Herzenzündung, Studien

hs-CRP-Test: Jeder Zweite trägt stille Herzenzündung in sich

23.06.2026 - 07:30:21 | boerse-global.de

Neue Studien belegen: Der hochsensitive CRP-Test deckt stille Entzündungen auf und verbessert die Risikobewertung bei Herz-, Nieren- und Hauterkrankungen.

hs-CRP-Test: Revolution in der Risikobewertung für Herz und Nieren
Herzenzündung - Nahaufnahme eines Reagenzglases mit der Aufschrift „hs-CRP“, gehalten von einer behandschuhten Hand, im Laborumfeld. 23.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Aktuelle Studien aus Juni 2026 zeigen: Der Biomarker revolutioniert die Risikobewertung in Kardiologie, Nephrologie und Dermatologie.

Herzpatienten: Jeder Zweite trägt stille Entzündung in sich

Daten der POSEIDON-Studie von Novo Nordisk, präsentiert auf dem EAS-Kongress in Athen, belegen die hohe Entzündungslast bei Risikopatienten. Die Untersuchung lief zwischen 2023 und 2025 an über 18.900 Patienten in 18 Ländern.

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Das Ergebnis: Zwei von fünf Personen mit atherosklerotischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen (ASCVD) und chronischen Nierenerkrankungen (CKD) zeigen eine signifikante kardiovaskuläre Entzündung. Als Grenzwert diente ein hs-CRP von mindestens 2 mg/L.

Eine ergänzende Analyse im European Journal of Heart Failure bestätigt den Trend. Auch bei Herzinsuffizienz-Patienten leidet rund jeder Zweite unter systemischen Entzündungen. Die Fachgesellschaften ESC, AHA und ACC führen hs-CRP bereits als relevanten Risiko-Biomarker in ihren Leitlinien.

Was die Werte wirklich bedeuten

Professor Dr. Thomas Klein erklärt die Einordnung: Ein CRP unter 5 mg/L gilt als normal. Werte zwischen 5 und 10 mg/L signalisieren milde, bis 50 mg/L moderate Entzündungen. Steigt der Wert über 50 mg/L, ist dringende Abklärung nötig.

In der Dermatologie helfen Entzündungsmarker zwar nicht bei der Diagnose von Schuppenflechte. Sie zeigen aber das Ausmaß systemischer Entzündungen im Körper.

Vor Therapien mit Biologika oder Methotrexat steht ein umfassendes Screening. Neben Entzündungswerten prüfen Ärzte Leberwerte, Kreatinin und testen auf Hepatitis, HIV und Tuberkulose. Stark erhöhte Leberwerte können den Therapiestart verzögern.

Lebensstil entscheidet über Entzündungsrisiko

Langzeitanalysen mit über 9 Millionen Erwachsenen identifizieren vier Hauptrisikofaktoren: Tabak, Bluthochdruck, erhöhtes LDL-Cholesterin und hoher Blutzucker. Sie sind für nahezu alle schweren Herzereignisse verantwortlich.

Forscher des King’s College London und der Universität Tübingen zeigen: Die Normalisierung des Blutzuckers senkt das Risiko für kardiovaskuläre Todesfälle um mehr als die Hälfte.

Im Fokus der Labordiagnostik steht zunehmend Apolipoprotein B (ApoB). Es gilt als präziserer Indikator für Arteriosklerose, Herzinfarkte und Schlaganfälle als das reine LDL-Cholesterin.

Entzündungsgedächtnis: Wenn Zellen nicht vergessen

Das Wellcome Sanger Institute liefert neue Einblicke in chronische Entzündungen. Darmstammzellen entwickeln bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen ein sogenanntes Entzündungsgedächtnis. Es besteht über 100 Tage nach einem akuten Schub fort.

Auf zellulärer Ebene spielt der Export von RNA-DNA-Strukturen aus dem Zellkern eine Rolle. Er aktiviert das Immunsystem in gealterten Zellen – ein möglicher Ansatzpunkt für neue Therapien.

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Wearables erkennen Entzündungen früher

Das Mount Sinai Hospital belegt in einer Juni-2026-Studie: Tragbare Sensoren erkennen systemische Reaktionen wie das Zytokin-Freisetzungssyndrom nach Krebstherapien mehrere Stunden früher als herkömmliche Methoden.

Die Medizin bewegt sich weg von einzelnen Blutabnahmen hin zur kontinuierlichen Überwachung. hs-CRP bleibt dabei der zentrale Indikator – und wird dank neuer Technologien noch wertvoller.

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