-Firma Cambricon mit jeweils rund 116.000 Stück. AMD hielt mit 160.000 Einheiten einen Anteil von vier Prozent.

Die Beschleunigung des Niedergangs westlicher Anbieter führte das Verbot von NVIDIAs H20-GPU im April 2025 herbei – bis dahin der wichtigste legale Exportweg für Hochleistungschips nach China.

Neue US-Sanktionen treiben Schwarzmarktpreise

Am 28. April 2026 verschärfte Washington die Gangart weiter: Das US-Handelsministerium untersagte den Verkauf von Chipfertigungsanlagen an mehrere Werke von Hua Hong, dem zweitgrößten Auftragsfertiger Chinas, und dessen Tochter Huali Microelectronics. Ziel ist es, Chinas Fortschritte bei der 7-Nanometer-Fertigung zu stoppen – einem kritischen Leistungsmaßstab für die heimische Halbleiterindustrie.

Die Folge: Ein florierender Schwarzmarkt. NVIDIA B300-Server werden in China für umgerechnet rund 900.000 Euro pro Stück gehandelt – fast das Doppelte des US-Listenpreises von rund 500.000 Euro. Nach einer Razzia gegen Schmuggler und der Festnahme mehrerer Zwischenhändler sind die Preise weiter gestiegen.

NVIDIA lenkt global um – China wird abgeschrieben

Trotz des Marktverlusts in China läuft das Geschäft von NVIDIA weltweit auf Hochtouren. Der Konzern rechnet für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 mit einem Umsatz von rund 71 Milliarden Euro – getrieben von westlichen Cloud-Anbietern und KI-Forschungslabors. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2026 erzielte NVIDIA einen Gesamtumsatz von rund 197 Milliarden Euro, das Rechenzentrumsgeschäft wuchs um 263 Prozent.

CEO Jensen Huang zeigt sich pragmatisch: Der Marktanteilsverlust in China sei nicht auf mangelnde Wettbewerbsfähigkeit zurückzuführen, sondern auf politische Vorgaben. NVIDIA steuert für China faktisch auf null Umsatz im Rechenzentrumsgeschäft zu – nachdem das Unternehmen bereits eine Abschreibung von rund 4,1 Milliarden Euro für überschüssige H20-Bestände verbuchte.

Chinas paralleles KI-Ökosystem wächst

Die Abspaltung der Märkte scheint endgültig. Pekings „Kauft chinesisch"-Direktiven haben eine lokale Lieferkette aufgebaut, die zwar technisch hinter NVIDIAs neuester Generation zurückliegt, aber die riesige Nachfrage nach KI-Inferenz und sekundärem Modelltraining decken kann.

Die größte Herausforderung für Huawei bleibt die Versorgung mit High-Bandwidth Memory (HBM). Engpässe in der Lieferkette und eingeschränkter Zugang zu modernster Lithografie könnten den Ausbau der chinesischen KI-Infrastruktur in der zweiten Jahreshälfte 2026 verlangsamen. Doch mit einem prognostizierten Marktanteil von über 50 Prozent bei hochwertigen Cloud-Beschleunigern erreicht die heimische Industrie die kritische Masse, um ihren eigenen Entwicklungszyklus zu finanzieren.

Beobachter erwarten, dass das „parallele Ökosystem" in China weiter reifen wird. Immer mehr Unternehmen optimieren ihre Software für Huaweis Ascend-Architektur. Während NVIDIA der globale Standard für Spitzen-KI bleibt, deuten die Daten von 2026 darauf hin, dass der Konzern systematisch aus der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt verdrängt wird.

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