Holunderblüten: EMA bestätigt traditionelle Anwendung bei Erkältungen
02.05.2026 - 00:35:47 | boerse-global.deDer Ausschuss für pflanzliche Arzneimittel (HMPC) der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) hat den Status der Holunderblüte neu bewertet.
In einem im Frühjahr 2025 veröffentlichten Bericht bestätigten die Experten die Einstufung als „traditionelles Arzneimittel“. Die Grundlage: 35 neue wissenschaftliche Referenzen aus dem Zeitraum 2017 bis 2024.
Die Anwendung in Form von Tees, Aufgüssen oder flüssigen Extrakten gilt damit weiterhin als plausibel wirksam und sicher. Großflächige klinische Studien am Menschen bleiben jedoch rar.
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Neue Erkenntnisse zur Entzündungshemmung
Die therapeutische Wirkung der Holunderblüten beruht auf einem komplexen Mix sekundärer Pflanzenstoffe. Flavonoide wie Rutin, Quercetin und Isoquercitrin spielen dabei eine zentrale Rolle.
Eine viel beachtete Studie aus dem Fachjournal MDPI (Anfang 2024) lieferte frische Belege: In Tiermodellen hemmten Extrakte der Blüte bei einer Dosierung von 50 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht Entzündungsprozesse signifikant. In einigen Versuchen war die Wirkung vergleichbar mit klassischen Referenzsubstanzen wie Diclofenac.
Die Forscher betonten allerdings: Die Ergebnisse lassen sich nicht direkt auf die Dosierung beim Menschen übertragen. Sie untermauern vor allem die pharmakologische Plausibilität.
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Herausforderungen bei der Verarbeitung
Für die Industrie ist die Verarbeitung der empfindlichen Blüten eine technologische Herausforderung. Der Trocknungsprozess beeinflusst die antioxidative Kapazität erheblich.
Frische Blüten enthalten deutlich mehr Polyphenole und zeigen eine stärkere Radikalfänger-Aktivität als getrocknetes Material. Die Folge: Die Branche sucht verstärkt nach optimierten Extraktionsverfahren.
Gezüchtete Sorten wie „Sampo“ liefern oft höhere Wirkstoffgehalte als Wildbestände. Das fördert den Trend zum kontrollierten Plantagenanbau.
Sicherheit hat Priorität
Ein kritischer Punkt in der Lieferkette ist die Reinheit des Rohmaterials. Alle grünen Teile des Holunderstrauchs enthalten das cyanogene Glykosid Sambunigrin – es kann Übelkeit und Erbrechen auslösen.
Eine präzise Trennung der Blüten von den Stielen bei der Ernte ist daher unerlässlich. Die moderne Analytik ermöglicht eine engmaschige Kontrolle der Grenzwerte und erhöht die Sicherheit der Endprodukte.
Die Auszeichnung des Schwarzen Holunders als „Heilpflanze des Jahres 2024“ durch den Verein NHV Theophrastus hat zudem das Verbraucherbewusstsein geschärft.
Wandel der Phytotherapie
Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Holunderblüte zeigt exemplarisch den Wandel der Pflanzenheilkunde. Aus einer rein erfahrungsbasierten Medizin wird zunehmend eine evidenzbasierte Ergänzung der Schulmedizin.
In Zeiten steigender Antibiotikaresistenzen gewinnen pflanzliche Alternativen an Bedeutung. Sie modulieren das Immunsystem und senken die Symptomlast bei viralen Infekten.
Patienten suchen verstärkt nach „Clean Label“-Produkten – lokal verfügbar und ökologisch nachhaltig. Der Schwarze Holunder erfüllt diese Kriterien als heimisches Gewächs in hohem Maße.
Ausblick
Die kommenden Jahre dürften weitere Erkenntnisse über die antiviralen Eigenschaften der Holunderblüten-Komponenten bringen. Während die Beeren bereits für ihre Wirksamkeit gegen Influenzaviren bekannt sind, steht eine abschließende Klärung für die Blütenextrakte noch aus.
Die Industrie investiert verstärkt in Kombinationspräparate, bei denen Holunderblüten mit anderen immunrelevanten Pflanzen kombiniert werden.
Die Herausforderung: Die in vitro beobachteten entzündungshemmenden Effekte müssen durch kontrollierte klinische Prüfungen am Menschen verifiziert werden. Erst dann wäre der Sprung von der traditionellen Anwendung zur vollumfänglich klinisch belegten Therapieoption möglich.
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