Hitze, Stress

Hitze und Stress: 112 Milliarden Euro Kosten für deutsche Wirtschaft

18.06.2026 - 20:21:48 | boerse-global.de

Psychische Belastung und Hitzewellen treiben Kosten und Fehlzeiten in die Höhe. Die BAuA untersucht den Umgang mit Stress in KMU.

Hitze und Stress: Doppelbelastung gefährdet Produktivität
Hitze - Eine gestresste Person in einem Geschäftsumfeld, die auf einen Laptop schaut, mit einer unscharfen sommerlichen Landschaft im Hintergrund. 18.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die Doppelbelastung wird zum Produktivitätskiller.

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Psychische Belastung auf Rekordniveau

Die mentale Gesundheit der Arbeitnehmer steht unter Druck. Eine Studie des Robert Koch-Instituts mit über 27.000 Teilnehmern zeigte bereits 2024: Rund 20 Prozent der Deutschen fühlen sich stark gestresst. Besonders betroffen sind Frauen und die Altersgruppe der 18- bis 64-Jährigen.

Krankenkassendaten untermauern den Trend. Der Anteil gestresster Menschen stieg von 57 Prozent im Jahr 2013 auf 66 Prozent im Jahr 2025. In der IT-Branche fallen die Werte noch höher aus.

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) reagiert. Ein Survey unter mehr als 3.000 kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) erfasst den Umgang mit psychischen Belastungen. Ab dem ersten Quartal 2027 sollen vertiefende Analysen vorliegen.

Hitze wird zum Kostenfaktor

Neben psychischen Faktoren treibt die thermische Belastung die Kosten in die Höhe. Allianz Trade prognostiziert: Hitzewellen könnten die deutsche Wirtschaft bis 2030 rund 112 Milliarden Euro kosten.

Der Zusammenhang ist messbar. Ab 30 Grad Celsius sinkt die Produktivität pro zusätzlichem Grad um drei Prozent. Gleichzeitig steigen die Energiekosten um geschätzte 1,2 Prozent.

Die Fehlzeiten spiegeln das wider. Bei Temperaturen über 30 Grad steigen die Krankschreibungen um 3,5 Prozent, bei langanhaltenden Hitzewellen sogar um sechs Prozent.

Die Arbeitsstättenverordnung setzt klare Grenzen:
- Ab 26 Grad: Prüfpflicht für Schutzmaßnahmen
- Ab 30 Grad: Arbeitgeber müssen aktiv eingreifen
- Ab 35 Grad: Räume ohne Schutzvorkehrungen sind ungeeignet

Besonders die Bauwirtschaft leidet. In der Schweiz wird ab 33 Grad eine zusätzliche Pause von 15 Minuten pro Stunde empfohlen. Grund: Das Unfallrisiko steigt ab 30 Grad um sieben Prozent.

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Siesta oder Flexibilisierung? Der Streit um die Arbeitszeit

Die Lösungsansätze gehen auseinander. Allianz-Ökonomen bezeichnen eine Siesta nicht als Freizeit, sondern als notwendiges Risikomanagement. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) ist skeptisch. Vorstandsmitglieder fordern branchenspezifische Lösungen und warnen vor einer Aufweichung des Arbeitszeitgesetzes.

Das Arbeitsministerium treibt parallel die Flexibilisierung voran. Ein Entwurf sieht vor, die tägliche durch eine wöchentliche Höchstarbeitszeit zu ersetzen – gekoppelt an Tarifbindungen und eine verpflichtende elektronische Zeiterfassung. Arbeitgeberverbände lehnen die Pläne ab und fordern einen Rückzug.

Urlaubszeit: Neue Gefahren für die IT-Sicherheit

Die Ferienzeit bringt zusätzliche Risiken. IT-Sicherheitsexperten warnen vor erhöhter Cyberangriffsgefahr bei dünner Personaldecke. Daten aus 2025 zeigen: 67 Prozent der Vorfälle waren Identitätsangriffe.

Die Empfehlung: Sicherheitsvorkehrungen wie die Mehrfaktor-Authentifizierung strikt beibehalten – auch beim Einsatz von Saisonkräften.

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