Hörgeräte, Studien

Hörgeräte: Neue Studien belegen 33-Prozent-Schutz vor Demenz

28.06.2026 - 23:04:29 | boerse-global.de

Zwei aktuelle Studien zeigen eine Risikoreduktion von bis zu 33 Prozent durch Hörhilfen. Besonders Epilepsie-Patienten profitieren.

Studien belegen: Hörgeräte senken Demenzrisiko deutlich
Hörgeräte - Ein modernes Hörgerät liegt auf einem Tisch neben einem wissenschaftlichen Artikel und einer verschwommenen Gehirngrafik. 28.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Das belegen zwei neue Studien, die im Juni 2026 vorgestellt wurden.

Größter Effekt bei Epilepsie-Patienten

Eine Analyse auf dem Kongress der European Academy of Neurology (EAN) zeigt: Menschen mit Epilepsie und Hörverlust profitieren besonders. Forscher des Universitätsspitals Zürich und der Universität Liverpool werteten Daten von über 250 Millionen Patienten aus.

Das Ergebnis: Die konsequente Nutzung von Hörhilfen senkt das Demenzrisiko in dieser Gruppe um 23 Prozent. Über fünf Jahre entspricht das einer absoluten Risikoreduktion von 2,7 Prozentpunkten. Statistisch lässt sich bei einem von 37 Nutzern eine Demenz verhindern.

Die Leitautorin Dr. Carolina Ferreira-Atuesta betont: „Dieser Effekt war bei der Gesamtpopulation oder anderen Vorerkrankungen nicht in gleichem Maße nachweisbar.“ Als mögliche Ursachen nennen die Forscher die kognitive Reserve, Besonderheiten der Temporallappenepilepsie und die Wirkung von Antikonvulsiva.

Langzeitstudie bestätigt präventives Potenzial

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Eine zweite Studie im Fachmagazin „Neurology“ untermauert die Ergebnisse. Forscher der Monash University unter Dr. Joanne Ryan beobachteten 2.777 ältere Erwachsene mit moderatem Hörverlust über sieben Jahre.

Das Demenzrisiko sank bei Hörgeräte-Nutzern um 33 Prozent. In der Vergleichsgruppe lag es bei 7,5 Prozent, bei den Nutzern nur bei 5 Prozent. Die Autoren betonen: Entscheidend sind eine frühzeitige Verschreibung und die dauerhafte Anwendung.

Kognitive Reserve als Schlüssel

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Warum hilft die Korrektur des Gehörs dem Gehirn? Ein zentraler Erklärungsansatz ist die Stärkung der kognitiven Reserve. Durch bessere akustische Reizaufnahme bleibt das Gehirn aktiver und besser vernetzt – das wirkt Abbauprozessen entgegen.

Die Daten zeigen: Der präventive Effekt hängt eng mit der Regelmäßigkeit der Nutzung zusammen. Hörhilfen sollten nicht sporadisch, sondern als fester Alltagsbestandteil eingesetzt werden. Fachleute empfehlen eine frühzeitige Diagnose von Hörschäden, um langfristige neurologische Folgen zu vermeiden.

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