Hochschulen und mentale Gesundheit: 50 Fachleute beraten über vier Ansätze
Veröffentlicht am: 15.10.2026 um 13:02 Uhr | Redaktion boerse-global.deBildungseinrichtungen und Hochschulen bündeln in ihren aktuellen Programmen Vorträge und Workshops zu Themen wie Wohlbefinden und soziale Verbundenheit. Immer mehr Institutionen setzen auf Formate, die psychische Stabilität, den Austausch untereinander und präventive Maßnahmen miteinander verknüpfen. Dabei rücken neben klassischen Beratungsangeboten zunehmend auch kreative, bewegungsbezogene und alltagsnahe Konzepte in den Mittelpunkt.
Initiativen an Universitäten und Hochschulen
An der Universität Oldenburg finden vom 03. bis 05.11.2026 die Gesundheitstage 2026 unter dem Leitgedanken „Gemeinsam. Gestärkt. Gesund" statt. Das Programm richtet sich an alle Beschäftigten sowie Studierenden und umfasst Vorträge, Workshops und Veranstaltungen zu Gesundheit, Wohlbefinden und sozialer Verbundenheit. Organisiert wird das Angebot vom Studentischen Gesundheitsmanagement und dem Betrieblichen Gesundheitsmanagement.
Einen internationalen Ansatz wählt die Université Bretagne Sud: Vom 5. bis 16. Oktober 2026 werden auf den Campus Lorient, Vannes und Pontivy im Rahmen der SISM-Aktionen Aktivitäten unter dem Motto „L'art comme bulle d'air" angeboten. Die Palette reicht von Kunstworkshops mit Klettern, Häkeln, Zeichnen und Tanz über plastischen Ausdruck und Cafés psychos bis hin zu Kunsttherapie und einer Konferenz für Studierende.
Im Rahmen der Allianz EU-Green veranstaltet die Universität Magdeburg am 16. Oktober 2026 von 13:00 bis 14:30 Uhr ein englischsprachiges Webinar zum Umgang mit Stress und Angst unter dem Titel „The Monster behind the door", zu dem auch an der Université Angers eingeladen wird. Als Referent tritt Bjorn Kiggen auf.
Wer sich mit dem Thema psychische Belastung im Arbeits- oder Studienalltag befasst, findet in diesem Ratgeber gezielte Ansätze zur Entlastung. Das kostenlose E-Book bietet konkrete Übungen und 5 Sofortmaßnahmen für mehr Ausgeglichenheit und innere Ruhe. Work-Life-Balance E-Book kostenlos herunterladen
Die Ostfalia Hochschule widmete sich am 9. und 10. Oktober 2026 im Hörsaalgebäude Am Exer mit der Veranstaltung #wir.verändern dem Schwerpunkt „Gemeinsam leben, studieren und arbeiten – ohne Sexismus". Organisiert von ZeLL, dem Gleichstellungsbüro, dem feministischen Kollektiv valente* und dem Braunschweiger Zentrum für Gender Studies, bot die Tagung Workshops, Vorträge und Coaching an.
International richtet zudem die Universidad Nacional de Mar del Plata am 22. und 23. Oktober 2026 in der Aula 86 der Fakultät für Gesundheits- und Sozialwissenschaften die II Jornadas „Puentes hacia el Bienestar: Abordajes Colaborativos en Salud Mental" aus, organisiert von Programa Vida Sana und Secretaría de Bienestar.
Bewegung und Gemeinschaft im Hochschulalltag
Auch die Verzahnung von Lehre, körperlicher Aktivität und psychischer Verfassung gewinnt an Bedeutung. Die Universität Hamburg und die HAW Hamburg setzen das Verbundprojekt „The Green Pulse" um, das über die Initiative „Bewegt studieren!" des Allgemeinen Deutschen Hochschulsportverbands (adh) und der Techniker Krankenkasse gefördert wird.
Ziel ist es, Bewegung, mentale Gesundheit und Nachhaltigkeit in der akademischen Lehre zu verankern. Bausteine bilden interdisziplinäre Lehrmodule mit aktiven Pausen, sogenannte Walk & Talks, das Lernen im Freien sowie ein „Green Classroom" als naturnaher Lern- und Begegnungsraum. Projektleiterin Anna Zerner unterstreicht, dass Gesundheitsförderung ein selbstverständlicher Bestandteil guter Hochschullehre sein solle.
Ein gesundes Miteinander und eine gute Organisation bilden die Basis für weniger Stress im beruflichen Umfeld. Dieser kostenlose Leitfaden zeigt, wie Sie versteckte Zeitdiebe identifizieren und durch effektive Achtsamkeitsübungen Ihr Stresslevel dauerhaft senken. Gratis Ratgeber für mehr Fokus und weniger Stress sichern
In Monceau-sur-Sambre lädt das Réseau Mosaïque für den 25. November 2026 von 9 bis 12 Uhr Fachkräfte der Hochschul- und Erwachsenenbildung zu einer Informationsveranstaltung im Rahmen der SPIPL-Konvention ein. Behandelt werden kostenlose Gemeinschaftsinterventionen, psychologische Einzelberatungen und Unterstützungsmöglichkeiten für pädagogisches Personal.
Vernetzung und gesellschaftliche Ansätze
Fachliche Diskurse vertiefen diese Initiativen auf breiterer Ebene. Am Universitätsklinikum Ulm startete auf Einladung von Prof. Dr. Jörg M. Fegert das dritte Retreat der Mental Health Alliance vom 14. bis 16. Oktober 2026 mit rund 50 Expertinnen und Experten.
Nach dem Auftakt in der Villa Eberhardt Ulm mit Ministerpräsident Cem Özdemir arbeiten die Teilnehmenden auf Schloss Reisensburg in vier Arbeitsgruppen zu sozial-emotionalem Lernen, integrierten Anlaufstellen, Frühintervention und mental gesunden Kommunen.
Ergänzend dazu beleuchtet die Wissenschaft das Wesen des Miteinanders: Eine von der University of Manchester in Zusammenarbeit mit dem Museumsprojekt FLUX in München durchgeführte Mars-Studie zu Verbundenheit und Zugehörigkeit ergab, dass soziale Verbundenheit nicht zwingend aktive Interaktion verlangt.
Das Konzept des „gemeinsam Alleinseins" ermögliche Zugehörigkeit ohne Druck. Wie Prof. Pamela Qualter von der University of Manchester erläutert, zeichnen sich gelungene Begegnungsorte dadurch aus, dass Menschen dort allein sein, beobachten, teilnehmen oder sich wieder zurückziehen können.
